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Crosslauf: Mädchen sind beim Eichsfelder Nachwuchs in der Überzahl

„Die Jungs haben da Schiss“ Crosslauf: Mädchen sind beim Eichsfelder Nachwuchs in der Überzahl

Reinhard Willeke muss sich ganz schön sputen. Gut, dass der Trainer des Junior-Sport-Club (JSC) der LG Eichsfeld und Leichtathletik-Spartenleiter des TV Germania Gieboldehausen so flink auf den Füßen ist. Und so schafft es Willeke auch noch rechtzeitig, den Mattenwagen zur Seite zu schieben, bevor seine JSC-Gruppe in der Sporthalle der Gieboldehäuser KGS im Sprint angerauscht kommt.

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Koordination, Kraft und Beweglichkeit: mit spielerischen Übungen werden leichtathletische Techniken trainiert.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Wie flink vor allem die sechs jungen Crossläufer der Gruppe unterwegs sind, bewiesen sie jüngst bei den Nachwuchs-Bezirksmeisterschaften in Königslutter.  Jael Schild, Lara Ripping, Milly Ehrhardt, Tabea Sommer und Leonie Normann holten sich in der Altersklasse U 10 den Mannschaftstitel, Linus Wüstefeld trotz zweier Stürze die Bronzemedaille auf der 1380 Meter langen schlammigen Strecke. Dass Linus der einzige Junge im Team ist, stört ihn nicht, erklärt der Zehnjährige grinsend.  Ist er denn nett? Die Mädchen kichern und nicken. Willeke verwundert nicht, dass seine jungen Läuferinnen in der Überzahl sind. „Die Jungs haben da Schiss“, erklärt er voller Überzeugung. „Und wenn kein Ball mit im Spiel ist, dann haben sie schnell keine Lust mehr.“

Angst, sich dreckig zu machen, darf man beim Crosslauf nicht haben. „Bis hierhin war ich voller Schlamm“, sagt Linus und deutet mit seiner Hand auf seine Hüfte. Jael Schild, die die schnellste Eichsfelderin in Königslutter war, kann das noch toppen. „Und ich bis hierhin“, sagt sie und zeigt auf ihr Kinn. Nicht nur die Kondition der Kinder wird im Gelände einer Belastungsprobe unterzogen, auch Schuhe, Hose und Lauf-Shirt müssen einiges aushalten – und bekommen jede Menge Schlamm ab. Nicht schlimm, findet Milly Ehrhardt, die in der Einzelwertung bei den Bezirksmeisterschaften auf den vierten Platz gestürmt war: „Mama stört das nicht, wir haben doch eine Waschmaschine.“ Am liebsten wäre der Gruppe eine noch längere Distanz über Stock und Stein gewesen: „Wir hätten noch weiter laufen können“, beteuert die Mädchengruppe mit ernsten Mienen.

Die montägliche 90-minütige Trainingszeit nutzen nicht nur die Crossläufer, sondern auch im Schnitt rund 20 andere sechs- bis zwölfjährige Kinder, um unter Reinhard Willekes Leitung Ausdauer, Koordination, Kraft und Beweglichkeit zu schulen. „Bei vielen hapert es an der Mobilität“, weiß der erfahrene Übungsleiter, der den Nachwuchs durch spielerische Übungen an die leichtathletikspezifischen Techniken heranführt. Auch selbst ist der 60-Jährige noch aktiv, schaffte es im im vergangenen Jahr sogar in die niedersächsische Landesbestenliste über 100 Meter. „Mehr“, sagt Willeke augenzwinkernd, „schaffe ich aber auch nicht mehr.“

Von Christian Roeben

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