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Der „Eisberg“ wird im Boxring geduldiger

Boxen: Europameister Alexander Alekseev kämpft in Göttingen Der „Eisberg“ wird im Boxring geduldiger

Alexander Alekseev ist kein Mann, der gerne abwartet. Im Ring hat der gebürtige Usbeke seine Gegner reihenweise vorzeitig zu Boden geschickt, ging nie über sechs Runden.

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Neugieriger Aufsteiger

Immer die Fäuste ballen: Alexander Alekseev bringt Sohn Slava „Manieren“ bei.

Quelle: EC-Boxpromotion

Göttingen. Im Januar 2009 erteilte ihm der Argentinier Victor Emilio Ramírez Lehrstunden über die Nachteile der Ungeduld, besiegte einen konditionsschwachen Alekseev, der nach neun Runden aufgab. Daraus hat der 31-jährige Europameister gelernt, sei jetzt immer topfit. Das Abwarten hat er hingegen nicht gelernt. Sein Kampf gegen Agron Dzila um den Interconti-Titel am 28. September in der Sparkassen-Arena kann gar nicht schnell genug kommen.

„Der Fight ist alles, woran ich denke“, sagt der 90-Kilo-Mann. Kein Wunder, denn ein Sieg in Göttingen würde ihm die Tür zum WM-Kampf im Cruisergewicht gegen Marco Huck öffnen. Den prunkvoll bestückten Gürtel durfte Alekseev nach krachendem K.O.-Sieg in Runde vier über Rob Calloway 2008 als Interims-Champion schon einmal um seine Hüften schnallen. „Noch ist es nicht so weit, um an den nächsten Kampf zu denken. Agron Dzila wird meine bislang größte Aufgabe“, erklärt die Nummer zehn der Welt in seiner Gewichtsklasse hoch konzentriert. Bei so viel Fokus schweift Alekseevs Blick kaum auf die südniedersächsischen Sehenswürdigkeiten ab. „Die Stadt ist schön ruhig und die Halle ganz gut“, bemerkte der Hamburger bei seiner Stipp-Visite in Göttingen vergangene Woche.

Schon am 21. September bezieht Alekseev mit seinem Tross erneut Quartier in Göttingen. Dann allerdings lauter und mit mehr Pomp. Sein Stall EC-Boxpromotion hat öffentliche Sparrings, Autogrammstunden sowie das Wiegen angesetzt. Wenngleich der 23-malige Sieger aus 26 Kämpfen dann deutlich weniger Ruhe findet als sein schweizer Kontrahent, gibt er sich gelassen: „Die Strategie hat mein Trainer Bülent Baser ohnehin längst mit mir festgelegt. Wir haben viele Kämpfe von Dzila per Video analysiert“.

Neben dem zurückgewonnenen Selbstvertrauen schwingt aber auch eine gehörige Portion Respekt in den Aussagen über den aufstrebenden 24-Jährigen. Zwar belegt der gebürtige Mazedonier lediglich Rang 166 im weltweiten Ranking, wurde aber in 16 Duellen erst einmal durch ein umstrittenes Punkturteil besiegt. „Dzila ist definitiv kein Aufbaugegner oder eine Schlaftablette. Das wird ein richtiger Kracher“, sagt Alekseev. Gegen den fünf Zentimeter kleineren Linksausleger will der 1,88-Meter-Hüne seine Reichweitenvorteile nutzen. „Viel Druck ausüben und hohe Schlagfrequenzen aus Mittel- und Nahdistanz“, wären probate Rezepte.

Ganz gleich welche Strategie Alexander Alekseev wählt: Ein Sieg ist Pflicht, um die Fortsetzung der Karriere zu sichern. Anfang Mai behielt er in Göppingen seinen EM-Titel nur mit Glück nach einem müden Unentschieden gegen Firat Arslan. Diesmal soll alles reibungslos ablaufen. „Ich fühle mich fit für zwölf Runden“, betont Alekseev, der nach zwölf Jahren im usbekischen Tashkent über das russische Samara an der Wolga schließlich an der Elbe landete. Für die nötige Motivation sorgten Umfeld und Familie. „Das Leben als Boxer ist wie ein Eisberg. Alle Welt sieht nur die Kämpfe an der Spitze, aber drunter spielt sich mit Training, Lebensgeschichte und Leiden alles Wesentliche ab.“

Daher ist es für Alekseev völlig klar, dass seine Familie in der Sparkassen-Arena nah am Ring sitzt. Zwar sei sein einjähriger Sohn Georg dann schon im Bett, aber der sechsjährige Slava ist auf jeden Fall dabei. Die Familie hilft dem Rechtsausleger im Umgang mit der Geduld. Anstelle des frühen Knockouts verspricht Alekseev nämlich Spannung über viele Runden: „Ich biete dem Publikum eine Show – von mir aus gerne über die vollen zwölf Runden“.

Von Rupert Fabig

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