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„Die Saison fängt jetzt vielleicht wieder neu an“

Neuer Trainer beim RSV 05 „Die Saison fängt jetzt vielleicht wieder neu an“

Seit dieser Woche leitet Jozo Brinkwerth, den in Göttingen alle nur „Jelle“ nennen, das Training beim Fußball-Landesligisten RSV 05. Am Freitag, im Heimspiel gegen den TSV Holtensen, sitzt er zum ersten Mal verantwortlich auf der Bank.

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Nun an der Benzstraße: „Jelle“ Brinkwerth mit einem KFZ-Schild, das an den 1. SC 05 erinnert und das ihm spontan ein alter Bekannter und Anhänger der 05er geschenkt hat, nachdem Brinkwerths Wechsel zum RSV 05 feststand.

Quelle: Pförtner

Eduard Warda hat sich mit dem 44-Jährigen über seine neue Aufgabe, über seinen alten Verein Grün-Weiß Hagenberg und seine Fußballphilosophie unterhalten.
Was war für Sie der ausschlaggebende Grund, zum RSV 05 zu wechseln?
Die Aufgabe ist sportlich reizvoll, ausschlaggebend war die Klasse, in der der RSV 05 spielt.

Haben Sie Angst vor einem etwaigen Erwartungsdruck?
Nein, und ob es einen Erwartungsdruck beim RSV 05 gibt, müssen Sie meine Vorgänger fragen. Die Saison fängt jetzt vielleicht wieder neu an, und ich hoffe, Erfolg zu haben.

Hat die Verbundenheit aus alten Sparta-Tagen mit dem RSV-Teammanager Jan Steiger den Wechsel befördert?
Es ist angenehmer, mit alten Bekannten zusammenzuarbeiten, aber es war nicht ausschlaggebend. Fußballerisch verstehen wir uns ganz gut, aber es gibt da keine private Klüngelei. Dafür ist der Altersunterschied auch einfach zu groß.

Sie haben einige Spiele des RSV 05 in dieser Saison verfolgt. Wie war Ihr Eindruck?
In der Vorbereitung, beim 6:0 über Sparta, hat die Mannschaft überragend gespielt, dann aber auch schwächere Spiele wie jenes in Einbeck gehabt. Es war aber auch Urlaubszeit, und der ein oder andere Spieler wurde getestet. Deswegen hat sich vielleicht auch keine erste Elf herauskristallisiert.
Sie sind mit Grün-Weiß Hagenberg ohne Niederlage und mit nur einem Unentschieden in die Kreisliga aufgestiegen und haben in den ersten vier Kreisligapartien bei 20:1 Toren viermal gewonnen. Nachdem der Wechsel an die Benzstraße feststand, wurden Sie öffentlich vom Hagenberger Vorsitzenden Uwe Richter kritisiert.

Konnten Sie die Kritik nachvollziehen?
Seine Reaktion war menschlich. Wir hatten Erfolg, Hagenberg ist im Göttinger Fußball wieder eine gute Adresse und für meinen Nachfolger wie ein Sechser im Lotto. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen. In der Presse als Lügner und Verräter dargestellt zu werden, war insofern enttäuschend. Ein kleiner Satz wie „Danke für die Arbeit“ wäre schön gewesen.

Wie schwer ist Ihnen die Entscheidung zum Wechsel gefallen?
Es hat mindestens eine Woche gedauert, ich war teilweise stündlich einmal da und einmal da. Die Mannschaft war zunächst enttäuscht, aber nur, weil Sie mich als Trainer verliert. Mittlerweile können die meisten Spieler den Schritt nachvollziehen. Ich bin dort keineswegs vom Hof gejagt worden.

Was steht für Sie an der Benzstraße als erstes auf dem Programm?
Ich werde mir zunächst einen Überblick über die Mannschaft verschaffen. Es gibt immer etwas, das man verbessern kann.

Das 4-2-3-1-System ist momentan in aller Munde. Sind auch Sie ein Anhänger davon?
Vom Grundgedanken her spiele ich lieber mit zwei Spitzen.

Haben Sie für ein System mit zwei Spitzen an der Benzstraße das notwendige Spielermaterial?
Mehrere könnten eine Rolle als Stoßstürmer ausfüllen. Sicherlich ist es aber nicht so gut, alles auf den Kopf zu stellen. Man muss es auch ganz klar vom Personal abhängig machen, was man spielt.

Was wollen Sie mit dem RSV 05 in dieser Saison erreichen?
Genaue Ziele zu definieren, wäre momentan ein bisschen fahrlässig. Da müssen Sie mich in drei bis fünf Wochen noch mal fragen. Wir haben eine ziemlich junge Mannschaft mit allerdings ziemlich guten Fußballern. Jugendliche Fehler machen sie mit Einsatz und Laufbereitschaft wett. Man hat in den letzten Spielen gesehen, was sie leisten können. Es ist immer davon abhängig, inwieweit die Spieler bereit sind, etwas Neues anzunehmen. Grundsätzlich jedoch spielt das Alter keine Rolle, entscheidend ist die Leistung.

  „Jelle“ Brinkwerth
  Der 44-jährige Göttinger ist seit 1982 bei der Deutschen Post AG beschäftigt. Sein Sohn spielt in der Sparta-Reserve Fußball, Ehefrau und Tochter sind Handballerinnen. Seine Trainerlaufbahn sei „nicht geplant“ gewesen: Als Abteilungsleiter ersetzte er den Trainer der zweiten Mannschaft und machte die B-Lizenz. Bei Sparta wurde er als Trainer des damaligen Niedersachsenligateams Nachfolger von Rüdiger Schulz, musste zwar den Abstieg hinnehmen, baute aber ein junges Team auf. Vor der Saison 2008/09 legte er wegen interner Differenzen sein Amt nieder und trainierte ab der Saison 2009/10 GW Hagenberg.
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