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Crowder nimmt BG Göttingen-Spielerinnen in Schutz

2. Damenbasketball-Bundesliga Crowder nimmt BG Göttingen-Spielerinnen in Schutz

Den Aufstieg in die Damenbasketball-Bundesliga haben die Veilchen-Ladies der BG 74 nur knapp verpasst. Dennoch gab es nach der Saison den großen Knall. Der Vertrag von Trainer Ondrej Sykora wurde nicht verlängert. Die Spielerinnen waren mit der Vielzahl an Trainingseinheiten nicht einverstanden, die Belastung erschien ihnen zu hoch. Ist der Traum von der 1. Liga ausgeträumt? Richard Crowder, Geschäftsführer der Veilchen-Ladies, klärt auf.

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Vorbildlicher Einsatz: Veilchen-Ladies-Führungsspielerin Johanna Hirmke (l.) im Playoff-Finale gegen Osnabrücks Melina Knopp.

Quelle: Pförtner

Sind die sportlichen Bedingungen bei den Veilchen-Ladies professionell genug, um einen Aufstieg in die 1. Bundesliga anzustreben?
Natürlich wollen wir den maximalen möglichen sportlichen Erfolg erreichen. Nach aktuellen Gesichtspunkten wäre dies der Aufstieg. Man darf dabei nicht übersehen, dass wir und sehr viele anderen Teams uns im Damenbasketball Etat-bedingt auf semi-professionellem Niveau bewegen. Diese Aussage betrifft sowohl das Umfeld der Mannschaft als auch das Team selbst. Das fängt bei mir und meinen vielen Unterstützern an. Wir alle arbeiten in Vollzeit und versuchen nebenberuflich, optimale Rahmenbedingungen für den Damenbasketball in Göttingen zu schaffen. Damit sind alle Themen von Sponsorenakquise bis zur Spieltagsorganisation gemeint. So ein Spiel wie das letzte Playoff-Heimspiel vor voller Halle mit Tribünenaufbau, Catering usw. bedeutet sehr viel Aufwand für alle Beteiligten. Nun zur sportlichen Seite: Sollte der Aufstieg gelingen, dann wird ein höheres Budget erforderlich sein. Nicht, weil dann unzählige Profi-Spielerinnen anheuern, sondern weil wir bessere Bedingungen für unsere vorhandenen Spielerinnen benötigen. Wir setzen auf Kontinuität in der Mannschaft. Wenn längere Auswärtsfahrten anstehen, mehr Trainingseinheiten, heißt das auch weniger Zeit, um einen notwendigen Nebenjob auszuführen. Ohne eine Entlohnung auf semi-professionellem Niveau ist dies nicht möglich. Die sonstigen Rahmenbedingungen wie Hallensituation, medizinische Betreuung etc. sind gut.

Einigen Spielerinnen war die Belastung mit zweimaligen Training täglich neben Ausbildung und Nebenjobs zu hoch. Welche Spielerinnen waren das?
Fakt ist, dass viele Spielerinnen aus den bekannten, unterschiedlichen Gründen nicht bei jeder Trainingseinheit anwesend sein konnten. Daraus ist kein Vorwurf abzuleiten.

Sind die Aufstiegsambitionen mit dem Gerüst dieser Spielerinnen überhaupt zu realisieren?
Diese Mannschaft hat in der vergangenen Saison großartige Leistungen gezeigt. Aus den Küken sind gestandene Spielerinnen geworden. Natürlich benötigen wir weiterhin regelmäßig die eine oder andere Profi-Spielerin, um oben mitspielen zu können und konkurrenzfähig zu sein, aber ich bin davon überzeugt, dass Aufstiegsambitionen mit diesem Gerüst berechtigt sind. Erste Priorität haben die eigenen ausgebildeten Nachwuchsspielerinnen. An zweiter Stelle stehen junge Studentinnen, die studienbedingt mehrere Jahre in Göttingen bleiben, und erst an dritter Stelle bezahlte Profis nach Bedarf und finanziellen Möglichkeiten.

Sehen Sie Wege, das sportliche Umfeld weiter zu verbessern?
Leider sind Verbesserungen fast immer mit einem finanziellem Aufwand oder kostenlos zur Verfügung gestellten Dienstleistungen verbunden. Ich will nicht klagen – uns geht es sicherlich besser als vielen anderen Zweitligisten. Zudem ist der Zuspruch und das Interesse nach der abgelaufenen Saison deutlich angestiegen. Ich kann nur betonen, dass wir im Umfeld der Mannschaft sehr viel Zeit und Arbeit investieren, um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.

 Interview: Rupert Fabig

Mehrfachbelastung schon länger ein Thema im Team

Göttingen . „Der Unmut war bei einigen Spielerinnen schon länger da. Wir haben das aber nicht zum großen Thema gemacht, weil die Konzentration in erster Linie dem sportlichen Erfolg galt“, sagt Johanna Hirmke. Die 26-jährige Führungsspielerin der Veilchen-Ladies bestätigt, dass die Mehrheit der Mannschaft der Meinung gewesen sei, dass unter Trainer Ondrej Sykora zu häufig trainiert wurde. „Ich selbst zähle mich nicht dazu, aber für diejenigen, die studieren und nebenbei noch arbeiten, war es ein bisschen viel“, erklärt die Vertriebsleiterin des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen.

Die Problematik sei mannschaftsintern diskutiert worden, ohne den Trainer zu involvieren. „Die Situation ließ sich ja ohnehin nicht ändern“, beschreibt Hirmke. Außerdem habe der überraschende Erfolg, der im Einzug ins Playoff-Finale um dem Bundesliga-Aufstieg gipfelte, die Stimmung wieder gehoben. Erst nach Saisonende habe die Mannschaft um Spielführerin Monique Smalls beschlossen, Geschäftsführer Richard Crowder über den Missmut zu informieren.

Hirmke hofft, dass der Aufstieg der BG 74 in die Beletage mittelfristig zu realisieren sei. „Jede ambitionierte Basketballerin träumt davon, in der Bundesliga zu spielen. Vor allem, wenn man so kurz davor gestanden hat wie wir, will man das schaffen“, betont sie. Allerdings sollten die Rahmenbedingungen stimmen. „Es scheut sich niemand vor hartem Training. Jedoch sollte es angemessen entschädigt werden. Da müssen Kompromisse gefunden und letztlich wohl auch das Budget aufgestockt werden“, sagt die gebürtige Bambergerin. fab

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