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Distanzfahrer stellen ihren Sport im Kreisreiterverband vor

Von der Eselkutsche zum Distanzsport Distanzfahrer stellen ihren Sport im Kreisreiterverband vor

Zum „Futtern und Klönen“ hatte der Fahrwart des Kreisreiterverbandes Göttingen, Johannes Jansen, eingeladen. Wer seiner Einladung gefolgt ist, ist dabei unweigerlich auf den Geschmack des Distanzfahrens gekommen. Als Gäste waren zwei Deutsche Meister in diesem Sport dabei: Christina (47) und Hans Böker (51) aus Trendelburg.

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Über Stock und Stein: Distanzfahrer müssen über eine gute Kondition verfügen.

Quelle: EF

Göttingen. „Als Kind bin ich schon Eselkutsche gefahren“, berichtete Böker. Heute steht er die Distanzen durch auf einem selbstgebauten Sulky durch und genießt dabei das Vogelgezwitscher. Wie seine Frau Christina schon dreimal vor ihm wurde er 2013 Deutscher Meister.

Die ersten Distanzfahrten wurden Ende der 70er-Jahre unternommen, wie die Ehrenpräsidentin des Verbands Deutscher Distanzreiter und –fahrer (VDD), Juliette Mallison aus Göttingen, berichtet. Den ersten Distanzritt über 50 Kilometer in Ankum hatte der Erfinder der Reitsportmesse Equitana, Wolfgang Kröber, im Jahr 1969 ausgerichtet.

„Angekommen ist gewonnen“ lautet der Leitspruch der Deutschen Distanzreiter und –fahrer. Gerade wenn Fahrer mit ihren Ponys ins Ziel gingen, würden sie oftmals gefeiert wie ein Champion, berichten die Bökers. Vom Shetty bis zum Araber sind bei Distanzfahrten viele Rassen vertreten. Häufig gingen auch Traber und Trakehner im Gespann.  „Wir messen uns immer gern mit den Reitern“, unterstreicht Hans Böker, der gerade die Winterpause genießt: Von November bis Februar wird nicht trainiert, denn die Pferde sollen sich auf der Winterweide ausruhen.

Mit Einachsern Marke Eigenbau sind die Bökers unterwegs. Großen Wert legen sie auf ein passendes Geschirr, denn sie wissen, dass auch Scheuer- oder Druckstellen zum Ausschluss vom Wettkampf führen können. Fast so wichtig wie ein guter Fahrer ist ein guter Tross – Helfer, die sich in den Pausen um Pferd und Fahrer kümmern. Für den Reit- und Fahrverein Trendelburg planen Christina und Hans Böker am Sonnabend, 25. April, ein Distanzreiten und –fahren. Von 70 bis 80 Teilnehmern gehen in der Regel nur eine Handvoll fahrend auf Strecke.

Von Ute Lawrenz

Lange Strecken bis 160 Kilometer

Göttingen. Wie bei den Reitern sind die Strecken für Fahrer nach der Länge gestaffelt. Denn Fahrten und Ritte werden zusammen ausgetragen. 25 bis 40 Kilometer lang messen die Strecken bei Einführungswettbewerben für Pferde ab einem Alter von fünf Jahren.

Mindestens sechs Jahre alt müssen die Pferde auf kurzen (41 bis 60 Kilometer) und mittleren (61 bis 80 Kilometer) Kursen sein. Erst ab einem Alter von sieben Jahren dürfen sie lange Distanzen (81 bis 160 Kilometer) laufen. Die Deutschen Meisterschaften im Distanzfahren werden über 100 Kilometer ausgetragen. Internationale Wettkämpfe gibt es für Distanzfahrer bislang nicht.

Damit die Pferde die Wege gut überstehen, gibt es wie bei den Reitern für jede Fahrt Vor- und Nachuntersuchungen und zudem Kontrollen der Konstitution auf der Strecke. Nicht nur eingangs und im Ziel werden die Pferde genau untersucht, sondern darüber hinaus in vorgegebenen Abständen auf der Strecke.

Dabei werden Puls, Kreislauf, allgemeiner Zustand und das Gangwerk eines Pferdes überprüft. Sinkt der Puls nicht schnell genug wieder auf ein Normalmaß oder stellt der Tierarzt Unregelmäßigkeiten beim Laufen fest, kann das zum Ausschluss eines Teams führen. Pausen sind vorgeschrieben. Ihre Länge wie die Anzahl der Kontrollen ist abhängig von der Streckenlänge. Auch unangekündigte Kontrollen sind möglich.

Vielleicht weil es kaum Auflagen gibt, wird das Distanzfahren immer beliebter. Dennoch ist die Zahl der Fahrer gegenüber den Reitern gering: Unter rund 2000 Mitgliedern im VDD seien höchstens 200 Fahrer, schätzt Juliete Mallison. Wer nicht volljährig ist, braucht einen erwachsenen Begleiter. Der Wagen muss gelände- und verkehrssicher sein.

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