Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Darts und Hühnerfutter

8. Offene Steeldart-Meisterschaft Darts und Hühnerfutter

Im Vereinsheim der „Flying Darts Mingerode“ knistert es gewaltig. Nicht nur wegen der Spannung, die während der 8. Offenen Steeldart-Meisterschaften herrscht. Ein prasselndes Feuer im Ofen sorgt während der heißen Duelle noch zusätzlich für wohlige Wärme. Das meiste Feuer offenbarte Karl Friedrich Walter vom DC Guinness 85 vor Bernd Dröse (DC Geyer Gieboldehausen).

Voriger Artikel
BBT Göttingen feiert Nichtabstieg
Nächster Artikel
Ausflug ins Graslöwenland

Der jüngste Teilnehmer war der 16-jährige Hendrik Achtermeier.    

Quelle: Schneemann

Mingerode. 32 Akteure kämpfen in der Hellbergstraße um den Sieg. Auch aus Hamburg, Hessen und dem Harz sind Spieler angereist, um ihre Pfeile aus exakt 2,37 Meter auf die vier Boards zu werfen. Werfen, auf diesen Ausdruck legen die Dartfreunde Wert.

„Viele sagen schmeißen, aber man schmeißt Hühnerfutter, aber keine Darts“, sagt Michael Wieprecht, den alle nur „Zenzi“ rufen. Eine kleine Pause hat sich der Mingeröder Akteur verdient, denn ein paar Minuten zuvor musste Wieprecht ein ganz besonderes Vorrundenduell bestreiten – gegen seinen Sohn Lion. „Papa hat mit 3:1 gewonnen, aber der Kleine hat gekämpft wie ein Löwe“, berichtet „Zenzi“ schmunzelnd. Sein 17-jähriger Filius nimmt es locker: „Vorher hat er mir gesagt, wenn ich gewinne, werde ich enterbt.“

Die Dartgemeinde ist quantitativ überschaubar, man kennt sich untereinander. Auch wenn alle „wie eine große Familie sind“, wie Mingerodes 1. Vorsitzender Dirk Wusowski berichtet, der Ehrgeiz, den von Franz-Josef Otto gestifteten Wanderpokal am Ende eines langen Tages in die Höhe zu stemmen, ist groß.

Da geht es dem 63-jährigen Routinier Helmut „Hacko“ Holzborn nicht anders als dem mit 16 Jahren jüngsten Starter Hendrik Achtermeier oder den einzigen beiden teilnehmenden Frauen Jaqueline Hellmigk vom Ausrichter und Julia Schmidt (Gieboldehausen). Bernd Dröse vom DC Geyer Gieboldehausen, der bereits zweimal triumphiert hat, ist ebenso wieder mit dabei wie Teamkollege und Mitfavorit Mike Biermann. „Bis auf ein Jahr war ich jedes Jahr am Start“, erzählt Biermann.

Da der 16 Mitglieder zählende Mingeröder Dart-Club, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert, im vergangenen Jahr das Vereinsheim von der Kyffhäuser Kameradschaft übernommen hat, kann das Turnier erstmals „in unseren eigenen Hallen“ ausgetragen werden, wie der Vorsitzende Wusowski erläutert.

Ein wenig stolz sind Wusowski und Co. schon, dass ihre Offenen Eichsfeldmeisterschaften sich etabliert haben. „Wir setzen alles daran, dass es das Turnier weitergeben wird. Zehn Auflagen sollen es schon werden“, unterstreicht der Bundespolizist.

Durch die gestiegene TV-Präsenz werde ihr Sport nicht mehr so mit so vielen Vorurteilen gesehen, freut sich Mingerode-Mitglied Albrecht Fahlbusch: „Vom Klischeesport, bei dem gesoffen, geraucht und gefeiert wird, sind wir weggekommen.“ Eine Sport- und Wettkampfordnung legt genaue Regeln fest.

„Hir kommt keiner einfach so hin und wirft einfach drauflos“, sagt Wusowski. Feinmotorisch und taktisch wird den Dartspielern viel abverlangt, auch die Konzentration muss über Stunden auf einem hohen Level liegen. Fast zwölf Stunden dauert es, bis der Sieger Pokal und Preisgeld entgegennehmen darf. Starke Leistungen abzurufen, sei aber keine Frage des Alters, versichert der 55-jährige Wusowski augenzwinkernd: „Dart kann man auch im hohen Alter noch spielen. Nur das Bücken nach den Pfeilen fällt dann etwas schwerer.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
05.12.2016 - 18:11 Uhr

Darmstadt 98 hat nach nur 13 Spielen in der neuen Saison Trainer Norbert Meier gefeuert. Angesichts der Rahmenbedingungen ist seine Arbeit eher als Erfolg zu werten, meint Sportbuzzer-Autor Sebastian Harfst.

mehr
Hardenberg Klassika Gartenmarkt