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BG-Coach mit Saisonstart unzufrieden

Basketball-Bundesliga BG-Coach mit Saisonstart unzufrieden

Drei Siege und vier Niederlagen – das ist die Bilanz von Basketball-Bundesligist BG Göttingen nach sieben Spieltagen. Nach der deutlichen 73:95-Niederlage am Sonnabend in Ulm mehren sich nun die Stimmen, die von einem Fehlstart sprechen. Sogar Rufe nach neuem Personal sind zu vernehmen. Da stellt sich die Frage: Wie ernst oder gar dramatisch ist die Lage der BG eigentlich?

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Unzufrieden, aber optimistisch: BG-Headcoach John Patrick bemängelt zu viele leichte Fehler seiner Akteure und Konzentrationsprobleme.

Quelle: Pförtner

Ein Blick auf die zurückliegenden Partien zeigt deutlich, dass es der Mannschaft bisher nicht gelungen ist, mindestens eine solide Leistung abrufen zu können. BG-Headcoach John Patrick bemüht dann gern die Metapher der zwei Gesichter, die sein Team gezeigt habe. Erstaunlich ist es allerdings, dass mit Ratiopharm Ulm, BBC Bayreuth Telekom Baskets Bonn und EnBW Ludwigsburg gleich vier Teams ihren ersten Saisonsieg ausgerechnet gegen die BG Göttingen gefeiert haben.

Patricks System hat nur Erfolg, wie der Headcoach immer wieder gebetsmühlenartig predigt, wenn sich alle Akteure an die Team-Regeln halten und sich hundertprozentig auf ihre Aufgabe konzentrieren. Diese Fokussierung auf das Wesentliche scheint den derzeit handelnden Akteuren jedoch nur zeitweise zu gelingen. „Es macht mich verrückt, denn ich weiß, dass dieses Team richtig gut sein kann. Es sind immer wieder Konzentrationsprobleme, die uns schwächen. Einige Spieler vergessen einfach unsere Team-Regeln“, klagt Patrick.

In den vergangenen Partien ist es der BG dennoch meistens gelungen, sich mehr Würfe als der Gegner zu erarbeiten. Das Leistungspotenzial weist aber dennoch bei Rebounds, eigenen Ballverlusten sowie Ballgewinnen reichlich Raum zur Verbesserung auf. Die Ganzfeld-Verteidigung erzeugt noch nicht den erhofften Druck, Ballgewinne und daraus resultierende einfache Punkte nach Fastbreaks sind noch selten. Fallen – sogenannte „Traps“ – stellt die BG dem Gegner noch nicht oft.

Dass das Team dennoch Triumphe über Top-Teams feiern kann, hat es gegen Oldenburg gezeigt. Auch die Leistung in Bonn war nicht schlecht, da verhinderte ein Blackout die Chance auf den ersten Sieg im Telekom-Dome. Gegen Bayreuth scheiterte die BG aufgrund einer katastrophalen Distanzwurf-Quote. Gegen Trier und Düsseldorf gab es glanzlose Siege. Enttäuschend waren die Auftritte in Ulm und besonders zu Hause gegen Ludwigsburg.

Doch war das im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt wirklich alles besser? Agierten die Veilchen so früh in der Saison schon im Stile eines Euro-Champions? Nein, die BG hatte nur einen Sieg mehr auf dem Konto und auswärts erhebliche Probleme. Nach drei Niederlagen in Serie gelang der erste Auswärtssieg erst Ende November. Fast zum gleichen Zeitpunkt wie in dieser Spielzeit hatte die BG in Ulm sogar eine derbe 88:101-Klatsche hinnehmen müssen.

Und wie war die Leistung der Akteure einzuschätzen? Ein gewisser Dwayne Anderson, der später den Spitznamen Eurofighter verliehen bekam, stieß spät zum Team und wurde schnell von zahlreichen Fans und Zuschauern aufgrund seines sonderbaren Wurfes und der sehr schleppend verlaufenen Integration als Fehleinkauf verschrien. Taylor Rochestie, später MVP des Final-Four, hatte zu Beginn erhebliche Probleme, sich mit Patricks System anzufreunden. Besonders die Art der Defense und die Rolle als von der Bank kommender Spieler bereiteten dem coolen Kalifornier nicht nur Freude. „Es war schwierig für mich, mich an das Spielsystem zu gewöhnen. In der Defense musste ich mich komplett umstellen“, sagte Rochestie Ende Oktober 2009. Und auch die exzellenten Defensiv-Qualitäten von Chester Frazier offenbarten sich sicherlich nicht allen Fans und Zuschauern von Beginn an.

Getragen wurde das Spiel der Veilchen vor einem Jahr von den gestandenenen BG-Akteuren wie Ben Jacobson, Chris Oliver und Jason Boone. Die Integration der Zugänge war in etwa Mitte November erfolgt. Hier liegt wahrscheinlich die größte Misere der BG. Bei den weiterverpflichteten Leistungsträgern läuft es derzeit nicht sonderlich gut: Jason Boone ist auf der Suche nach seiner Form, Dwayne Anderson ist angeschlagen, wirkt nicht immer fokussiert und macht bisweilen von ihm nicht gekannte Fehler. BG-Kapitän John Little spielt eine gute Verteidigung, ist aber nicht der Leader, der das Team mit seiner Offensiv-Power beflügeln kann. „Es ist alles eine Frage der Konzentration. Wir müssen an den Grundlagen arbeiten. Deswegen lautet unser Motto für die kommenden Trainingseinheiten back to basics“, betont Patrick.

Der Coach macht aber auch unmissverständlich klar, dass in dieser besonderen Situation seinen weiterverpflichteten Spielern eine besondere Rolle zukommt. „Sie sind es, die das Team mit ihren Charakter und ihrer Einstellung führen. Es wird sich zeigen, ob sie damit zufrieden sind, drei Spiele gewonnen zu haben. Ich bin es nicht.“

Einen Schub Extra-Motovation könnte der Eurocup-Wettbewerb darstellen. Da wird der Wechsel von NBA-Superstar Allen Iverson zu BG-Gegner Besiktas Istanbul immer konkreter. „Yahoo!Sports“ meldet, dass Iverson ein Zwei-Jahres-Vertrag vorliege, den er in dieser Woche unterschreiben will, um am 31. Oktober bei den Türken anzutreten. Wo das Heimduell am 23. November gegen Besiktas stattfindet, werde sich diese Woche entscheiden. Da die Lokhalle belegt ist, muss die BG ausweichen. Wahrscheinlichster Austragungsort ist die Volkswagenhalle in Braunschweig, wo die Veilchen auch am 20. November in der BBL antreten.

Von Mark Bambey

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Der Europapokal-Triumph hat bei Zuschauern und Fans Erwartungen geweckt, die das neu zusammengestellte Veilchen-Team sicherlich unter Druck setzen.

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