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2. Göttinger Kampfsportnacht: 300 Zuschauer verfolgen 15 Gefechte

TM-Sportschule 2. Göttinger Kampfsportnacht: 300 Zuschauer verfolgen 15 Gefechte

Es ist weit nach Mitternacht, da eruptiert die Atmosphäre bei der 2. Göttinger Kampfsportnacht abermals. „Lasher, Lasher“, skandiert ein Großteil der rund 300 Fans in der TM-Sportschule. Der verlorene Sohn ist heimgekehrt. Lasher Kurun kämpft drei Jahre nachdem er nach Heidelberg gezogen ist wieder in seiner Heimatstadt. Und wie.

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Keine Gnade: Wenn beim Mixed Martial Arts ein Kämpfer zu Boden geht, darf weiter auf ihn eingeschlagen werden.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Seinen überforderten Kontrahenten Kevin Heerschlag überrollt Kurun im K1, wo Tritte, Schläge und eine Knietechnik erlaubt sind, förmlich. „Das war für meine Familie und mich ein aufregender Tag. Ich bin überglücklich, dass ich hier kämpfen durfte“, sagt der 25-Jährige.

 
Ebenso glücklich wirken die Organisatoren Roman Mieczkowski und Helen Frohloff nach dem fast sechsstündigen 15-Kämpfe-Marathon. Sportler aus ganz Deutschland, darunter eine ganze Armada aus Heidelberg, sowie aus Polen waren angereist. „Die Zuschauerzahl hat sich im Vergleich zu vergangenen Jahr verdoppelt und die Atmosphäre war super“, schwärmt Frohloff. „Echt cool.“

 
Ziemlich cool ist auch Johannes Schmitz. Während die restlichen Fighter zu aggressiven Klängen in den Ring einlaufen, lässt der Göttinger „The river flows in you“ aus dem schnulzigen Frauenfilm „Twilight“ abspielen – „einfach aus Trotz“. Als Softie präsentiert sich der TM-Athlet keineswegs. Seinen Gegner Farid Amrahi-Saber schlägt er im K1 nach Punkten. „Ich habe versucht, mit meiner Spezialität, den High-Kicks, zu punkten“, erklärt Schmitz. Hat funktioniert. Mut beweist sein Mannschaftskollege Marco Wowra. Der K1-Kämpfer ist erst 14 Jahre alt, zeigt dem Publikum aber eine tolle Show. Das Gefecht gegen Nick Gerlach beendet er standesgemäß vorzeitig per Roundhouse-Kick. Chuck Norris wäre stolz gewesen. „Für meine Träume trainiere ich hart“, versichert Wowra. Neunmal in der Woche – als 14-Jähriger.

 
Besonders spektakulär in der in bläuliches Licht getränkten Halle sind die Kämpfe im Mixed Martial Arts. Wenn der Gegner am Boden liegt, beginnt es erst richtig. „Explodiere jetzt“, rufen dann die Trainer, und ihr Schützling stürzt sich schlagend und würgend auf seinen Widersacher. Meistens ist die Angelegenheit nach wenigen Sekunden geklärt, wenn der wie eine Gazelle in den Fängen eines Löwen mit den Beinen zappelnde Geschlagene aufgibt. Nicht jedoch bei Maxim Denisenko. Dem Heidelberger Bernhard Fries verlangt der Göttinger die kompletten drei Runden ab, befreit sich mehrfach aus quasi aussichtslosen Griffen. „Ich bin aus seinem Griff gerutscht, weil ich verschwitzt war“, erklärt der gebürtige Kasache. Die Niederlage nach Punkten nimmt er gelassen, da das Publikum seinen tapferen Kampf honoriert.

 
Hohes Niveau hat der Muay-Thai-Kampf, den Ajith Jenosan Sellathurei gewinnt. Vor der Fehde wird der Wai-Kru-Tanz zu Musik, die der eines Schlangenbeschwörers ähnelt, aufgeführt. Während des Kampfes dudelt die Musik weiter, und man kommt sich vor wie auf einem asiatischen Basar. Je ein Combat-Sambo- und Frauen-Kampf runden die starke Veranstaltung ab.

 

Von Rupert Fabig

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