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„Echte Herausforderung“ – auch für Schiedsrichter

Deutsche Meisterschaften der Gehörlosen „Echte Herausforderung“ – auch für Schiedsrichter

Hallensport der etwas anderen Art wurde in der Leinestadt geboten: Unter der Ägide des Gehörlosen-Sportclub Göttingen (GSC) fanden die Deutschen Meisterschaften der Gehörlosen im Futsal statt.

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Spiel gegen den Kölner GSV: Dimitri Vogel vom Veranstalter GSC (r.) gegen Lukas Köllen (l.).

Quelle: SPF

Dabei lieferten sich 46 Teams aus allen Teilen der Republik in den Kategorien Herren, Senioren, Frauen und Jugendliche spannende und zum Teil technisch hochklassige Spiele.

Futsal ist eine ursprünglich aus Brasilien stammende Variante des Hallenfußballs, die sich von diesem in zweierlei Hinsicht unterscheidet: Zum einen wird mit etwas anderen Regeln, zum anderen mit einem weitaus kleineren und schwereren Ball gespielt. So führt nach dem dritten Foul, das mit einem direkten Freistoß geahndet wurde, jedes weitere Foul, das ebenfalls unter die Kategorie direkter Freistoß fällt, automatisch zu einem Zehnmeter („kumuliertes Foul“). Ist der Ball im Aus gelandet, muss er per Einkick innerhalb von vier Sekunden wieder aufs Spielfeld zurückbefördert werden. Und was Rückpässe zum Torhüter angeht, sind diese nur erlaubt, wenn der Ball dabei die Mittellinie überschreitet. Ein Futsal-Ball ist einfacher zu kontrollieren als ein gewöhnlicher Hallenfußball. Gleichzeitig sind die spielerischen Anforderungen an die Akteure beim Futsal jedoch höher als beim normalen Kick in der Halle; mal einen Weitschuss abzufeuern und auf das Beste zu hoffen, ist wenig erfolgversprechend, stattdessen muss das Leder kontrolliert nach vorn gespielt und der Gegner dabei auskombiniert werden.

Das spielerische Niveau des Turniers war dann auch dementsprechend hoch. Schade, dass nicht mehr Fans den Weg in eine der insgesamt vier Hallen fanden, die Göttinger Fußballfreunde haben am Samstag wirklich etwas verpasst. Und zwar nicht nur hochklassigen, sondern auch sehr emotionalen Sport. Immer wieder mussten die Schiris den Karton zücken – auch den roten, zum Beispiel in der Szene, in der ein Karlsruher Akteur, seines Zeichens Nationalspieler, seinem eigenen Mitspieler einen wuchtigen Tritt gegen die Brust verpasste. Der GSC war mit einer Jugendmannschaft vertreten. Nach zwei Siegen und einer knappen Niederlage in der Vorrunde ging es im Viertelfinale gegen den Turnierfavoriten Essen, gegen den das Team von Trainer Christopher Manns nach großem Kampf und einer 1:0-Führung noch 1:2 unterlag – da konnte auch der beste Göttinger an diesem Tag, Jan Medewitz, nichts dran ändern.

Als „echte Herausforderung“ bezeichnete Schiedsrichterin Michaela Siegmann (Göttingen) ihren Job: „Einige Spieler können einen ja nur bedingt und andere gar nicht hören, also kommuniziert man seine Anweisungen und Entscheidungen mit einer Fahne.“ Ansonsten unterschieden sich die Gehörlosenmeisterschaften in keiner Weise von einem gewöhnlichen Turnier.

Endstand Herren: 1. HSC Schleswig, 2. GSV Düsseldorf. Frauen: 1. GSV Darmstadt, 2. Dresdner GSV. Jugendliche: 1. GSV Düsseldorf, 2. GTSV Frankfurt. Senioren: 1. GSV Freiburg, 2. GSV Karlsruhe.

Von Hauke Rudolph

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