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Afghanische Surfer träumen vom WM-Start

Afghanischer Wellenreiter-Verband Afghanische Surfer träumen vom WM-Start

Die Idee, einen afghanischen Surf-Verband zu gründen, klingt angesichts der Lage des Landes ohne Zugang zum Meer fast so abwegig, wie eine Fußball-Weltmeisterschaft im Wüstenstaat Katar auszutragen. Was die FIFA kann, können wir schon lange, haben sich die in Berlin lebenden Göttinger Afridun Amu – seine Eltern kamen als politische Flüchtlinge aus Afghanistan, als er fünf Jahre alt war –, Kai Apeltauer und Jonas Brunnert gesagt.

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Der Göttinger Afridun Amu will zur Weltmeisterschaft nach Nicaragua.

Quelle: EF

Göttingen/Berlin. 2012 riefen sie gemeinsam mit afghanischen und deutschen Surf-Enthusiasten die Wave Riders Association of Afghanistan (WRAA) ins Leben, die sowohl von der afghanischen Regierung und dem Sportdachverband des Landes als auch vom Surf-Weltverband, der International Surfing Association (ISA), als offizielle Vertretung anerkannt worden ist.

Jetzt will die auf mehr als 30 Personen angewachsene Gruppe die erste afghanische Surf-Meisterschaft ausrichten. Geplant ist der Wettkampf vom 22. bis 25. Mai in der portugiesischen Küstenstadt Ericeira nahe Lissabon. Startberechtigt sind aus der Berliner WRAA-Gruppe acht Frauen  und zwölf Männer, deren Traum die Qualifikation für die einen Monat später in Nicaragua laufende Weltmeisterschaft ist.

Für die Besten der afghanischen Titelkämpfe sind sechs WM-Plätze reserviert, davon zwei für Frauen. Amu rechnet sich selbst gute Chancen aus, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

„In Afghanistan interessiert sich kaum jemand fürs Surfen“, gibt Amu offen zu. „Wir sind aber eine der größten Exil-Bevölkerungen der Welt. Acht Millionen Afghanen sind über die ganze Welt verstreut, und viele von ihnen leben in den USA, Australien und anderen Ländern mit einer lebendigen Surfer-Szene.

Unser Ziel ist es, eine Plattform für die weltweite afghanische Surf-Community zu schaffen, Leute in Afghanisten fürs Surfen zu begeistern und zu demonstrieren, dass Afghanistan mehr ist als ein vom Krieg zerrissenes Land, eines mit faszinierender, allmählich wieder aufblühender Sport- und Kulturszene“, sagt der 27 Jahre alte Jurist und Kulturwissenschaftler.

Mit Apeltauer, Sohn des ehemaligen Spielmachers der deutschen Basketball-Nationalmannschaft und des ASC 46, Erhard Apeltauer, und Brunnert, die sich im Organisationsteam der WRAA engagieren, verbindet Amu eine lange Freundschaft.

Alle drei spielten während ihrer Schulzeit in Nachwuchsteams der BG 74 Basketball und entdeckten vor zehn Jahren die Leidenschaft fürs Surfen. Nach dem Abitur am Felix-Klein- beziehungsweise Hainberg-Gymnasium klapperten Amu und Brunnert „auf einer kleinen Weltreise“ (Amu) Surfer-Paradiese auf allen Kontinenten ab.

„Richtig Blut geleckt habe ich, als ich ein Jahr in Australien studiert habe“, berichtet Amu. „In Marokko hat mir vor ein paar Jahren ein Surflehrer erzählt, dass er mitgeholfen habe, den türkischen und norwegischen Verband zu gründen, und da kam mir Idee, das Gleiche für Afghanistan zu tun.“

Als Amu seinen Göttinger Freunden, die inzwischen wie er in Berlin studierten – Apeltauer Betriebswirtschaft,Brunnert Kulturwissenschaft und Medienproduktion – seinen Plan unterbreitete, waren sie sofort Feuer und Flamme und halfen, das Projekt zu realisieren, obwohl sie selbst bei einer afghanischen Meisterschaft nicht starten dürfen.

Scheitern könnte die Organisation des nationalen Wettkampfs in Portugal und damit der WM-Traum allerdings an der Finanzierung. „Bislang haben wir etwas mehr als 5000 US-Dollar eingenommen. Es fehlen aber noch rund 2000 Dollar, um die Meisterschaft sicher ausrichten zu können. Alles über die dafür benötigten 7000 Dollar werden wir nutzen, um die ersten afghanischen Surfer zur WM zu schicken“, versichert Brunnert.

Wer die Ausrichtung der ersten afghanischen Titelkämpfe finanziell unterstütze, erhalte im Gegenzug zu günstigen Preisen Produkte wie original afghanische Drachen und Hüte oder T-Shirts und Surfboards mit dem WRAA-Logo.

Ausführliche Informationen finden Sie unter wraa-net.

Jüngster von 86 Verbänden
Die Wave Riders Association of Afghanistan (WRAA) ist das jüngste Mitglied des afghanischen Sportverbandes und der International Surfing Association (ISA). Dem 1964 gegründeten Surf-Weltverband gehören aktuell 86 nationale Verbände an. Seit dem Ende der Taliban-Herrschaft in Afghanistan, während der sportliche Betätigung strikt verboten war, gibt es verstärkt Bemühungen, den organisierten Sport wieder zu etablieren. Beliebteste Disziplinen sind Fußball, Cricket und Basketball. Eine Surfer-Szene gibt es bislang nicht.
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