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Die neue Nacht von Hannover

Radrennen Die neue Nacht von Hannover

Nicht nur der Name des Radspektakels „Nacht von Hannover“ kommt hannöversch daher, denn eines unserer Top-Talente will im Eliterennen vorne mitmischen. Der Junioren-Weltmeister von 2014, Jonas Bokeloh, hofft auf einen Platz unter den besten zehn. Schade: Das zweite Hannover-Talent Leo Appelt wird wegen eines Trainingsunfalls möglicherweise absagen müssen.

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André Greipel (vorn, weißes Trikot) bei der Tour de France.

Quelle: dpa

Hannover. Bokeloh erinnert sich gern an die „Nacht“. 2008, mit zwölf Jahren, startete er beim Anfängerrennen, 2011 dann nochmal bei der Jugend. Und in diesem Jahr, bei der Neuauflage des Radspektakels, darf der 20-Jährige in der Eliteklasse gegen Stars wie Topsprinter André Greipel ran. „Mit den Profis ist das nochmal eine andere Hausnummer“, sagt der Junioren-Weltmeister von 2014, aber mal gucken, wie die Rennsituation so ist, ob ich die Profis mal überraschen kann.“

Bokeloh ist jung, schnell, selbstbewusst. Auf der Hannover-Strecke am Neuen Rathaus mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 60 Stundenkilometer. „Die Top 10 wären schon super“, formuliert Bokeloh sein Ziel. Mit den Fans aus Hannover im Rücken kann das klappen, denn die werden ihn wohl besonders nach vorne brüllen. Schließlich wohnt er in Hannover und startet er für den Hannoverschen Radsport-Club. Ein Lokalmatador also. Und die fünf großen Radclubs aus Hannover
sind in eigenen Fanbereichen ganz nah an der Strecke.

„Es ist schön, dass so ein großer Event hier in meiner Heimatstadt ist“, freut sich Bokeloh und will seinen Heimvorteil nutzen, „ich habe ja die Möglichkeit, die Strecke einmal schön abzulaufen, mir das alles vorher nochmal anzugucken, wo Gullys sind und wie breit die Kurven.“

Auch die Kurventechnik wird entscheidend sein, ob es was wird mit der Topplatzierung in der Heimat: „Da wird das Rennen entschieden. Man muss möglichst weit vorne fahren, in den Kurven hat es einen schönen Ziehharmonikaeffekt.“ Das ist anstrengend – nicht nur für die Beine, auch für den Kopf: „Bei den Geschwindigkeiten muss man ja immer gucken, wann die nächste Kurve kommt.“

Vielleicht kann Bokeloh überraschen. Ein Duell gegen Topstar Greipel wäre ein Radfahrer-Traum. Da, wo der Super-Sprinter schon ist, will Bokeloh hin: „So richtig Profi bin ich ja noch nicht. Aber hoffentlich fahre ich mal die Tour de France. So drei Jahre brauche ich noch, aber dann könnte es klappen!“

Näher Informationen: www. nacht-von-hannover .de

Von Jonas Szemkus

Interview: Greipel steht aufs kurvige Volksfest

André Greipel (34), gerade bei der Tour de France, ist ein Radrennstar – und Topfavorit im Eliterennen bei der „Nacht von Hannover“ (26. Juli). Mit der NP sprach er exklusiv übers Kurvenfahren auf dem Hannover-Kurs, seine Sprinterqualitäten und Doping.

Es ist noch nicht Ihre Tour de France: 2015 vier Etappensiege, dieses Jahr noch keinen. Wie kommts?
Es sind viele Sprinter auf demselben Niveau dabei, da kann jeder Fehler den Unterschied machen. Und ich habe Fehler gemacht. Eine Chance habe ich noch, beim Sprint eine Etappe zu gewinnen (letzter Tag in Paris, d. Red.). Es ist einfach so, manchmal kommt es auf Zentimeter an.

 

Zwei Tage nach Ende der Tour kommen Sie nach Hannover. Bei der letzten „Nacht“ 2011 haben Sie gewonnen – erinnern Sie sich noch dran?
Hannover war immer ein schönes Kriterium nach der Tour, ein Traditionsrennen. Ich freue mich, dass das Rennen wieder da ist und die Veranstalter direkt an mich gedacht haben. Das hatte immer Volksfestcharakter. Nicht nur das Rennen hat Spaß gemacht, sondern auch das Drumherum. Deshalb bin ich als Sportler immer gerne gekommen. Hoffentlich wird es auch diesmal vom Publikum wieder so positiv angenommen.

 

Trotz der Tour in den Beinen: Ist die Titelverteidigung fest eingeplant?
Frisch bin ich mit Sicherheit nicht. Aber man hat natürlich ein gewisses Standgas. Sprinten kann ich immer, auch wenn man mich nachts um 3 Uhr aus dem Bett holt. Am Montag und Dienstag ist der Körper im Ruhemodus, es wird schon die eine oder andere Runde brauchen, um wieder den Tritt zu haben. Aber wenn man den Weg auf sich nimmt, versucht man natürlich, vorne mit dabei zu sein und womöglich zu gewinnen.

 

In Hannover gibts einen Rundkurs. Was sind da die Schwierigkeiten?
Man muss schon mehr aufpassen. Und Kurventechnik sollte man schon draufhaben. Kurvenfahren kann ich aber ganz gut, als Kinder haben wir ja nichts anderes gemacht.

 

Das Thema Doping hat den Radsport in den vergangenen Jahren schwer belastet. Jetzt ist er wieder im Aufwind. Warum?
Der Radsport ist für mich eine der saubersten Sportarten, wir als Sportler lassen viel über uns ergehen für Transparenz. Das wurde registriert und akzeptiert. Und die Radsportler in Deutschland haben mit dem Erfolg dazu beigetragen, dass die Resonanz in Deutschland wieder sehr hoch ist. Die Leute wollen den Radsport wieder sehen. Ich sage es mal so: Ich fahre seit meinem neunten Lebensjahr Fahrrad, jedes Jahr hat auf dem davor aufgebaut, um jetzt da zu sein, wo ich bin. Ich bin der beste Beweis dafür, dass man Radrennen auch sauber gewinnen kann.

 

Mit der Neuen Presse sind Sie live bei der "Nacht von Hannover" dabei. Wir übertragen das Sportevent im Live-Stream. Einfach klicken und gucken.

 

Von Jonas Szemkus

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