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200 Zuschauer beim „University Slam“ in Göttingen

Wrestling-Event 200 Zuschauer beim „University Slam“ in Göttingen

Die Wrestler prahlen und posieren, wenn sie den Ring betreten, sie tragen Kampfnamen wie „Mr. Geil“, „Big S“, oder „BAM“ – und ihre Mission ist klar: Die Zuschauer für sich zu gewinnen, sie zu unterhalten und im Ring möglichst spektakuläre Kämpfe zu zeigen.

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Spektakuläre Wrestling-Moves im Uni-Sportzentrum: Dave Danielson (r.) kämpft gegen „The Big S“ Sören Reuter.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Obwohl die Darbietung beim „2. University Slam“ im Uni-Sportzentrum inszeniert ist, sind die 200 Zuschauer begeistert.

„Wenn ich einen guten Kampf sehe, vergesse ich manchmal, dass es eine Show ist“, sagt Christian Wilhelm, der großen Respekt vor den Kämpfern hat. „Das sind Hochleistungssportler“, betont der Mündener. Live schaue er Wrestling erstmals, im Fernsehen aber häufiger. „Wenn man es im Fernsehen liebt, dann liebt man es auch hier. Es sind Moves dabei wie in der Profiliga WWE“, schwärmt er.

Mehr als doppelt so viele Zuschauer wie im Vorjahr besuchen das Event, das vom Verein BWA Bad Harzburg ausgerichtet wird. „Das ist das beste Zeichen dafür, dass Wrestling auch in Göttingen ankommt“, sagt Munja Herbig vom Organisationsteam.

Zehn Akteure, darunter der namhafte „Murat AK“, steigen in den Ring. Dazu Ringsprecherin und Ringrichter, die bisweilen mehr ins Geschehen eingebunden werden, als ihnen lieb ist. So zum Beispiel, als Dave Danielson dem Unparteiischen eine Ohrfeige verpasst.

„Das, was wir bieten, ist Entertainment“, sagt Herbig. Vieles sei zwar abgesprochen, „aber wir versuchen schon, den Charakteren Freiraum zu geben und eine Geschichte zu erzählen“, sagt sie. Herbig betont: „Wrestling bedeutet keineswegs, in den Ring zu steigen und sich verprügeln zu lassen. Man muss vielmehr Moves sicher umsetzen, benötigt schauspielerische Fähigkeiten und Schmerztoleranz.“

Dass die Interaktion zwischen Sportlern und Publikum ein wesentlicher Aspekt der Show ist, zeigt sich immer wieder: Etwa, wenn Wrestler für Sprüche oder Stunts Szenenapplaus ernten. Etwa, als ein Fan mit dem Ablenkungsmanöver „Ey, Murat, dein Schuh ist offen!“ für Verwirrung sorgen will. Oder, als ein Kämpfer seinen nackten Oberarm präsentiert, obwohl dieser eher wohlgenährt denn wohldefiniert ist.

Stellenweise ist allerdings auch Fremdschämen angebracht, sind viele Posen und Outfits der Wrestler doch mindestens fragwürdig: Schlüpfer mit Schriftzügen, Hosenträger in Kombination mit nacktem Oberkörper, das Ganze gepaart mit einer Großspurigkeit, die ihresgleichen im Alltag – glücklicherweise – vergeblich sucht. Zweifellos: Die Art von Inszenierung, die beim Wrestling vorgelebt wird, hasst man – oder man liebt sie.

Die Wrestler selbst tun ohne jeden Zweifel letzteres. Während manche Zuschauer am Ende vermutlich heiser sind, haben die Aktiven, wie Herbig betont, „nach ihren Auftritten Rückenschmerzen und blaue Flecken“. Doch zugeben würden die selbstverliebten Akteure das vermutlich nie. Woran das vielleicht am besten deutlich wird? Als ein Zuschauer ruft „Mr. Geil, ich will ein Kind von dir“, entgegnet der Lokalmatador ganz trocken: „Ja, zu Recht!“

Die Wrestler prahlen und posieren, wenn sie den Ring betreten, sie tragen Kampfnamen wie „Mr. Geil“, „Big S“, oder „BAM“ – und ihre Mission ist klar: Die Zuschauer für sich zu gewinnen, sie zu unterhalten und im Ring möglichst spektakuläre Kämpfe zu zeigen. © Pförtner

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Von Timo Holloway

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