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Blindenfußball-WM: Niederlage der Deutschen im Viertelfinale

Lehrstunde: 0:4 gegen Brasilien Blindenfußball-WM: Niederlage der Deutschen im Viertelfinale

Der Göttinger Rolf Husmann ist bei der Blindenfußball-WM in Tokio Teammanager sowie Trainer der deutschen Nationalmannschaft und berichtet exklusiv für das Tageblatt. In der fünften Folge schreibt er von der 0:4 (0:4)-Viertelfinal-Begegnung gegen den Turnierfavoriten Brasilien. Sie erhoffte große Sensation haben die Deutschen nicht geschafft. Heute spielen sie in der Platzierungsrunde.

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Freistoß für Brasilien: Der zweifach Torschütze Jeferson ist bereit, aber hier steht die deutsche Mauer.

Quelle: EF

Tokio. Der große Traum ist ausgeträumt. Deutschland ist im WM-Viertelfinale gegen Brasilien mit einem deutlichen 0:4 auf dem Weg ins Halbfinale gestoppt worden.

Aber das ist nicht das Ende der Weltmeisterschaft für meine Mannschaft. Im Gegenteil: Nun spielen wir um die Plätze fünf bis acht, und heute geht es um den Einzug in das Spiel um Platz fünf. Auch das wäre ein sensationell gutes Resultat, deswegen fokussieren wir uns auf das Spiel gegen Gastgeber Japan (Anpfiff um 9.30 Uhr deutscher Zeit).

Wie aber kam es zur derben Niederlage? Die Brasilianer haben die beiden wohl weltbesten Stürmer in ihren Reihen, blinde Ballzauberer: Ricardo Alves und Jeferson Goncalves. Beide sind Superspieler und Vollprofis. Mit ihren Dribbelkünsten und ihrer enormen Schusskraft können alle unsere Spieler, die ja reine Amateure mit Jobs und Studienplätzen sind, nicht mithalten.

Jedenfalls nicht, wenn diese beiden Stars einen guten Tag erwischen. Und dummerweise war genau das gestern der Fall: Schon nach fünf Minuten knallte Alves, bekannt als „Ricardinho“, den Ball nach einem atemberaubenden Solo in unser Tor, unhaltbar für Milan in unserem Kasten.

Im Fünf-Minuten-Takt folgten dann auch die Treffer Nummer zwei und drei durch Jeferson, ebenfalls knallharte Schüsse aus etwa sechs Metern, jeweils nach sehenswerten Dribblings. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff düpierte Ricardinho erneut unsere komplette Abwehr und schoss ein zum 4:0.

In der Kabine waren wir uns alle einig: Das war eine echte Lehrstunde für uns. Aber wir wollten uns trotzdem nicht unterkriegen lassen, sondern weiterspielen, weiterkämpfen und keine weiteren Tore zulassen. Und das gelang uns auch. Trotz des hohen Rückstands hörte meine deutsche Mannschaft nicht auf, um jeden Ball zu kämpfen und immer wieder auch Angriffsversuche zu starten.

Diese Spielweise ermöglichte ein auch für die Zuschauer attraktives Spiel, denn es gab noch etliche Chancen auf beiden Seiten, durch Alleingänge oder durch drei Achtmeter-Strafstöße gegen Ende des Spiels. Zwei davon erhielten wir zugesprochen, doch leider gelang Mulgheta Russom, unserem Spezialisten, kein Tor.

Das deutsche Spiel fand große Anerkennung, von Seiten der Brasilianer ebenso wie durch die Zuschauer. Welch besseres Kompliment könnte ich meiner Mannschaft weitergeben als den Satz meines brasilianischen Kollegen Mario Sergio, der mir nach dem Spiel versicherte, die deutsche Mannschaft sei eine Bereicherung der Weltmeisterschaft.

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