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Ein schlagfertiges Team

Heiß auf Medaillen Ein schlagfertiges Team

Langsam setzt es ein, dieses Gefühl im Bauch, dass zugleich Vorfreude und Anspannung verkörpert. Auch bei den sechs Niedersachsen, die bei den Paralympics in London (29. August bis 9. September) starten. „Es kribbelt schon ganz schön“, sagte Torben Schiewe gestern am Rande der feierlichen Verabschiedung der Behindertensportler in der Friederikenstiftung Hannover. Und der 27-jährige Sitzvolleyballer, der erstmals an den Paralympics teilnimmt, ergänzt: „London, das ist einfach ein Traum.“

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Seinen Segen und viele gute Wünsche gibt Landesbischof Meister (l.) den niedersächsichen Sportlern der Paralympics Bernd Jeffré (GC Nendorf/Team BEB, Handbiking), Torben Schiewe (TuS Bröckel/Team BEB, Sitzvolleyball), Frank Heitmeyer (SSG Wittlage e.V./Team BEB, Sportschießen), Matthias Alpers (SSV Tarmstedt/Team BEB, Bogenschießen) (vlnr).

Quelle: Becker

Hannover. Acht Tage sind es noch bis zum Beginn der Spiele. Ein Trainingslager steht bis dahin noch auf dem Programm für Schiewe, der mit dem TuS Bröckel gerade den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hat – bei den Nichtbehinderten. „Dann heißt es nur noch, diesen Traum zu genießen“, sagt Schiewe, der eine Behinderung am Fuß hat, die seine Beweglichkeit einschränkt. Genießen ist aber nicht alles: „Wir fahren nicht nach London, um den Zuschauern zu winken, wir wollen eine Medaille“, sagt der Zuspieler selbstbewusst.

Für seine Kollegen, von denen gestern Reiterin Lena Weifen und Handbiker Vico Merklein trainingsbedingt fehlten, ist Dabei sein ebenfalls bei Weitem nicht alles. „Dabei sein und eine Medaille holen“, ergänzt Handbiker Bernd Jeffré aus Nendorf das Motto. Karl Finke, Präsident des Behindertensportverbandes Niedersachsen freut sich zwar, „wenn wir drei bis vier Medaillen holen“, man habe aber keine Vorgabe, wie es eine bei den Olympischen Spielen gab. „Wir gehen da ganz locker ran.“

Lockerheit und Vorfreude prägten die gestrige Verabschiedung, als es im heißen Saal viele warme Worte für die Sportler gab. Martin Kind, Klubchef von Hannover 96, bekannte seinen Respekt vor dem, was die Sportler leisten, und versicherte, am Fernseher mitzufiebern: „Ich werde mich mitfreuen und mitleiden – je nachdem.“ Und Nicolas Kiefer, erzählte von seiner Olympiateilnahme in Athen („die vergebenen drei Matchbälle zu Gold ärgern einen immer noch ein bisschen – auch wenn Silber toll ist“) und riet den Sportlern, die Zeit zu genießen, weil sie viel zu schnell vorbei sei.

Vor zahlreichen TV-Teams und Medienvertretern hatte sich der frühere Tennisprofi aus Hannover am Vormittag auf der Anlage des HTV ein Showmatch mit der besten deutschen Rollstuhltennisspielerin Katharina Krüger geliefert. Auch am Nachmittag war die Medienpräsenz groß – sogar aus England war eigens ein Kamerateam angereist. Fast ein bisschen viel Rummel für die vier anwesenden Paralympioniken, zu denen außer Schiewe und Jeffré auch Sportschütze Frank Heitmeyer aus Wittlage und Bogenschütze Matthias Alpers aus Tarmstedt gehören.

Für Heitmeyer wird es daher vor allem Zeit, „dass es endlich losgeht“. Der 42-Jährige, dessen linker Arm gelähmt ist, hat als Filialleiter einer Sparkasse in Osnabrück einen Vollzeitjob und neben dem Beruf nicht viel mehr Zeit als für „Training, Training, Training“. Und auch Bogenspezialist Alpers kann die Zeit kaum erwarten, bis es endlich nach London geht. „Ich habe richtig Bock!“

Zum Abschluss der Verabschiedung erhielten die Sportler gestern vom Landesbischof der evangelischen Kirche, Ralf Meister, den Segen – und von Verbandspräsident Finke ein Maskottchen, das eine Anspielung auf das Niedersachsenpferd sein soll. Schlagfertig sind die Behindertensportler allemal, nicht nur im Hinblick auf Medaillen. Auf die Frage, ob man nach London fliege oder fahre, antwortete Finke: „Wir rudern!“  

Von Manuel Becker

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