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Springreiter feiern Team-Bronze: "Fühlt sich wie Gold an"

Olympia Springreiter feiern Team-Bronze: "Fühlt sich wie Gold an"

Die deutschen Springreiter haben nach dem Desaster von London Bronze gewonnen. Eine weitere Chance auf Edelmetall gibt es im Einzel-Finale.

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Die deutschen Springreiter haben Mannschafts-Bronze geholt.

Quelle: Friso Gentsch

Rio de Janeiro. Die Chance auf Olympia-Gold war riesig - aber die deutschen Springreiter vergaben sie. Trotz glänzender Ausgangsposition reichte es in Rio de Janeiro nur zu Bronze. Im Stechen gegen Kanada sicherte sich das Quartett um Ludger Beerbaum zumindest den dritten Platz.

"Das Team hat eine Medaille verdient", sagte Bundestrainer Otto Becker: "Es war spannend und knapp wie erwartet."^Begeistert zeigte sich DOSB-Vorstandschef Michael Vesper trotz der vergebenen Chance. "Dieses Bronze fühlt sich wie Gold an", sagte Vesper. Besonderes Lob hatte er für den 52-jährigen Beerbaum parat: "Wie er uns ins Stechen gerettet hat, war einfach großartig. Bei dem Altmeister ist das doppelt schön."

"Das war ein Herzschlagfinale pur", kommentierte Dennis Peiler, der Sportchef des Reitverbandes FN. "Es war klar, dass das eng werden würde." Ärgern mochte sich auch Peiler nicht: "Wir freuen uns über Bronze."

Zu viele Fehler in der zweiten Runde kosteten das zum Greifen nahe Gold. "Man braucht mehrere Null-Runden", sagte der Bundestrainer. Doch die fehlten seinem Team im Olympiapark Deodoro, nur Beerbaum blieb im Normalparcours fehlerfrei. Weil die fehlerfreien Runden zumindest im Stechen klappten, gab es immerhin Bronze. Becker musste den Franzosen zum Sieg gratulieren. Silber ging an die USA.

"Man sieht, wie eng das zusammen ist", kommentierte Verbands-Präsident Breido Graf zu Rantzau. "Deshalb ist das nicht so enttäuschend. Das war unglaublich spannend." Er vermisste "das Quäntchen Glück. Wir sind deshalb auch mit Bronze zufrieden."

Weitere Medaillen sind im Einzel möglich. Das Finale am Freitag erreichten Christian Ahlmann aus Marl mit Taloubet, Daniel Deußer (Mechelen/Belgien) mit First Class und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) Fibonacci. Beerbaum darf mit Casello nicht reiten, weil pro Nation nur drei Reiter startberechtigt sind.

Die blendende Ausgangsposition am Mittwoch war schon nach den ersten beiden deutschen Startern dahin. Danach mussten die Reiter auf Fehler der Konkurrenz warten, um noch Gold zu gewinnen - doch das passierte nicht. Die Franzosen blieben kühl und gewannen ohne Abwurf. Und die deutschen Reiter patzten weiter.

Der zweite Durchgang begann für die Deutschen mit einem Abwurf von Christian Ahlmann mit Taloubet. "Das war knapp, nur mit einem Fuß", sagte der 41-Jährige aus Marl zu dem Fehler. "Ich weiß nicht, woran es lag." Möglicherweise war das knappe Zeitlimit Schuld: "Ich habe aufs Tempo gedrückt."

Noch ärgerlicher war der Fehler von Meredith Michaels-Beerbaum, die mit Fibonacci einen Abwurf und zusätzlich einen Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung kassierte. "Das ist schade, ausgerechnet am letzten Sprung", kommentierte Ahlmann. "Wir haben alles gegeben", sagte Michaels-Beerbaum. "Aber es ist alles sehr eng zusammen."

Deußer und Beerbaum gerieten durch die Fehler zusätzlich unter Druck. Und Deußer kassierte mit First Class ebenfalls einen Abwurf. Beerbaum ritt als letzter Starter des gesamten Feldes mit Casello ins Stadion, das mit rund 15 000 Zuschauer fast ausverkauft war. Und der viermalige Olympiasieger behielt die Nerven. Der 52-Jährige aus Riesenbeck blieb fehlerfrei und rettete sein Team ins Stechen.

Dabei war die Ausgangslage so vielversprechend gewesen. Von den vier führenden Teams war lediglich die deutsche Mannschaft mit vier Springreitern in die entscheidende Runde gestartet. Der Brasilianer Stephan de Freitas Barcha war disqualifiziert worden. Die Pferde von Elizabeth Madden (USA) und Jur Vrieling (Niederlande) waren nicht fit.

Vor der Springreiter-Entscheidung hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bereits fünf Medaillen gewonnen, darunter Gold durch das Dressur-Team und den Vielseitigkeitsreiter Michael Jung. In der Zielvereinbarung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) waren drei bis fünf Medaillen avisiert worden.

dpa

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