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„Absolut verrückt, das Angebot abzulehnen“

Basketball „Absolut verrückt, das Angebot abzulehnen“

Rot-Weiß sind nicht unbedingt seine Lieblingsfarben. Als bekennendem Fan der Berliner Hertha ist das Julius Wolf nicht zu verdenken. Dennoch könnte der gebürtige Göttinger kaum glücklicher sein, in dieser Saison das Trikot des FC Bayern München mit der Nummer 20 zu tragen.

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„Mia san mia“: Julius Wolf ist auf dem besten Weg, den Leitspruch der Münchener Bayern zu verinnerlichen.

Quelle: EF

Göttingen/München. Bei der ersten Adresse im deutschen Profisport wird der 19-Jährige vornehmlich in der 1. Regionalliga auf Körbejagd gehen.

Sein langjähriger Trainer Felix Czerny empfahl dem Basketballtalent in diesem Sommer, ihm von der Urspring-Schule bei Schelklingen in die bajuwarische Hauptstadt zu folgen. „Anfangs war auch ein Wechsel nach Göttingen eine Option“, bemerkt Wolf. Als ihm Mutter Inken dann jedoch bescheinigte, „dass er absolut verrückt sei“, ein Angebot der Bayern zu verweigern, war seine Entscheidung gefallen.

In den kommenden zwölf Monaten absolviert der kräftige 2,02-Meter-Schlaks an der Säbener Straße sein FSJ. „Die Arbeit an meiner Haupteinsatzstelle im Audi Dome ist optimal an den Trainingsbetrieb angepasst.“ Neben den Einheiten unter Czerny bleibt genügend Zeit für Kraftübungen sowie Individualtraining. Doch Wolf spekuliert auf einen Platz im zwölf Akteure starken Kader des Bundesligateams unter Trainer-Legende Dirk Bauermann.

Dass sich Julius momentan nicht mit den Profis durchs Trainingslager in Garmisch-Partenkirchen quält, ist nur einem Muskelbündelriss geschuldet. „Damit bin ich noch zwei Wochen zum Zuschauen verdammt“, sagt der 105 Kilogramm schwere Power-Athlet, dessen sportliche Wurzeln bei der BG 74 liegen. Für die Regeneration ist durch Athletik-Coach Jovan Buha (ehemals Chicago Bulls) gesorgt.

Nach vier Jahren und zwei Meistertiteln am Basketball-Internat in Urspring sieht sich der Allrounder bereit für den Sprung ins Profilager. Primäres Ziel soll der Aufstieg von der 1. Regionalliga in die Pro B sein, doch Korrekturen nach oben seien realistisch. „Wenn ich mich im Training bei Dirk Bauermann beweise, kann ich es ins Team schaffen. Allein schon in der BBL auf der Bank zu sitzen, wäre eine riesige Erfahrung“, bemerkt Wolf, der seinen berühmten Trainer als „netten Typen“ bezeichnet.

„Nur meine Frisuren gefallen ihm nicht so wirklich, weil sie schon ziemlich verrückt aussehen können.“ Mit viel Athletiktraining, mit dem die Grundschnelligkeit verbessert werden soll, und einem Besuch beim Frisör scheint ein guter Eindruck beim Ex-Nationaltrainer möglich. „Vielleicht klappt es ja dann auch mit den ersten Minuten auf dem BBL-Parkett.“

Eine Rückkehr in die Heimat schließt Wolf nicht aus. „Man weiß nie, wohin die Wege im Sport führen“, statuiert der Bruder von College-Champion Enosch (UConn). Derzeit sei die BG aber auch ohne ihn auf den deutschen Positionen gut aufgestellt, witzelt Julius. Besonders Neuzugang Akeem Vargas, mit dem Wolf in Urspring zusammen spielte, sei ein großer Gewinn. „Akeem ist ein Leadertyp, mega ehrgeizig und als Verteidiger eine absolute Klette. Es ist extrem nervig, gegen ihn zu spielen.“

In München hat sich Julius schon kurz nach dem Umzug – unter tatkräftiger Mithilfe von Vater Horst, Schwester Ronja und Hündin Amy – gut eingelebt. „Derzeit bin ich schon soweit zu sagen, dass ich so lange wie möglich beim FC Bayern bleiben möchte“, bekennt der Göttinger. Auch ein Studium oder eine Ausbildung durch den Verein ist eine Option für den ruhigen Riesen mit dem staubtrockenen Humor.

„Das lässt sich bei einer so professionellen Organisation gut vereinbaren“, erklärt Wolf. Als arg geschundenem Fußball-Fan eines Zweitligisten darf einem ja auch mal etwas leicht fallen.

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