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Auf der Ju-Jutsu-Matte macht ihm keiner etwas vor: Heinrich Conrads

Nesselröder ist Träger des 8. Dan Auf der Ju-Jutsu-Matte macht ihm keiner etwas vor: Heinrich Conrads

Um im Hause Conrads als Schwiegersohn akzeptiert zu werden, muss man mindestens einen Gelb-Gurt im Ju-Jutsu haben. So jedenfalls erging es damals Georg Bringmann, als er mit Jutta, der Tochter von Heinrich Conrads, zarte Bande knüpfte.

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Träger des 8. Dan: Heinrich Conrads.

Quelle: EF

Nesselröden. „Ich hätte mich mit dem Gelb-Gurt zufrieden gegeben“, sagt der Vorsitzende des Ju-Jutsu-Clubs Nesselröden mit einem Augenzwinkern. Damit wollte sich aber sein heutiger Schwiegersohn nicht zufriedengeben, ist inzwischen Schwarz-Gurt-Träger, wie im übrigen seine Tochter und Enkel  Niko auch.

Ein Leben ohne die Selbstverteidigung, für Heinrich Conrads undenkbar. Als er 1960 als 20-Jähriger aus Unna berufsbedingt ins Eichsfeld kam, war der jetzt in Nesselröden Lebende Fußballer. „1964 bin ich mit dem Sport konfrontiert worden, als ich vom Bundesgrenzschutz aus damals Selbstverteidigungskurse in Lübeck besucht habe“. erzählt der gelernte Bergmann, der durch die Schließung vieler Zechen im Ruhrgebiet um seine Existenz fürchtete und sich anderweitig umsah.

Er bereute seinen Wechsel ins Eichsfeld nicht, fasste beruflich schnell Fuß und fand seine sportliche Erfüllung. „Es gab einen Tag der offenen Tür beim Bundesgrenzschutz. Und da habe ich meinen Vorgesetzten gefragt, ob ich nicht die Sportart Ju-Jutsu vorstellen könnte.“ Konnte er, und die Resonanz war sehr groß. „Ich bin dabei geblieben, man hat mir die Chance gegeben, eine einsatzbezogene Selbstverteidigung anzubieten“, berichtet Conrads, der sich von diesem Zeitpunkt an kontinuierlich weiterbildete.

Sein eigenes Fortkommen reichte ihm aber nicht, sondern er wollte unbedingt das Eichsfeld mit seiner Euphorie „anstecken“. „Ich habe die Ju-Jutsu-Vereine in Nesselröden und Duderstadt gegründet, den Judo-Club Duderstadt und den Karate-Club Duderstadt. Und auch in Gieboldehausen, Holzerode und Seulingen war ich tätig“, erzählt Conrads, der am Donnerstag seinen 75. Geburtstag feiert, inzwischen seit 20 Jahren Präsident des Niedersächsischen Ju-Jutsu-Verbandes ist. Langeweile kommt bei ihm nicht auf. „Ich bin praktisch jeden Tag in Sachen Sport unterwegs.“ Eine Ausnahme macht er allerdings jeden Sonntag, dann ist Familientag bei den Conrads. Seine Ehefrau Hilde, die er im Eichsfeld kennengelernt hat, toleriert seit fast 50 gemeinsamen Jahren (im nächsten Jahr feiert das Paar Goldene Hochzeit) die Leidenschaft ihres Mannes. Doch den siebten Tag der Woche beansprucht sie für sich. „Da machen wir meistens einen Ausflug“, berichtet er.

Ansonsten ginge Conrads, der aufgrund seiner Verbands- und Vereinstätigkeit täglich zwei bis drei Stunden am Computer sitzt, wahrscheinlich zum TSV Nesselröden, um sich die Spiele seines Vereins anzugucken. 20 Jahre hat er dort Fußball gespielt,als Mittelstürmer fast 400 Spiele absolviert und 300 Tore geschossen.

Inzwischen gilt sein Hauptaugenmerk der Nachwuchsförderung beim Ju-Jutsu. 60 bis 80 Kinder trainiert der Nesselröder, wird dabei unterstützt von Norbert Jegerczyk und seiner Tochter Jutta Bringmann. „Uns ist der Breitensport-Gedanke sehr wichtig“, hebt der Träger des 8. Dans ausdrücklich hervor.  

Daran wird sich unter seiner Führung auch nichts ändern. „Die Kinder, die zu uns kommen, sollen sich austoben, spielerisch gewisse Techniken lernen“, vertritt das Geburtstagskind die Ansicht. Offensichtlich kommt sein gemeinsam mit seinen Mitstreitern umgesetztes Konzept an, denn Werbung für den Verein und die Sportart betreibt er nicht. Aber wahrscheinlich ist der Name Heinrich Conrads Werbung genug.

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