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Sechs Pässe und sieben Feldspieler

Neue Handball-Regeln Sechs Pässe und sieben Feldspieler

Spieler, Trainer und Schiedsrichter müssen sich im Handball an Blaue Karten, einen siebten Feldspieler, die Sechs-Pässe-Vorgabe bis zum Zeitspiel und verschärfte Regeln für Behandlungen von Verletzten gewöhnen. Die neuen Regeln im Weltverband sind seit 1. Juli 2016 verbindlich - und gelten damit bereits bei den Olympischen Spielen in Rio.

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Schnellerer Abschluss: Nationalspieler Hendrik Pekeler (r.) muss zukünftig mitzählen, wenn Zeitspiel gepfiffen wurde. Nur noch sechs Pässe sind danach erlaubt.

Quelle: Jens Wolf/dpa

Göttingen. Auch die heimischen Spieler müssen sich auf die neuen Regeln einstellen. Lothar Exler (Bovenden), Schiedsrichterwart im Vorstand der HG Rosdorf-Grone und Zeitnehmer in der Bundesliga, stand dazu Rede und Antwort.

Lothar Exler

Lothar Exler

Quelle: r

Was halten Sie von den neuen Regeln?

Die neuen Regeln sollen das Spiel noch schneller und für den Gegner unberechenbarer machen, aber auch das mögliche „Schauspielern“ des Angreifers unterbinden sowie eine klare Linie für die letzten 30 Sekunden geben.

Welche neue Regel ist für den Spielverlauf sinnvoll?

Durch den siebten Feldspieler hat eine Mannschaft, die dieses taktische Mittel einsetzt, durchaus einen Vorteil. Beim Handzeichen der Schiedsrichter auf passives Spiel, kann die gegnerische Abwehr schneller erkennen und darauf reagieren, dass die Angreifer zum Torwurf kommen müssen. Ob das Vorteile bringt, wird die Saison zeigen.

Was bedeutet ein siebter Feldspieler für die Spieler und den Trainer?

Es bestehen mehr Möglichkeiten ein Überzahlspiel aufzuziehen, beispielsweise mit einem weitern Kreisläufer. Als Trainer sollte man jedoch klar definieren, wann und wer von den sieben Feldspielern zum Wechseln kommen muss, sonst kassiert das eigene Team zu viele einfache Tore.

Aus welchem Grund hat man sich dazu entschieden, die Regeln zu ändern?

Es werden immer wieder zu den Olympischen Spielen neue Regeln eingeführt. Das ist nicht neu im Handball. Für die Schiedsrichter wird es einfacher, das passive Spiel zu unterbinden und die Mannschaften dadurch zum Torwurf und somit Abschluss des Angriffes zu bewegen. Die blaue Karte bringt allen Beteiligten mehr Klarheit bei einer vorausgegangenen roten Karte, ob diese mit oder ohne Bericht ist.

Tragen die Regeländerungen dazu bei, dass der Handballsport noch attraktiver wird?

Das wird sich bereits bei den Olympischen Spielen in Rio zeigen. Aber nicht alle Regeln werden in unseren unteren Spielklassen Anwendung finden, wie beispielsweise das Auswechseln des auf dem Platz behandelten Spielers für drei Angriffe. Die Regeländerungen erfordern auch ein gewisses „Mehr an Aufmerksamkeit“ besonders für die Zeitnehmer und Sekretäre, da ab dieser Saison auch noch nuScore, der elektronische Spielbericht, von der Oberliga bis zur Landesliga eingeführt wird.

Interview: Ferdinand Jacksch

Die neuen Handballregeln

Siebter Feldspieler statt Torwart: Künftig muss ein siebter Feldspieler nicht mehr mit einem Leibchen als Torwart gekennzeichnet sein. Dann darf er aber auch nicht mehr den Torraum betreten – sonst gibt es einen Strafwurf. Es kann aber jederzeit wieder ein Torhüter eingewechselt werden.

Verletzte Spieler: Verletzte Spieler sollen möglichst außerhalb des Spielfeldes behandelt werden, um den Spielfluss nicht zu unterbinden. Nur in berechtigten Fällen dürfen Offizielle das Feld betreten. Wird der Spieler auf dem Feld behandelt, muss er drei abgeschlossene Angriffe seines Teams auf der Bank abwarten, ehe er wieder aufs Feld darf. Seine Mannschaft muss den freien Platz auffüllen. Bei Zuwiderhandlungen werden Zwei-Minuten-Strafen verhängt. Erhält der Abwehrspieler, der den Angreifer gefoult hat, eine Zwei-Minuten-Strafe, muss der auf dem Platz behandelte Spieler nicht vom Feld.

Passives Spiel: Wenn die Schiedsrichter das Zeichen für passives Spiel geben, darf die angreifende Mannschaft noch sechs Pässe spielen, bevor abgepfiffen wird und der Gegner den Ball erhält. Bislang lag diese Entscheidung im Ermessen des Schiedsrichters.

Die letzten 30 Sekunden: Begeht ein Abwehrspieler in diesem Zeitraum eine grobe Regelwidrigkeit oder blockiert zum Beispiel einen Anwurf oder Freiwurf, erhält er eine Rote Karte (ohne Zusatzbericht) und die angreifende Mannschaft automatisch einen Siebenmeter. Allerdings wird nicht automatisch jedes Fouls in den letzten 30 Sekunden nach dieser Regel geahndet.

Blaue Karte: Auf eine Rote Karte kann eine Blaue folgen. Das heißt, es folgt ein Zusatzbericht, der eine Entscheidung der Disziplinarkommission nach sich zieht. So kann eine Sperre für mindestens ein Spiel verhängt werden.

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