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29. Frühjahrsvolkslauf in Göttingen

10 Km in 32:30 Minuten 29. Frühjahrsvolkslauf in Göttingen

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz beim Göttinger Frühjahrsvolkslauf: Das Rennen über die zehn Kilometer gewinnt immer Florian Reichert. Der Lehrer am Theodor-Heuss-Gymasium gilt als unschlagbar. Das war er auch bei der 29. Auflage wieder. Eigentlich. Denn Sparkassen-Vorstandsmitglied André Schüller spielte den Revoluzzer.

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Start-Ziel-Sieg: Florian Reichert (ganz rechts in rot) hat das Rennen über zehn Kilometer sofort unter Kontrolle.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Kaum war Reichert in 32:30 Minuten mit sicherem Vorsprung über die Ziellinie im Jahnstadion gejoggt, fing ihn Schüller ab und pochte auf sein Anrecht als Gewinner.

„Rechnet man mein Gewicht auf deins runter, bin ich mindestens genauso schnell gewesen“, scherzte er – ungeachtet der Tatsache, dass er sich ein Rennen zuvor in mehr als 33 Minuten über die halbe Distanz von fünf Kilometern gequält hatte.

Reichert wird es verkraften. Wie häufig er schon triumphiert hat, weiß der 33-Jährige ohnehin nicht mehr. „Sechs, sieben oder acht Mal. Ich habe den Überblick verloren“, sagt Reichert. Im Jahnstadion setzt er sich vom Start weg ab und hält den zweitplatzierten Andreas Gerrits stets in Schach Ach ja, Reichert ist übrigens kein Spezialist für 10 000 Meter, sondern trainiert für längere Distanzen und hat aus den Tagen vor dem Volkslauf 150 Kilometer in den Beinen...

Bei den Frauen macht Alexandra Scholz vom Team Sartorius den Sieg-Hattrick perfekt – in persönlicher Bestzeit. Ihr Geheimnis: „Als Triathletin fahre ich viel Rennrad. Das tut meiner Kondition sehr gut.“

Ein Fahrrad benötigt Jasper Cirkel von der LG Göttingen mit Sicherheit nicht. Gib dem Mann ein Paar Laufschuhe, und er ist glücklich. Am Donnerstag ist der 25-Jährige noch beim Hasenmelkerlauf in Dransfeld angetreten. Als Warm-Up sozusagen. Über die fünf Kilometer trudelt er in 15:05 Minuten ins Ziel ein.

29. Frühjahrsvolkslauf in Göttingen. © Pförtner

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Sein Mannschaftskamerad Paul Mengeringhausen macht ihm das Leben zwar schwer und führt zeitweise mit rund 30 Metern Vorsprung, doch der Mathe- und Physik-Student kontert gewaltig. „Ich fand es stark und mutig von Paul, dass er es probiert hat“, lobt Cirkel. Mit seiner Zeit sei er zufrieden: „Schließlich hatte ich noch ganz schön schwere Beine vom Hasenmelkerlauf.“ Sagt es, und tritt im Anschluss beim 10-Kilometer-Rennen an – „zum Spaß“. Dort düpiert Cirkel als Dritter dann fast das komplette Läuferfeld. Ein verrückter Kerl.

Das lässt sich von Steffen Tiedtke nicht behaupten und wäre für ihn vermutlich auch nicht von Vorteil, denn der 44-Jährige ist Chef-Organisator des Volkslaufs. Zum ersten Mal. Mit Headset auf dem Kopf über Rasen und Laufbahn tigernd, beobachtet der Nachfolger von Reinhold Napp den Überraschungssieg der jungen Paulina Wüstefeld (LG Eichsfeld) über fünf Kilometer.

Schnell flüstert er Instruktionen ins Mikrofon, ein Handschlag hier, eine Unterredung da, schon muss das nächste Rennen in die Bahn gebracht werden. Bei Tiedtke laufen die Fäden des Volksfestes Volkslauf zusammen. „Zum Glück hat das Wetter mitgespielt.

Seit dem ersten Startschuss ist es auch für uns Organisatoren eine tolle Veranstaltung, alles passt“, so Tiedtke, der sich gemeinsam mit 70 weiteren Läufern in einer von der Sparkasse organisierten Trainingsgruppe vorbereitet hat.

Einer Laufgruppe gehörte auch besagter André Schüller an, der schließlich Reichert auf die Schulter klopft und gratuliert. Für den Seriensieger ist es dann doch ein besonderer Tag. „Einige meiner Schüler, die ich trainiere, sind heute auch gelaufen. Hoffentlich habe ich sie motiviert, weiter zu machen.“, sagt er, blickt drei seiner Schützlinge an und ergänzt: „Ihr werdet mal meine Nachfolger“.

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