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Adelebser erhält Globusabzeichen für 40000 Kilometer im Kajak

Einmal um die ganze Welt Adelebser erhält Globusabzeichen für 40000 Kilometer im Kajak

„Als Kind wollte ich Seemann werden und die Welt sehen“, berichtet Dieter Zitelmann. Aufs Wasser hat es den Adelebser dann aber erst mit 43 Jahren gezogen. Statt der großen Pötte, begnügte er sich mit einem Kanu. Die Welt hat er trotzdem gesehen. In 17 Jahren ist der 60-Jährige 40000 Kilometer gepaddelt, war in 14 Ländern unterwegs. Dafür wurde ihm während der Jahreshauptversammlung der Vereinigung Göttinger Faltbootfahrer (VGF) das Globus-Abzeichen des Landeskanuverbandes verliehen.

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Dieter Zitelmann

Quelle: Pförtner

Adelebsen. Der gelernte Koch, der später seinen Elektromeister machte und gemeinsam mit seiner Frau Heike den väterlichen Betrieb in Adelebsen übernommen hat, spielte „in jungen Jahren mal Fußball“. Zum Wassersport kam er im Frühsommer 1997 bei einer Grillparty. Nur zwei Tage später machte der Familienvater – ohne Testfahrt – Nägel mit Köpfen. Es wurde ein Boot angeschafft, das die Familie nach Sohn Dennis benannte. Als Autodidakten lernten die drei ihr Boot auf dem Northeimer Kiessee kennen, übten Techniken und auch das Kentern. Vier Wochen später saßen die Adelebser schon in Norwegen im Boot und paddelten die ersten Kilometer.

Von Beginn an verließ sich der Elektromeister auf ein GPS. „Gerade auf größeren Gewässern weiß man dann, was auf einen zukommt. Karten sind da längst nicht so aussagekräftig.“ Jeder Fluss- und Seekilometer wurde in ein Fahrtenbuch eingetragen. Dort, wo es möglich war, holte sich der Kanufahrer einen Stempel als Beglaubigung. „Diese ganze Eintragerei basiert auf Vertrauen. Wer betrügen will, kann betrügen.“ Neun Fahrtenbücher hat Zitelmann gebraucht, um die 40000 Kilometer einzutragen. Nicht von Beginn an war das Globusabzeichen sein erklärtes Ziel. „Die 20000 habe ich mit einem Piccolo im Boot auf der Weser beim Stromkilometer 42 kurz vor Bad Karlshafen gefeiert.“ Danach habe er beschlossen die nächsten 20000 auch noch anzugehen. Die 40000er-Marke hat er mit der Kamera in der einen und dem Telefon in der anderen bei Holzminden im vergangenen Jahr „voll gemacht“.

„Ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagt der Adelebser, der immer eine Banane, Tee und seine Musik an Bord hatte. Mit Andrea Berg, Santiano und irischer Folklore im Ohr ist er stundenlang allein gepaddelt, nur mit den Tieren am Ufer als Zuschauer. „Ich behaupte, dass ich Fuchs, Waschbären und Rehe im Dunkeln am Funkeln ihrer Augen erkenne. Nach dem Stress im Geschäft war das samstags immer mein Ausgleich.“ Froh darüber, dass es keinen Druck mehr gibt, ist auch Heike Zitelmann. Sie hat ihren Mann und sein Boot oft mitten in der Nacht nach Hann. Münden gefahren, sich zu Hause noch einmal hingelegt, den Vormittag im Laden gearbeitet und ihn anschließend wieder am verabredeten Zielpunkt abgeholt. „Manchmal habe ich nachts in Scheden, nachdem ich ihn abgesetzt hatte, noch Discobesucher mitgenommen“, berichtet sie.

Die Großflüsse Deutschlands kennt die Familie, die die Kanutouren immer mit einem Urlaub oder Gruppenfahrten des VGF verbunden hat. Sogar in New York hat Zitelmann, eine Möglichkeit gefunden, Kilometer in sein Fahrtenbuch eintragen zu können. Auf dem See „The Lake“ im Central Park haben er und seine Frau ein Ruderboot gemietet und – natürlich GPS-gesteuert – einige Runden gedreht. „Wichtig ist, dass das Boot mit Muskelkraft bewegt wird. Ob es ein Ruderboot oder ein Kanu ist, spielt keine Rolle.“ In einem der umliegenden Hotels haben sie sich die zwei Kilometer dann mit einem Stempel bestätigen lassen.

Auch einen Segel- und Motorboot-Führerschein hat Zitelmann, der allerdings dem Kanu und seinem „Heimatfluss“ Weser treu geblieben ist. Seit 30000 Kilometern fährt er mit Yula, seinem zweiten Boot, das nach einer Familienkatze benannt wurde, über den Fluss, der 200 Kilometer barrierefrei passiert werden kann. Das 5,75 Meter lange Seekajak soll auch in Zukunft noch bewegt werden. Aber nicht mehr bei jedem Wetter. Für Zitelmann war das Kanufahren während der Rekordjagd ein Ganzjahressport, jetzt will er morgens dann doch mal zu Hause bleiben, „wenn es wie auch Kübeln gießt“.

Ein Ziel hat der Adelebser noch: „Ich bin noch nie an der Loreley entlang gefahren. Das hole ich jetzt nach.“ Und danach kann er abends in seinem Zelt liegen und in Ruhe eines der vielen Jerry-Cotton-Hefte lesen, die noch in Kisten verpackt bei ihm zu Hause stehen.

4485 Paddelkilometer in einem Jahr
Dieter Zitelmann hat 17 Jahre benötigt, um 40000 Kilometer für das Globus-Abzeichen zu paddeln. Dafür ist er seit 1997 1057-mal ins Boot gestiegen, elfmal ist er davon mehr als 100 Kilometer gepaddelt ohne zwischendurch auszusteigen. 215-mal hat er die Distanz von 50 Kilometern zurückgelegt. Durchschnittlich betrug die Strecke einer Tour 37,46 Kilometer. Um zum Start- und Zielort zu gelangen, ist das Familienauto 135000 Kilometer gefahren. Im besten Paddeljahr (2000) kam Zitelmann auf 126 Einsätze mit 4485 Kilometern. Der Adelebser nahm an 55 Gemeinschaftsfahrten teil. In folgenden Ländern ist Zitelmann unterwegs gewesen: Deutschland, Tschechien, Italien, Schweiz, Österreich, Bulgarien, Kanada, USA, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Kroatien und Polen. kal
Globusabzeichen: Nur einmal im Leben
Kanu-Wandersportler, die eine Leistung von 40000 Kilometern nachweisen können, erhalten das Globus-Abzeichen vom Deutschen Kanuverband (DKV). Es wird nur einmal im Leben verliehen. Urkunde, Anstecknadel und – je nach Bezirk – eine zusätzliche Auszeichnung erhält der Geehrte. Gewertet werden dabei alle Kilometer, die ab dem 7. Lebensjahr gepaddelt werden. Im Jahr 2014 haben elf Sportler die 40000er-Marke erreicht. Martin Volpers, Sportwart für Kanuwandersport im Landesverband Niedersachsen, kann den enormen Zuwachs im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren nicht erklären (2011 = 3; 2012 = 4; 2013 = 2). Es liege nicht an den guten Wetterbedingungen im Jahr 2014. „Bei 40000 Kilometern ist nicht nur ein Jahr entscheidend.“ kal
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