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Auf dem Weg zum optimalen Laufstil

Bewegungsanalysen Auf dem Weg zum optimalen Laufstil

Sind moderne Laufschuhe, Nahrungsergänzungsmittel oder Höhentrainingslager längst überholt? Heute helfen offenbar schon ein paar schwarze Klebepunkte dabei, schnell und schmerzfrei zu laufen: Sie werden bei einer Laufanalyse auf die Waden geklebt, ehe der Laufschritt per Videokamera eingefangen wird.

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Bewegungsanalyse im Sanitätshaus O.R.T.: „Wir finden heraus, wie der Laufstil aussieht.“

Quelle: Peter Heller

Göttingen. „Wir finden dadurch heraus, wie der Laufstil aussieht. Für die Veränderung oder konkrete Trainingspläne sind allerdings andere verantwortlich: Physiotherapeuten und Trainer etwa“, erklärt Sportwissenschaftlerin Dr. Rita Spiller vom MOVE-100-Team im Sanitätshaus O.R.T.

Die Bewertung von Laufstilen gelingt mit Hilfe eines Laufbandes, einer Videoaufzeichnung aus verschiedenen Blickwinkeln, einem Anwenderprogramm auf dem Computer - und eben dank der schwarzen Punkte. Sie sorgen dafür, dass sich am Bildschirm die Gelenkwinkel präzise bestimmen lassen. Vor allem jene in Knie und Hüfte werden anschließend mit Normwerten verglichen, die in Studien ermittelt worden sind.

„Wenn der Fuß beim Laufen etwas schräg auf dem Boden aufsetzt, hat das Auswirkungen auf den gesamten Körper“, weiß Spiller - und ihr Kollege Kai Strecker, der Orthopädie-Schuhtechniker-Meister ist, präzisiert: „Die Gelenke gleichen in der Folge die Fehlstellung aus - und das kann zu Schmerz und langfristig zu Arthrose führen.“

Um Fehlstellungen im Fuß auszugleichen, können Einlagen hilfreich sein. Etwa 70 Prozent der Personen, die eine Laufanalyse absolvieren, werde der Einsatz von Einlagen empfohlen. „Einlagen sind allerdings kein Allheilmittel, sondern nur ein Hilfsmittel“, betont Strecker. Daher würden sie auch stets nur in Kombination mit dem zweiten wichtigen Baustein auf dem Weg zu einem gesünderen Laufstil angeraten: Muskeltraining, also Kräftigung und Dehnung. Dies sei nötig, um beispielsweise muskuläre Dysbalancen auszugleichen, so Strecker.

Eine Art „Trainingsmittel“ seien laut Spiller auch die so genannten „sensomotorischen Einlagen“, die seit etwa acht Jahren auf dem Markt sind. Ob Fußballer oder Hockeyspieler, ob Hobby- oder Marathonläufer: Eine Laufanalyse sei für praktisch jeden Sportler sinnvoll, glaubt Spiller. „Ein Schwimmer mit Schulterproblemen mal ausgenommen“, ergänzt die Sportwissenschaftlerin.

Spezialschuhe und Einlagen gibt es auch beim Discounter

„Anatomische Einlagen“ oder „orthopädische Schuhe“ werden auch beim Discounter angepriesen. Was ist von ihnen zu halten? „Der Muskulatur wird Arbeit abgenommen. Das ist für manche Menschen vielleicht sinnvoll, für den Großteil aber nicht“, sagt Strecker. Schuhe mit einer halbrunden Sohle etwa, die die Abrollbewegung des Fußes fördern soll, könnten laut Strecker dazu führen, dass Menschen im Hinblick auf die präzise Bewegungsausführung beim Gehen „faul werden“. Besonders kritisch sieht Strecker die Wortwahl „anatomisch“, weil es sich bei den Produkten stets um Einheitsgrößen und -formen handele. Bei „Gesundheitsschuhen“ ist offensichtlich eine altbekannte Regel zu beachten, die auch gelegentliche Fitness-Studio-Gänger zu ihrem Leidwesen nur allzu gut kennen dürften: Wenn Muskeln nicht trainiert und gefordert werden, wenn sie nicht benötigt werden, dann bilden sie sich zurück.th

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