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Nichts hält sie am Boden

Deutsche Meisterin im Segelfliegen Ulrike Teichmann Nichts hält sie am Boden

Gerade erst gelandet, hebt Ulrike Teichmann schon wieder ab auf Wolke sieben. Nach zwei Vize-Titeln in Folge hat es endlich geklappt: Die für den LSV Hofgeismar startende Hann. Mündenerin ist Deutsche Meisterin im Segelfliegen der Standardklasse.

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Fliegt für ihr Leben gern – und gut: Ulrike Teichmann vom LSV Hofgeismar ist Deutsche Meisterin im Segelfliegen der Standardklasse.

Quelle: r

Hann. Münden . „Das kam überraschend, da die Konkurrenz sehr stark war“, sagt Teichmann, die durch ihren Triumph zudem die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2017 in Tschechien geschafft hat. Sieben Wettflüge über 150 bis 350 Kilometer unter anderem über den Odenwald und Südschwarzwald galt es jeweils vom Startpunkt Hockenheim aus zu bewältigen. Um den Angriff auf Platz eins zu meistern, wählte die 45-Jährige eine Strategie, die unorthodox anmutet: Sie verbündete sich mit ihrer Konkurrentin Conny Schaich vom Sportfliegerclub Stuttgart. „Wir haben uns versprochen, als Team besser abzuschneiden und konnten unsere Eigenschaften gut ergänzen. In der Luft sind schon Freundschaften zerbrochen, aber bei uns hat es hervorragend geklappt“, berichtet Teichmann, die als Tierärztin am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie arbeitet. So sei es bei ständigem Funk- und Sichtkontakt mit der Teamkollegin einfacher, gute Aufwinde zu finden und eine gemeinsame Taktik zu wählen, um die vorgebenen Wendepunkte schnellstmöglich zu erreichen. Das Bündnis zahlte sich aus. In der Gesamtwertung lag Teichmann, die sich als mental stark und ausdauernd beschreibt, letztlich vor Schaich und den restlichen acht Kontrahentinnen.

Für den Erfolg muss die Pilotin viel investieren: „Die Teilnahme an Meisterschaften geht in die Urlaubstage, und der finanzielle Aufwand ist auch nicht gering.“ Als Mitglied der Nationalmannschaft genießt Teichmann, die eine LS8 fliegt, das Privileg neben den regulären Trainingsflügen in Hofgeismar noch zu Lehrgängen eingeladen zu werden. „Dort stehen auch theoretische Einheiten und Mentaltraining, was extrem wichtig ist, auf dem Programm“, informiert sie. In bis zu 3000 Meter Höhe sind Konzentration und Ausdauer ebenso wichtig wie technische und meteorologische Kenntnisse.

Die Fliegerei ist Teichmann in die Wiege gelegt worden. Die Eltern der gebürtigen Flensburgerin waren Motorflieger, sie begann mit 14 Jahren mit dem Segelfliegen. Ihr Vater begleitet die zweifache Mutter als Helfer zu jedem Wettbewerb. Nur folgerichtig, dass auch ihr Mann mit Begeisterung fliegt - „sehr gut“, wie Teichmann betont. Ihre Leidenschaft erläutert die Deutsche Meisterin wie folgt: „Dort oben die Kraft der Natur zu erleben, ist beeindruckend, jeder Flug ist eine Herausforderung.“ Bislang hat Teichmann jede davon mit Bravour bewältigt.

Taktik und Wetter entscheidend

Segelflug-Wettbewerbe werden in den Disziplinen Kunstflug und Streckenflug durchgeführt. Bei mehrtägigen Wettkämpfen im Streckenflug wird den Piloten einer Flugzeugklasse täglich vom sportlichen Leiter eine 150 bis 450 Kilometer lange Strecke, die über mehrere Wendepunkte führt, vorgegeben, die es möglichst schnell und ohne Zwischenlandung zu überwinden gilt. Ausschlaggebend für die Streckenlänge und räumliche Ausrichtung sind die Informationen des Meteorologen, der ebenfalls zur Wettbewerbsleitung gehört und mit seinen Analysen früh am Morgen beginnen muss, um eine richtige Prognose für den Flugtag zu stellen. Entscheidend für den Piloten ist die Nutzung guter thermischer Aufwinde, um an Höhe zu gewinnen und zum nächsten Aufwind zu fliegen. Die Wetterverhältnisse und taktische Wahl der Flugstrecke haben einen großen Einfluss auf die Fluggeschwindigkeit.

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Von Redakteur Rupert Fabig

02.12.2016 - 20:20 Uhr

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