Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Andreas Heise aus Göttingen ist Verbandspräsident

Moderner Fünfkampf Andreas Heise aus Göttingen ist Verbandspräsident

Andreas Heise ist vielseitig. Eine Eigenschaft, die ihn als Modernen Fünfkämpfer auszeichnet – und zum Mann für alle Fälle macht. Seit Mitte November steht der Göttinger als Vize-Präsident Sport gemeinsam mit Sebastian Dietz (Finanzen) kommissarisch an der Spitze des Deutschen Verbands für Modernen Fünfkampf (DVMF).

Voriger Artikel
SV Gerblingerode schafft Durchmarsch
Nächster Artikel
Kein Bier mehr nach dem Spiel?

Vielseitig: Andreas Heise

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Kurios: Deutschlands oberster Fünfkämpfer kommt aus einer Region, in der es keine Aktiven im Erwachsenenbereich gibt.

In Göttingen stagniert die Entwicklung der abwechslungsreichen Sportart nämlich. Der letzte größere Wettkampf wurde 1985 ausgetragen. Das will Heise ändern, seinen Sport attraktiver machen. Als Trainer beim Fechten – seiner Lieblingsdisziplin – legt er die Grundlage.

„Die Ausstattung beim ASC 46 ist super. Im Sommer laufe ich zudem mit den Fechtern.“ Weitere Trainingsmöglichkeiten können mit einer optimalen Koordination von Schule und Sport geschaffen werden, sagt er und formuliert ein weitere Aufgabe für sich.

Im September war Joachim Krupp als Verbandspräsident zurückgetreten. Auf einem außerordentlichen Verbandstag formulierten die Delegierten in Folge ein klares Votum: Heise, übernehmen Sie. Das Vertrauen in den 51-Jährigen ist begründet. Bereits von 2006 bis 2012 bekleidete er dieses Amt, zudem führt  er seit 2000 den niedersächsischen Verband an.

„Man muss den Sport lieben“, erklärt Heise seine Motivation, den rund 115 000 Mitglieder starken Verband zu führen. Anders lässt sich die Hingabe kaum erklären, mit der der Rechtsanwalt sich um seine Athleten kümmert. „Ursprünglich sollten es drei Wochenenden im Jahr und ein bisschen Arbeit am PC sein“, erinnert sich der zweifache Familienvater an den Beginn seiner Funktionärstätigkeit. „Daraus wurden bis zu 15 Wochenenden und 3000 Mails jährlich. Und seit Mitte November sind es schon wieder 300“, berichtet Heise.

Der gebürtige Ludwigsburger, der mit drei Jahren nach Göttingen kam, ist erster Ansprechpartner für Athleten und Landesverbände. Bei internationalen Titelkämpfen übernimmt er die Mannschaftsleitung, in diesem Sommer geht es zur Weltmeisterschaft nach Moskau. Zudem ist er zuständig für Lizenzverwaltung sowie Datenschutzprogramme und Kontaktmann für die Nationale Anti-Doping-Agentur.

Auf leistungssteigernde Mittel werde im Modernen Fünfkampf aber längst verzichtet, versichert Heise: „Das Thema ist vom Tisch, seit nicht mehr an jedem Tag eine Disziplin durchgeführt wird, sondern alle an einem. Wer für die Beruhigung beim Schießen nachhilft, ist zu langsam fürs Laufen. Wer Anabolika nimmt, bekommt Probleme beim Fechten.“

Hauptaufgabe des Sportfunktionärs, dessen Großvater Wilhelm Heise Vorsitzender des SSV Hellas Göttingen war, ist die Ausarbeitung eines Strukturplans zur Jugendförderung in Absprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und Bundesinnenministerium. „Momentan ist die Nachwuchsarbeit ausschließlich Ländersache. Das macht aber wenig Sinn“, sagt Heise.

Sein Ziel: Bis 2020 sollen A-Jugendliche von der Bundesspitze aus gefördert werden. Um den Sport in der Breite attraktiver zu gestalten, gelte es, vermehrt Zwei-, Drei- und Vierkämpfe anzubieten. In Planung ist außerdem ein Bundesstützpunkt in Süddeutschland – der vierte neben Berlin, Potsdam und Bonn.

Im Februar wählt der DVMF ein neues Präsidium. Heise hätte nichts gegen eine Fortsetzung seiner Tätigkeit. „Ich bin offen für eine weitere Olympiade“, sagt er und strahlt. Der Mann liebt seinen Sport eben.

Seit 1912 Olympisch

So modern wie der Name es vermuten lässt, ist der Moderne Fünfkampf gar nicht. Schon seit 1912 ist diese Form des Mehrkampfs olympisch. Ein Pentathlon wurde schon im antiken Olympia ausgetragen (Speerwurf, Diskuswurf, Sprung, Lauf und Ringen).

Die von Pierre de Coubertin, dem Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit, erfundene Form beinhaltet dagegen Degenfechten, Schwimmen, Springreiten und einen Querfeldeinlauf mit viermal fünf Schusseinlagen mit der Laserpistole.
Die Einzeldisziplinen sollen auf eine Anekdote aus dem russischen Zarenreich zurückgehen.

Demnach wurde das Pferd eines Meldereiters im feindlichen Gelände getötet. So verteidigt er sich zunächst mit dem Degen, bahnt sich den weiteren Weg mit der Pistole, muss durch einen Fluss schwimmen und legt die verbleibende Strecke bis zum Ziel querfeldein laufend zurück.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
07.12.2016 - 11:47 Uhr

Beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg hält man sich offensichtlich die Option auf einen weiteren Trainerwechsel noch in diesem Jahr offen.

mehr
Hardenberg Klassika Gartenmarkt