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Basketball-Bundesligachef Pommer: „Wir müssen uns weiter kasteien“

Interview Basketball-Bundesligachef Pommer: „Wir müssen uns weiter kasteien“

Vor dem Start in die Rückrunde der Basketball-Bundesliga hat sich das Tageblatt mit Liga-Geschäftsführer Jan Pommer unterhalten. Der ehrgeizige Visionär spricht über seine Ziele, notwendige Reformen und die Zukunft von kleinen Standorten.

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Will 2020 Chef der stärksten Liga Europas sein: Jan Pommer.

Quelle: Vetter

Ihr Ziel ist es, dass die Beko BBL 2020 die stärkste Liga Europas ist. An welcher Position sehen Sie Deutschland derzeit?
Wir befinden uns noch hinter der spanischen, französischen, italienischen und türkischen Liga. Allerdings sind wir auf einem guten Weg, die Türken und Italiener zu überholen. Eine extra entwickelte Scorecard, die Faktoren wie sportlichen Erfolg, Wirtschaftlichkeit und Hallenauslastung berücksichtigt, hilft uns beim Vergleich.

Welche Schritte müssen folgen, damit das Ziel realistisch bleibt?
Zunächst einmal müssen wir uns weiter kasteien. Und wir erachten es weiterhin als notwendig, dass die Budgets wachsen, die Nachwuchsförderung intensiviert wird und die Zuschauerzahlen steigen. Um einen qualitativ hochwertigen Wettbewerb zu garantieren, müssen zudem gewisse Standards und Regeln eingehalten werden. Der erheblichste Nachholbedarf liegt aktuell allerdings im sportlichen Erfolg. Unsere Maxime sollte es sein, dass unsere Spitzenklubs das Potenzial besitzen, ab einem gewissen Zeitpunkt regelmäßig das Final Four der Euroleague erreichen zu können.

Ist es da nicht von Nachteil, dass 18 anstatt nur 16 Teams in der Liga spielen? Schließlich steigt die Belastung dadurch deutlich an.
Sicherlich, 18 Teams sind die absolute Grenze. Eine Reduzierung der Ligagröße wird von der großen Mehrheit der Bundesligisten aber nicht gewünscht. Sie verweisen unter anderem auf zusätzliche Einnahmen durch zwei weitere Heimspiele. Insofern bleibt es bei 18 Mannschaften.

Bleibt die 6+6-Regel, die vorsieht, dass mindestens sechs deutsche Akteure im Kader stehen müssen, bis 2020 bestehen?
Ja, diesbezüglich wird nichts verändert.

Sie sprachen davon, dass alle Mannschaften ihre Budgets langfristig erhöhen müssen. Ist das bei kleineren Standorten wie beispielsweise Göttingen mit Mini-Etats von rund zwei Millionen Euro überhaupt realistisch?
Offenbar schon. Unser Businessplan basiert auf einer anonymisierten Umfrage, die wir bei den Bundesligisten durchgeführt haben. Darin sollten die Klubs realistisch angeben, wo sie sich in fünf Jahren sehen. Dabei ist herausgekommen, dass alle Vereine davon ausgehen, in fünf Jahren über 3 Millionen Euro Budget zu verfügen.

Lässt sich dennoch prognostizieren, dass die Zukunft in der Bundesliga überwiegend Klubs aus Großstädten gehört, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Überlegenheit Mannschaften aus kleineren Standorten verdrängen? Der ambitionierte Zweitligist Hamburg Towers ist ein Beispiel.
Es liegt ja auf der Hand, dass Vereine wie beispielsweise die Hamburg Towers per se für eine größere Aufmerksamkeit sorgen könnten als ein Klub aus einem sehr kleinen Ort. Dies gilt in einer Millionen-Metropole insbesondere für die mediale Öffentlichkeit und die Anzahl potenzieller Sponsoren. Andererseits existieren auch tolle Gegenbeispiele wie Rasta Vechta. Wie cool ist dieser Verein, wie viel Spaß hat es gemacht, zu beobachten, dass hunderte Fans zu den Auswärtsspielen fahren?

Der Weltverband FIBA hat beschlossen, dass die bislang nur im Sommer ausgetragenen Pflicht-Länderspiele ab 2017 in rund zweiwöchigen Zeiträumen im November, Februar, Juni und September stattfinden sollen. Wie lässt sich das mit dem Ligabetrieb vereinbaren?
Die FIBA hat den Hammer locker fallen lassen und trifft uns damit schmerzhaft auf dem Kopf. Wir sind als Liga nicht bereit, diese Entscheidung so hinzunehmen. Wie wir weiter verfahren, werden wir ausführlich mit den Klubs bei der nächsten Ligasitzung im April besprechen.

 Interview: Rupert ­Fabig

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