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Feuerwerk der Turnkunst begeistert in der Lokhalle Göttingen

Ein Knaller Feuerwerk der Turnkunst begeistert in der Lokhalle Göttingen

Langsam wird die Luft etwas knapp. Gerade erst hat Lisa Rinne den 3300 Zuschauern in der nahezu ausverkauften Lokhalle am Trapez den Atem geraubt, da geht es Schlag auf Schlag weiter. Zeit, um Luft zu holen, bleibt keine, denn umgehend übernehmen die Adole Brothers die Bühne beim Feuerwerk der Turnkunst und lassen mit ihrer Highspeed-Show Schnappatmung beim Publikum einsetzen.

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Wer so hoch springt, muss mit dem Teufel im Bunde sein: die Dunking Devils rocken die Lokhalle und avancieren zu den Publikumslieblingen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Idee des äthiopischen Duos ist brillant. Deren Umsetzung sorgt reihenweise für Ausrufe wie „unglaublich“.

Auf dem Rücken liegend, schleudert der große Bruder den kleinen (geschätzte Schuhgröße 34) mit den Füßen (!) in die Luft, wo er Salti nach Salti vollführt und punktgenau wieder auf den Quadratlatschen seines Partners landet. Jedoch nur, damit der arme Kerl anschließend derart am Bauch mit Tritten traktiert wird, dass er gedreht wird wie die Platte von einem Discjockey.

Selten hat sich das Feuerwerk so rasant, so schnell präsentiert wie bei der Vertigo-Tour. Kaum ein Beitrag zieht sich in die Länge, während der Umbauten unterhält Kai Eikermann. Der bierbäuchige Glatzkopf reiht sich nahtlos ein in die Phalanx der niveauvollen Komiker beim Feuerwerk. Sobald er ausgeblödelt hat, nimmt die Show wieder Tempo auf.

Rassige Traumfrau in Highheels

Das elegante Duo Wheel Sensation verleiht – Pyro-Technik an den Rhönrädern sei Dank – dem Begriff der heißen Reifen eine völlig neue Dimension. Grenzen überwindet Dergin „Stix“ Tokmak. Kommt der an Kinderlähmung erkrankte Athlet noch im Rollstuhl in die Arena gerollt, stützt er sich bald auf die rot-weiß-gestreiften Gehhilfen und beginnt zu tanzen. Nicht etwa Standardtanz, sondern Breakdance. Die Fans sind schwer beeindruckt.

Einen ähnlich hohen Schwierigkeitsgrad besitzen die Strapaten-Nummer des scheinbar schwebenden Stepan Melnyk und die Artistik von Taras Hai am Schlappseil. Während viele Menschen drei Versuche benötigen, um in eine Hängematte zu steigen, balanciert der Ukrainer mit verbundenen Augen.

Einen echten Knaller hat sich Regisseurin Heidi Aguilar für das Ende des ersten Akts aufgespart. Bei Rokashkov fliegen drei russische Bilderbuch-Athleten mit faszinierender Präzision am Reck. Dazu stolziert eine rassige Traumfrau in Highheels auf der Reckstange entlang.

Sehr gelungen ist die Auswahl der Musik. Nicht gemeint ist damit die Didgeridoo-Einlage von Eikermann, der im Schottenrock und mit orangenen Turnschuhen gekleidet ist, sondern es geht beispielsweise um die optimal abgestimmten, peppigen Klänge zu Marcel et ses Droles Femmes.

„Das war das erste Mal, wir waren alle ganz baff“

Wenn Marcel, der Ex-BG-Spieler Christoph Tetzner zum Verwechseln ähnlich sieht, seine Partnerinnen am Corean Cradle durch die Lüfte wirbelt, verursacht das schon beim Zusehen Rückenschmerzen. Die vier Franzosen albern dabei kräftig herum und machen richtig Party. Womit wir bei den Dunking Devils wären, die das Publikum sofort vereinnahmen und zum rhythmischen Klatschen animieren.

Flankiert von Cheerleadern, vollführen die Slowenen mithilfe eines Trampolins extrem spektakuläre Dunkings am Basketballkorb. Ob 720-Grad-Drehung, ein Sprung über drei Kollegen oder ein Slam mit brennendem Ball – was für eine Show, die Jungs liefern das Komplettpaket.

Die Turngala, die in etwa das Niveau der Vorjahres-Veranstaltung erreicht, gipfelt in einer Inszenierung noch nach dem Finale aller Künstler. Das Duo MainTenanT tritt auf. Die auf Hawaii lebenden Franzosen sind die mit Abstand teuersten Athleten der Tournee, wie Produktionsleiter Wolfram Wehr-Reinhold bestätigt.

Zu einem französischen Chanson und umrahmt von allen Aktiven präsentieren die Weltstars ergreifende und romantische Partnerakrobatik, die mit einem innigen Kuss des Paares endet. „Das war das erste Mal, wir waren alle ganz baff. Vielleicht gab es ja einen Heiratsantrag“, vermutet Wehr-Reinhold.

Danach bemühen die begeisterten Zuschauer ihre letzten Atemreserven, pfeifen, johlen und trampeln, was das Zeug hält. Sie bejubeln eine homogene Show, die sich Jahr für Jahr selbst zu übertreffen scheint.

Impressionen vom Feuerwerk der Turnkunst 2015 in der Lokhalle Göttingen. © Pförtner

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Feuerwerk der Turnkunst 2015 in der Lokhalle Göttingen.

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Von Rupert Fabig

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