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Christoph Tetzner

So leben Basketball-Profis Christoph Tetzner

Ein paar kleine Schlaffältchen zieren das Gesicht von Tetze, als er pünktlich um 9.30 Uhr zusammen mit seiner Freundin Silke zum gemeinsamen Frühstück erscheint.

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Gute Kumpel: Tetze und Wohnungsnachbar Robert Kulawick beim Training.

Quelle: Pförtner

„Ich versuche eigentlich schon, meinen Tag so zu beginnen, dass die Stunde noch aus einer Ziffer besteht, aber das fällt mir bei den späten Trainingszeiten hier in Göttingen immer schwerer. Bei allen anderen Klubs, für die ich bisher spielte, war meist morgens um 9.30 Uhr oder 10 Uhr das erste Training angesetzt“, sagt Christoph Tetzner, der seinen Namen nicht wirklich mag und deswegen unbedingt Tetze genannt werden will, lächelnd. „In Bayreuth hat mich sogar der Oberbürgermeister Tetze genannt, und ich glaube, er hat mich dabei sogar gesiezt“, verrät Tetze nun wach schmunzelnd, als er bereits an seinem zweiten Jumbo-Latte-Macchiato saugt.

Christoph Tetzner

Ein paar kleine Schlaffältchen zieren das Gesicht von Tetze, als er pünktlich um 9.30 Uhr zusammen mit seiner Freundin Silke zum gemeinsamen Frühstück erscheint.

Im „Meyer’s“ sei er unter der Woche selten zu sehen, aber am Wochenende liebe er es, hier ausführlich zu frühstücken. „Wochentags begnüge ich mich mit Chocos. Müsli ist super, denn es geht alles schneller. Morgens hab ich keine Lust auf nerviges Brot schneiden oder Brötchen schmieren.“

Vor dem ersten Training des Tages um 13 Uhr versucht Tetze meistens noch etwas für die Uni zu erledigen. „Ich will noch meine Bachelorarbeit schreiben, denn ich habe in Bayreuth Sport-Ökonomie studiert. Wenn diese Saison beendet ist, dann beginne ich mit dem Schreiben.“ Da er mit dem Basketball „keine Reichtümer anhäufen konnte“, ist ihm die Ausbildung stets wichtig gewesen. „Ich würde später schon gerne als Klub-Manager arbeiten, könnte mir aber auch vorstellen, Trainer zu werden. Ich lass das auf mich zukommen, vielleicht gehe ich auch in die freie Wirtschaft, denn Ökonomen Bayreuther Prägung sind sehr angesehen. Ich möchte aber so lange wie möglich Basketball spielen.“

Einen festen Platz ganz nah an seinem Körper und jederzeit in Reichweite hat Tetzes Telefon – natürlich ein Smart-Phone. Tetze ist eigentlich immer online, es wird über Facebook gepostet, gemailt, gesimst und liebend gern fotografiert – die volle Dröhnung eben. Ach ja, und natürlich auch telefoniert. „Mir ist der Kontakt zu Freunden sehr wichtig. Hier in Göttingen habe ich bisher nicht viele Kontakte geschlossen. Meine Freunde und Bekannten leben halt weit verstreut, deswegen sind im Monat 1900 Gesprächsminuten in der Rechnung keine Seltenheit.“

