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Damengymnastik-Abteilung des TSV Adelebsen besteht seit 50 Jahren

Bauch, Beine, Po mit „lauter Hupfdohlen“ Damengymnastik-Abteilung des TSV Adelebsen besteht seit 50 Jahren

Es müssen schlimme Zeiten in Adelebsen anno 1965 gewesen sein. „Damals gingen sie von Haus zu Haus und kassierten die erwachsenen Töchter ein“, erinnert sich Gisela Wilde. Und das nur, weil einige Frauen etwas machen wollten, was damals ziemlich verpönt war: Damengymnastik. Ja, gar eine Abteilung im TSV Adelebsen wollten sie gründen. Mittlerweile besteht diese seit 50 Jahren und ist fest im Verein verankert.

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Schätzen die Geselligkeit bei der wöchentlichen Sportstunde: die Gymnastinnen des TSV Adelebsen.

Quelle: Theodoro da Silva

Adelebsen. Die Anfänge waren widrig. Im benachbarten Eichsfeld galten einstige Trends wie Yoga als heidnisch, und auch in Adelebsen war der TSV-Vorstand gegen eine Abteilung „aus lauter Hupfdohlen“. Einzig der Vereinsvorsitzende Karl Möhle hatte ein Herz für die Sportlerinnen. Die mussten zwar zunächst mit lediglich drei Bällen im Saal der Burgschänke trainieren, doch gelang es bald, den restlichen Vorstand umzustimmen, weil die Teilnehmerzahl rasant stieg. „Es mussten genug bei den ersten Stunden dabei sein, um den Verein zu überzeugen, dass eine Sparte eröffnet wird, deshalb wurden wir damals alle zwangsverpflichtet. Auch, wenn ich anfangs keine Lust hatte“, sagt Wilde. Das änderte sich rasch. Die 70-Jährige, der man ihr Alter weiß Gott nicht ansieht, hat bis heute „großen Spaß“, und für den Verein seien die Gymnastinnen „das Beste, was passieren konnte, weil wir überall geholfen haben“, erklärt das Urgestein.

 
In den Glanzzeiten Mitte der 70er-Jahre turnten mehr als 100 Adelebserinnen in organisierten Gruppen, vertraten den TSV in selbst genähten Kostümen bei allerhand Veranstaltungen. Sogar die erfolgreiche Frauenfußball-Abteilung, die mittlerweile als FC Lindenberg-Adelebsen firmiert, ist aus der Gymnastik-Sparte hervorgegangen. „Wir haben ein Jucksspiel gegen die Gymnastik-Gruppe eines Nachbarortes organisiert. 600 Zuschauer waren da, und wir sind einfach einige Jahre am Ball geblieben“, so Wilde.

 
Jetzt ist nur noch der harte Kern von rund 25 Sportlerinnen geblieben. Frauke Schaper, die gemeinsam mit Ulrike Aschenbrandt die Übungsstunden leitet, ist mit 50 die Jüngste, die 76-jährige Sieglinde Koch die Grand Dame. „Es reizt junge Mädchen nicht, zu unserer Gruppe zu kommen, weil der Altersdurchschnitt so hoch ist“, sagt Aschenbrandt. Zudem fehle der Unterbau. „Es gibt Kinderturnen im Verein, dann geht es aber erst bei uns weiter“, unterstreicht die 64-Jährige.
Bei der wöchentlichen Trainingsstunde achtet sie darauf, Zirkeltraining sowie moderne Elemente aus Pilates und Zumba mit dem klassischen Bauch-Beine-Po-Programm zu verbinden. Und ganz wichtig: „Es müssen flotte Lieder gespielt werden“, fordert Wilde. Auf der Playlist stehen daher unter anderem Flo Rida und Nelly Furtado. Das wäre 1965 undenkbar gewesen.

 

Von Rupert Fabig

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