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Dokumentation über US-Basketballer im Iran

Göttinger führt Regie Dokumentation über US-Basketballer im Iran

Seine Unterhosen haben den Film erst ermöglicht. Dank ihnen kann Till Schauder der westlichen Welt die „Tischtennis-Diplomatie“ erklären. Im „wichtigsten Equipment eines Filmemachers“ transportierte der Regisseur das Material zu „The Iran Job“ aus dem streng islamischen Staat mit Liefer-Embargo in die USA.

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Noch auf dem PC-Bildschirm, bald auf der Leinwand: Sara Nodjoumi (l.) und Till Schauder präsentieren „The Iran Job“.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Wären die Flughafen-Kontrolleure dem gebürtigen Göttinger auf die Schliche gekommen – die Welt wäre um einen Disney-Films ärmer. Dabei gestaltete sich die Idee, das Tagwerk eines US-amerikanischen Profi-Basketballers beim Erzfeind in der iranischen Superleague filmisch zu begleiten, ohnehin extrem schwierig. „Wir haben ein Jahr nach einem Spieler gesucht, der als Hauptcharakter in einem Dokumentar-Film dient“, beschreibt Schauder. Kurz vor der Aufgabe des Projekts fanden der 41-Jährige und seine Frau Sara Nodjoumi, die den Film produziert, in Kevin Sheppard den geeigneten Kandidaten. „Kevin ist als Person schon eine wandelnde Story“, schwärmt die aus dem Iran stammende Nodjoumi.

Der heute 32-jährige Sheppard spielte vier Jahre im Iran und galt als Superstar der Liga. „Kevin ist witzig, sympathisch und offen für jeden Menschen – unabhängig welcher Kultur“, sagt Schauder. Und im Umgang mit der nahöstlichen Kultur setzt sein Film an. „Viele amerikanische Freunde von Kevin dachten, dass man im Iran auf Kamelen Basketball spielt, alle Maschinengewehre bei sich trügen und es kein fließendes Wasser gibt.“ Statt dessen lässt sich der von den Virgin Islands stammende Athlet auf Kultur und Religion des Iran ein, freundet sich mit Physiotherapeutin Hilda und deren Freundinnen Laleh und Elaheh an, mit denen er im Streifen über Frauenrechte und Freiheiten im Islam diskutiert.

Es sei daher nicht nur ein Film für Sport-Freaks, betont Schauder, der jetzt mit seiner Frau Sara, Tochter Nika und Söhnchen Luca im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt. „Ich war total begeistert, als ich ihn erstmals gesehen habe“, unterstreicht Nodjoumi als bekennende Anti-Sportlerin. Schauder kommt Sheppard mit seiner Kamera extrem nahe, übernachtet zeitweise sogar auf dessen Couch. „Mir ging es darum, zu zeigen, dass Sport ein Medium zur Völkerverständigung ist“, bemerkt der Absolvent der Hölty-Schule. So wie einst in den 70er-Jahren Tischtennisspiele amerikanischer Profis in China den Staatsbesuch von Präsident Nixon in die Volksrepublik vorbereiteten.

Am 28. September flackert „The Iran Job“, den Schauder durch die Mitarbeit von Walt-Disney-Großnichte Abigal Disney scherzhaft als „Disney-Produktion“ bezeichnet, in Los Angeles über die Kinoleinwand. In Deutschland wird er vorerst nicht zu sehen sein. „Es ist ein enormer finanzieller Aufwand“, erläutert Schauder. Daher will BG-Fan und Iran-Experte Hartmut Niemann den Stein ins Rollen bringen. Über das Kickstart-Projekt möchte er entsprechende Summen sammeln, um den Film sowie Sheppard als Gast nach Göttingen zu bringen.
Im Iran wird die Dokumentation sicher nicht zu sehen sein. Dorthin hat Schauder inzwischen Einreiseverbot, nachdem das iranische Verteidigungsministerium skeptisch gegenüber dem Dreh wurde und weitere Aufnahmen untersagt hat.

Von Rupert Fabig

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