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Erster Gang durch die neue Sparkassen-Arena

Kosten steigen auf sieben Millionen Euro Erster Gang durch die neue Sparkassen-Arena

Der Bauzaun wird ein wenig zur Seite geschoben, im Gänsemarsch zwängen sich die Mitglieder des städtischen Sportausschusses hindurch. Natürlich sei es Herrn Grubers Auto, das im Parkverbot vor dem provisorischen Durchgang im Bauzaun steht, witzelt Veit Hesse von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF).

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Fahrt unter die Decke: In der Sparkassen-Arena findet momentan der Innenausbau statt.

Quelle: Warda

„Wo ist denn hier bitte ein Parkverbotsschild“, fragt Andreas Gruber, Vorsitzender des Stadtsportbundes, zurück – es herrscht Klassenfahrts-Atmosphäre, als der Sportausschuss am Dienstagabend die Sparkassen-Arena auf dem Schützenplatz in Augenschein nimmt. Im Juni soll hier der erste Sportunterricht stattfinden.

Man betrete die neue Sporthalle durch den zukünftigen Sportlereingang, erläutert Alexander Frey, Geschäftsführer des Bauherrn GoeSF, der die Gruppe führt. Der Eingang ist eine Glastür, an der sich Marc Franz, als BG-Manager heute ebenfalls dabei, als Türöffner betätigt. „Gut macht er das“, scherzt Gruber, während Frey zu Erläuterungen ansetzt.

Man befinde sich im Sportlerfoyer, teilt der GoeSF-Chef mit, rechter Hand schließe sich ein Gymnastikraum an. In den zukünftigen Räumlichkeiten des sogenannten Hallenwarts linker Hand verlegt ein Bauarbeiter gerade eine Versorgungsleitung. Geradeaus geht es weiter zu einem von vier Treppenhäusern. Die unteren Scheiben sind bereits mit Graffiti verschmiert. „Aha, die Halle wird wahrgenommen“, sagt Frey.

Die Sparkassen-Arena ist die „mit Abstand größte und teuerste Halle, die die Stadt je gebaut hat“, wird Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) später auf der Ausschusssitzung in der noch angrenzenden Godehardhalle in Erinnerung rufen. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass der Hallenneubau bereits im März fertig ist, unter anderem der Fund einer Bombe sorgte für eine Verzögerung. Nun geht man davon aus, dass die ersten Schulklassen probeweise im Juni hier Sport treiben. Einweihung ist laut Frey „ziemlich sicher“ in der ersten Juli-Woche. Bei der Explosion einer Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg waren im vergangenen Jahr auf dem Schützenplatz drei Experten des Kampfmittelräumdienstes umgekommen.

Die Kampfmittelräumung trug laut Frey mit 200 00 Euro Kosten auch dazu bei, dass die Gesamtaufwendungen für die Halle von 6,7 auf 7 Millionen Euro kletterten. Außerdem seien beispielsweise nach erfolgtem Zuschlag die Anforderungen an die Fernsehbeleuchtung gestiegen. Nicht mehr 1000 Lux Beleuchtungsstärke, sondern 1400 Lux werden für die TV-Übertragungen zukünftig benötigt. Man sei bei den Kosten „leicht über dem Plan, aber in einer Größenordnung, die zu vertreten ist“, sagt Frey. 2,35 Millionen Euro kommen aus dem Konjunkturpaket II, 3,1 Millionen aus einer Sonderausschüttung für 2010 der Eon Mitte AG, an der die GoeSF über die Stadt Aktienpakete hält – Strom-Dividende baut Sporthallen. Den Rest trägt die GoeSF, unterstützt von Förderprogrammen.

Unterhalb der Südtribüne, auf der bald 728, von der Wirtschaft gesponserte Sitzschalen angebracht werden (Tageblatt berichtete), geht es an den Umkleiden vorbei zum Haupteingang im Westen. Zwar ist das Eingangsfoyer mit zwei Einlässen 300 Quadratmeter groß, wirkt aber auf den ersten Blick recht klein, und das nicht nur, weil momentan noch Rigipsplatten herumstehen und darauf warten, angebracht zu werden. „Größer wäre immer möglich“, sagt Frey, zumindest sei das Foyer doppelt so groß wie das der Godehardhalle. Links und rechts befinden sich Treppenhäuser, die zu den Tribünen führen. „Die Besucherströme sollen sich teilen“, erläutert der GoeSF-Geschäftsführer.

Die neue Halle ist 4200 Quadratmeter groß und fasst bei BG-Spielen inklusive Stehplätzen 3380 Zuschauer. Die Beko-BBL, die Basketball-Bundesliga, habe die Arena bereits überprüft – BBL-Spiele seien „problemlos möglich“, berichtet Frey, der im gleichen Atemzug daran erinnert, dass auch die Schüler des benachbarten Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) hier Sport treiben werden.

Ihre Turngeräte wie die Sprossenwand werden an der Decke aufbewahrt und sind über eine „herablassbare, multifunktionale Einrichtung“ (Frey) erreichbar. Multifunktional ist auch der Raum oberhalb des Eingangsbereichs auf der Westseite. Bei BG-Spielen halten sich hier VIPs auf und treten über zwei Glastüren auf einen Balkon in den zentralen Hallenbereich heraus. Ansonsten ist im Raum über dem Foyer auf Parkettfußboden aber auch Tischtennis, Karate oder Gymnastik möglich.

Im zentralen Arena-Bereich fallen die Aussparungen unter den Tribünen auf. In diese werden in absehbarer Zeit Teleskop-, also ausziehbare Tribünen eingebaut. Die größere der beiden Tribünen an den Kopfenden soll mit Klappbänken ausgestattet werden, die, aufgeklappt, bei BG-Heimspielen Stehplätze bieten – die neue Heimat der Veilchen-Fans. Im Bereich der Treppenhäuser befinden sich auf beiden Schmalseiten großzügig arrangierte Toilettenanlagen.

Vorbei an einem 150 Quadratmeter großen Mehrzweckraum im ersten Stock der Ostseite, in dem zukünftig unter anderem Gastronomie, die „Verpflegung des gemeinen Gastes“ (Frey) untergebracht sein soll, geht es über die Treppe und die Glastür wieder nach draußen. Zurück im Foyer der Godehardhalle blickt Ulrich Holefleisch (Grüne), Bürgermeister und Sportausschussmitglied, an die Decke und schüttelt den Kopf: „Als die Halle neu war, vor 40 Jahren, dachten wir, die hält eine Ewigkeit.“ Was denn aus den ganzen Sachen wie der großen Uhr im Gymnastikraum werde, will er von Frey wissen. „Wir werden nicht einfach alles wegschmeißen“, versichert dieser. Was die Stadt nicht gebrauchen könne, gehe unter Umständen an Vereine, von denen einige bereits ihr Interesse angemeldet hätten. Das Bundesliga-Tanzturnier am vergangenen Wochenende sei wohl die letzte große Veranstaltung in der Godehardhalle gewesen, schätzt Frey. Die Tage der Halle sind gezählt.

Von Eduard Warda

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