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Manchester United: Der Coup des Cups

Sparkasse & VGH-Cup Manchester United: Der Coup des Cups

Es war seit dem Frühjahr ein wohlgehütetes Geheimnis, und als öffentlich gemacht wurde, dass der Nachwuchs von Manchester United am Göttinger Hallenfußballturnier um den Sparkasse & VGH-Cup teilnimmt, schwappte regelrecht eine Welle der Begeisterung durch die Region. Der Coup war von langer Hand vorbereitet worden.

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Eben noch in der Youth League, jetzt bei den Profis: Marcus Rashford ist gelungen, wovon viele ManU-Talente träumen – der Durchbruch in die Premier League.

Quelle: AFP

Göttingen. Wenn sich vom 5. bis 8. Januar in der Lokhalle der Profi-Nachwuchs mit den A-Juniorenteams von Klubs aus der Region misst, werden die meisten Augen auf „Man United“ gerichtet sein. Als Landrat Bernhard Reuter (SPD) bei einer Talkrunde zum Cup Anfang September die Teilnahme der „Red Devils“ verkündete, überschlugen sich auf der Facebook-Seite des Tageblatt-Fußballportals Sportbuzzer die Kommentare - alle Göttinger Jungfußballer wollen einmal gegen Manchester spielen.

Überzeugungsarbeit auf Reisen geleistet

„Wir haben bereits 2013 damit begonnen, um Manchester zu werden. Wir interessieren uns für alle Topvereine in Europa“, sagt Lutz Renneberg, zusammen mit Holger Jortzik Geschäftsführer des Cup-Ausrichters Fest GmbH. Den Kontakt stellte ein alter Bekannter her - Norbert Elgert, langjähriger Trainer des Göttinger Dauergastes Schalke 04.

Für die Hallenrunde 2014 fiel die Entscheidung der Engländer frühzeitig auf den Mercedes-Benz-Cup in Sindelfingen, der Kontakt riss aber nicht ab. In die Karten spielte Renneberg und Jortzik, dass mit dem „ManU“-Ausrüster Adidas eine Partnerschaft geschlossen wurde. „Wir hofften, über Partner, die Einfluss haben, einen Schritt voranzukommen“, so Renneberg.

Jortzik und auch Cup-Pressesprecher Jonathan Döhling reisten durch halb Europa, um Überzeugungsarbeit zu leisten, dann endlich gab es grünes Licht: „Der Spielplan wurde so gelegt, dass ManU von der Liga für das Göttinger Turnier freikriegt. Es hat drei Jahre gedauert, aber jetzt ist es soweit“, sagt Renneberg.

Für Trainer wie Elgert, aber auch für seine englischen Kollegen ist ein Hallenturnier wie der Sparkasse & VGH-Cup nicht nur Budenzauber. „Elgerts Philosophie besagt, dass er in der Halle vor tausenden Zuschauern sieht, wie der Spieler mit einer Drucksituation zurecht kommt“, erläutert Renneberg. Die englische Nachwuchsarbeit hinke im Vergleich mit der deutschen allerdings noch hinterher, sowohl die Qualität als auch die Struktur der Nachwuchsarbeit betreffend, unterstreicht der Cup-Chef. Die Karriere eines Marcus Rashford, der im vergangenen Jahr noch als Junior gespielt hat und nun Profi der ersten Mannschaft ist, ist die Ausnahme.

Auch wenn Manchester beim Turnier in Sindelfingen jeweils früh ausgeschieden ist - die Vorfreude ist auch bei Renneberg groß. „Der Aufwand ist schon größer, auch was die medialen Bedürfnisse betrifft. Aber ich gehe davon aus, dass ManU für das Turnier eine Bereicherung darstellt. Der Klub hat einen traditionsreichen Namen mit der größten Strahlkraft in England.“

Seedorf und Co: Spätere Helden in Göttingen

Der Sparkasse & VGH-Cup hieß noch Sports-Aquarius-Cup und wurde in der mittlerweile abgerissenen Godehardhalle ausgespielt, als 1991 ein junger Spieler auf sich aufmerksam machte – Clarence Seedorf von Ajax Amsterdam. Manchester United ist eben nicht der erste klangvolle Name, der beim Göttinger A-Juniorenturnier zu Gast ist.

„Er hat 15 Minuten lang den Ball jongliert, hörte gar nicht mehr auf. Die Spieler und Zuschauer haben nur noch ihn angeguckt“, erinnert sich Turnier-Veranstalter Lutz Renneberg. Auf eine Frage habe der spätere Weltstar, der mit drei verschiedenen Klubs die Champions League gewonnen hat, in perfektem Deutsch geantwortet – Seedorf hatte einen Teil seiner Kindheit, wie er Renneberg verriet, in Hamburg verbracht – und für den Elmshorner Klub Holsatia gespielt.

Während Ajax 1991 gewann, war der FC Bayern 1992 nicht zu schlagen, gewann das Finale mit 3:1 gegen Hannover 96. Als Trainer tauchte damals „völlig überraschend“, so Renneberg, Gerd Müller am Sandweg auf. „Wir haben die Teams im Sportgästehaus im Jahnsportpark untergebracht, wo es Etagenbetten gab. Ich habe Müller gefragt, ob er woanders schlafen möchte, doch er sagte: Ich bleibe bei meinen Jungs!“ Top-Stürmer der Bayern sei damals Ivica Grilic, heutiger Manager des MSV Duisburg, gewesen. Sein Trainer, der ehemalige „Bomber der Nation“, habe ihn auf dem Kieker gehabt und ihn lautstark kritisiert: „Du bist ein Amateur!“ Resultat: Grilic wurde bester Torjäger.

Seedorf war ein Jahr zuvor die Torjägerkanone versagt geblieben, weil ein gewisser André Breitenreiter von Hannover 96 öfter traf. Ebenfalls nicht so oft habe der FC Barcelona bei drei Auftritt zwischen 1998 und 2000 getroffen. „Sie waren technisch super, aber körperlich nicht so stark und haben teilweise derbe Packungen bezogen“, berichtet Renneberg. Inter Mailand, Teilnehmer 1998 und 1999, sei demgegenüber ins Halbfinale vorgedrungen – eine italienische Turniermannschaft halt.

Renneberg war zu Beginn der 90er-Jahre noch Trainer des damaligen Ausrichterklubs SVG Göttingen und erlebte 1992 sein Trainer-Highlight: einen Viertelfinalsieg gegen Eintracht Frankfurt mit Trainer Charly Körbel. „Die haben wir aus der Halle geschossen“, sagt der Turnier-Chef und freut sich noch heute darüber.

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