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Fechterin des ASC 46 nimmt an Deutscher Meisterschaft teil

Melissa bringt sich mit Rap in Rage Fechterin des ASC 46 nimmt an Deutscher Meisterschaft teil

Um vor einem Gefecht die nötige Aggression aufzubauen, greift Melissa Liebig zum Äußersten: Dann gibt es 50 Cent und Eminem auf die Ohren – die bösen Burschen der Rap-Musik. „Sonst wäre ich viel zu lieb, so ist mein Charakter. Das sagt mir mein Trainer Josef Kruczek ständig“, erklärt die Florett-Fechterin vom ASC 46.

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Zu lieb zum Fechten? Vorsicht, das freundliche Lächeln trügt, denn auf der Planche macht Melissa Liebig keine Gefangenen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Zu lieb? Ihre Gegnerinnen dürften das anders sehen, denn für sie ist die 18-Jährige blondes Gift. In Niedersachsen macht ihr niemand den Rang als Nummer eins streitig. Die Göttingerin ist siebenfache Landesmeisterin – einmal davon „aus Spaß“ mit dem Degen. Bei der Landesmeisterschaft in Braunschweig fegte sie die Konkurrenz von der Planche. Als Belohnung darf die Zwölftklässlerin des Otto-Hahn-Gymnasiums am 25. April nach Weinheim zur Deutschen Meisterschaft der Juniorinnen.

Liebigs Leistungen sind mit Blick auf ihre bescheidenen Trainingsbedingungen umso beachtlicher. „In der Sporthalle am Waldweg gibt es nur Melder und Kabelrollen“, sagt sie. Keine Planche und häufig keine Gegner. Meistens ficht ihr Trainer gegen die technisch starke Rechtshänderin. „Die Trainingsgruppe ist ziemlich klein, und wir haben nur drei Hallenzeiten in der Woche“, beklagt die angehende Abiturientin. Ihre Chancen, bei den nationalen Titelkämpfen in die Spitze vorzustoßen, beziffert sie daher als gering: „Ich treffe auf Gegnerinnen, die täglich an Olympia-Stützpunkten und Internaten trainieren.“

Den Sprung an ein Internat hätte Liebig wagen können. Ein Angebot aus der Fecht-Hochburg Tauberbischofsheim, Heimatstadt des Mannschaftsolympiasiegers und IOC-Präsidenten Thomas Bach, lag vor. „Damals war ich zu jung und hätte zu viel aufgeben müssen“, begründet der Fan der italienischen Fecht-Legende Valentina Vezzalli. Aus der Welt ist der Traum von der Profikarriere deshalb nicht.

Eben eine ganz Liebe

„Nach dem Abi würde ich gerne aus Göttingen raus. Der Florett-Nationaltrainer hat mich gefragt, ob ich dann nicht nach Tauberbischofsheim kommen will und nebenbei ein FSJ mache.“ Über Olympia mache sich Liebig, die später im Eventmanagement arbeiten möchte, keine Gedanken. „Ich weiß nicht, ob das was wird“, sagt sie schüchtern lächelnd. „Einen Flug nach Rio habe ich jedenfalls noch nicht gebucht.“

Zunächst gelten die nächsten Wochen der Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft. Die gelegentlichen Kaffee-Runden und Kino-Besuche mit Freunden fallen flach, stattdessen stehen Fitness-Einheiten, Beinarbeit und gezielte Angriffstechniken auf dem Programm. „Und Schule natürlich. In die verbleibende Zeit muss ich dann so viel Training reinstecken wie möglich“, betont die charismatische Liebig.

Seit ihrem siebten Lebensjahr ficht die ASC-Athletin. Das Zusammenspiel von Kopf und Körper fasziniert sie. Ihre Eltern – von Mama gibt es Tipps vor den Gefechten – begleiten Liebig zu fast jedem Turnier. Ebenso wie ihr geliebtes Florett. „Florett-Gefechte sehen einfach am schönsten aus“, sagt die 18-Jährige. „Aber lass’ das bloß nicht die Säbel- und Florett-Fechter wissen.“ Sie ist eben eine ganz Liebe.

Von Rupert Fabig

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