Zum festen Ritual ist für Tetze das Mittagessen mit Teamkollegen in der Mensa geworden. „Louis Dale, Jason Boone, Trent Meacham sind eigentlich immer dabei“, so Tetze. Nach dem 13-Uhr-Training, zu dem er oft gemeinsam mit Teamkollege Robert Kulawick mit dem Fahrrad radelt, verbringt Tetze den Nachmittag meistens zu Hause. „Bei mir läuft eigentlich nie das Radio oder ein Fernsehprogramm. Dafür schaue ich liebend gern Filme. Irgendeiner läuft immer“, sagt Tetze, dessen Sammlung „mindestens 600 Titel“ umfasst. „Ich liebe Filme von Russell Crowe. Mein absoluter Favorite ist A Beautiful Mind. Ich mag gerne besondere Filme, vor allem Dramen.“
Auf ausreichend Power achtet Tetze bei seiner zweiten Leidenschaft: Sportwagen. Klein, kompakt und mit einem großen Motor versehen, das mag der gebürtige Greifswalder. „In Bayreuth hatte ich im Spieltagsheft die Rubrik Tetze testet. Da hab ich schon recht nette Autos testen können. Ich bin mal nen Porsche Turbo mit 420 PS gefahren, der absolute Wahnsinn, da kriegst du wirklich feuchte Hände.“ Als Lieblingshersteller nennt er Audi, als absoluten Traum eine Testfahrt mit einem Bugatti Veron Supersport. „Leider zerplatzt dieser Traum schon immer sehr früh, wenn ich gerade anfange, ihn zu träumen. Es ist wohl leider ziemlich unwahrscheinlich, dass ich jemanden kennen lerne, der dieses 1200-PS-Monster sein eigenen nennt und dann auch noch den Arsch in der Hose hat, ihn mir für eine Testfahrt auszuleihen.“ Deswegen bleibe ihm derzeit leider nichts anderes übrig, als sich diese Erlebnisse sozusagen aus zweiter Hand aus diversen Auto-Zeitungen zu erlesen oder auf seiner Playstation nachzuspielen.

So vergehe die Zeit bis zum zweiten Training abends um 21 Uhr meist wie im Flug. Nach sechs Jahren beim BBC Bayreuth in der 2. Liga, wo Tetze Kult-Staus erreicht hat und seine Trikot-Nummer 13 vorerst nicht mehr vergeben wird, sei die Umstellung auf Erstliga-Basketball und Eurocup immens. „Der Trainingsaufwand ist gewaltig, so muss sich das wohl auch in der NBA sein“, sagt Tetze und betont die etwa 50 Pflichtspiele der BG. Die sechs Jahre in Franken haben den energiegeladenen Athleten geprägt. „Bayreuth ist definitiv meine Homebase geworden“, betont Tetze. Auch, weil Freundin Silke, mit der er seite dem 1. Januar zusammen ist, in Bayreuth studiert.

Dass seine Rolle im Team großen Schwankungen unterliegt, hat er hingenommen. „Es ist aber sehr schwer, seinen Rhythmus zu finden, wenn die Einsatzzeiten so unterschiedlich sind. Mal spiel ich 15 Minuten, dann wieder überhaupt nicht. Das kenne ich von anderen Trainern nicht, aber damit komme ich klar.“ Den Tag beendet der in Berlin aufgewachsene bald 30-Jährige natürlich mit einem Film. Dass es dann meist deutlich nach 24 Uhr ins Bett geht, kann Tetze verkraften: „Es bleibt ja genug Zeit zum Ausschlafen hier in Göttingen.“

  Christoph Tetzner
  Der 2,01 m große Forward kam vor der Spielzeit 2010/11 von Bundesliga-Aufsteiger BBC Bayreuth nach Göttingen. Bei den Franken erlangte Tetze in sechs Jahren Kult-Status, seine Trikotnummer 13 wird derzeit nicht mehr vergeben. Seine Karriere brachte der gebürtige Greifswalder in der Bundeshauptstadt bei TuS Lichterfelde auf den Weg. Tetze, der am 26. April seinen 30. Geburtstag feiert, hat in Berlin (TuS Lichterfelde und Tip In Berlin) mit 14 Jahren mit dem Basketballspielen angefangen. Mit TuSLi war er oft in Göttingen zu Gast. Jetzt ist Bayreuth, wo er auch Sport-Ökonomie studiert hat, seine Homebase. bam
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Zwei BG-Athleten haben vor dem großen Duell einen Einblick in ihr Privatleben ermöglicht. Dwayne Anderson und Christoph Tetzner ließen sich einen Tag lang begleiten und berichten ausführlich über ihr Leben als Basketball-Profi der BG Göttingen.

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