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Das erste und letzte Mal auf Sand

Beachvolleyball Das erste und letzte Mal auf Sand

„Warum sind wir da nicht früher drauf gekommen“, fragt Kathinka Rinke. Gemeint ist, zusammen mit Katharina Schulz Beachvolleyball zu spielen. In der Halle sind sie bei Regionalligist Tuspo Weende schon seit Jahren zusammen am Ball – Rinke als Mittelblockerin, Schulz als Zuspielerin.

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Klare Rollenverteilung: Kathinka Rinke (links) und Katharina Schulz spielen erstmals zusammen auf Sand.

Quelle: Heller

In der kommenden Beachvolleyballsaison will das Duo erstmals auch im Sand gemeinsam angreifen. Es ist für die beiden wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, denn Katharina Schulz wird Tuspo Weende und Göttingen verlassen.

Seit sechs Jahren spielt die blonde Volleyballerin bei Tuspo. „Damals noch in der Landesliga“, sagt die 26-Jährige, die in Schwedt an der polnischen Grenze aufwuchs und dort schon mit elf Jahren mit Freunden über Wäschestangen Volleyball spielte. „Das fand mein Vater nicht so gut“, sagt sie. Die Eltern waren Segler und hätten ihre Tochter lieber im Boot statt am Netz gesehen. 

Zum Volleyball kamen Schulz und Rinke, die in Kassel aufwuchs, über eine Zeichentrickserie. Mila heißt die Heldin, trägt in der gleichnamigen Serie rote Hose und weißes Shirt. „Immer, immer am Ball. Das Spiel ist nie vorüber“, heißt es im Intro, viele Volleyballerinnen können diese Zeilen noch immer mitsingen.  

„Mila konnte alles“, erzählt Kathinka Rinke, die viele nur Tinka nennen, und strahlt. „Da gab es explodierende oder unsichtbar werdende Bälle und Zauberkombinationen.“ Rinke und Schulz fingen noch früher als die zwölfjährige Comic-Heldin Mila an, Volleyball zu spielen: Rinke im Alter von zehn Jahren, Schulz mit elf Jahren.

Von der Landesliga stieg Schulz unter Trainer Arthur Nowakowski bis in die Regionalliga auf. Sie ist die dienstälteste Spielerin von Tuspo Weende. Entsprechend schwer fällt ihr der Abschied: „Ich hatte hier so viele tolle Erlebnisse und gehe mit einem blutenden Herzen.“ Auch wenn sie sich auf einen Neuanfang freue, „das Kleine, Familiäre dieser Stadt wird mir fehlen“.

Die vergangene Saison war für beide nicht einfach. Tuspo war mit großen Zielen in die Spielzeit gestartet und schaffte den Klassenverbleib erst in der Relegation. „Aber die letzten beiden Spiele haben richtig Spaß gemacht“, sagt Kapitänin Rinke. „Das hat die Saison noch gerettet.“ Die 1,82-Meter große Mittelblockerin ist sich sicher, „dass wir auch in der nächsten Saison wieder eine gute Truppe haben werden“.

Jetzt tauschen beide Halle gegen Sand. Dort sind die Aufgaben klar verteilt. Rinke ist die Blockerin, Schulz die, „die in der Abwehr die Bälle kratzt“, erläutert Rinke. Weil Schulz, die in Göttingen Finanzen, Rechnungslegung und Steuern studiert hat, 14 Zentimeter kleiner ist als Rinke, wird sie zumeist von den Gegenspielerinnen als potenziell schwächere Akteurin eingeschätzt und bekommt die meisten Bälle. „Das stört mich aber nicht“, sagt Schulz mit einem Lächeln. 

Die beiden verstehen sich gut. „Gerade mit Katha macht es Spaß“, sagt Rinke. Zum ersten Turnier in Nienburg packten sie die Campingausrüstung ein, machten Musik an, setzten sich ihre Sonnenbrillen auf und fuhren trotz Regens gut gelaunt los. Als beinahe Unbekannte tauchten sie dort auf, und dann ging auch noch das erste Spiel verloren. 

Rinke-Wetter in Westerstede

Aber dann legten die zwei Weenderinnen los, gewannen Spiel um Spiel und holten den Turniersieg. „Das Wochenende hat echt Spaß gemacht“, sagt Medizinstudentin Rinke. „Auch wenn es ab dem Halbfinale geregnet hat.“ Und Regen mag die 24-Jährige nicht. „Bei mir muss die Sonne scheinen.“ Schulz hat es dagegen lieber bewölkt und auch nichts gegen ein paar Tropfen. „Egal wie das Wetter ist, so ist immer eine von uns gut drauf“, sagt Rinke.

Am vergangenen Wochenende, 23. und 24. Mai, war Rinke-Wetter. Beim Top-Ten-Turnier in Westerstede spielten Rinke/Schulz erneut groß auf, beendeten das Turnier nach zwei Niederlagen auf dem neunten Platz. Mitte Juni vertreten sie Göttingen bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft in Kiel. Eine Frage werden sie sich noch öfter stellen: „Warum sind wir da nicht schon früher drauf gekommen?“

Von Manuel Becker

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