Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Friedländer brechen abgeschottete Vereinsstrukturen auf

Netzwerk für den Sport Friedländer brechen abgeschottete Vereinsstrukturen auf

Mit einem in Niedersachsen bislang einmaligem Projekt wollen die Gemeinde Friedland und die in den Ortsteilen ansässigen Sportvereine Probleme der Gegenwart bewältigen und sich zukünftigen Herausforderungen stellen.

Voriger Artikel
Dritte verliert mit drei Toren Differenz
Nächster Artikel
Noch fehlt die perfekte Gebrauchsanweisung

Feuer und Flamme für das Friedländer Sport-Netzwerk: Eike Matthies, Rüdiger Grunewald, Andreas Friedrichs und Jochen Schustek (von links) vor dem Sportstundenplan der Gemeinde.

Quelle: Hinzmann

Angesichts stagnierender oder rückläufiger Mitgliederzahlen, demographischen Wandels mit schrumpfender Bevölkerung sowie überschneidender Angebote von Vereinen, Ganztagsschulen und Freizeiteinrichtungen „besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Bürgermeister Andreas Friedrichs.

Das von den Friedländern initiierte „Netzwerk für den Sport“ beinhaltet nicht nur – wie in anderen Gemeinden – die Abstimmung von Vereins- und Schulangeboten. Darüber hinaus eröffnet es jedem Angehörigen eines Vereins die Möglichkeit, in anderen Vereinen der Samtgemeinde Sportarten zu betreiben, die im eigenen Klub nicht angeboten werden, ohne dort Mitglied werden zu müssen. „Vor allem in kleinen Vereinen lohnt es sich wegen der geringen Nachfrage oft nicht, bestimmte Disziplinen oder Trendsportarten anzubieten. Damit die Leute nicht nach Göttingen gehen müssen, wollen wir bei uns eine Infrastruktur schaffen, die es ihnen ermöglicht, ihren Interessen hier nachzugehen“, erläutert Friedrichs die Idee.

Schnitt- und Koordinationsstelle der Aktivitäten ist das am 1. Juli 2009 eröffnete Sportbüro der Gemeinde Friedland, besetzt mit Jugendreferent Rüdiger Grunewald, Ordnungsamtsleiter Jochen Schustek und Eike Matthies, der im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) bis 30. Juni 2010 den Großteil der planerischen und operativen Arbeit leistet. Dazu gehörte nicht nur die Entwicklung eines Sportfragebogens, in dem die Friedländer ihre Sportangebots-Wünsche ankreuzen können, und die Erstellung eines Sportstundenplans für die Gemeinde, sondern auch, Vorstände und Mitglieder der einzelnen Vereine von den Vorteilen des vernetzten Projekts zur sogenannten Gastsport-Erlaubnis zu überzeugen, in das mittelfristig auch die Schützenvereine und Feuerwehren eingebunden werden sollen. Dafür müssen aber erst einmal versicherungstechnische Fragen geklärt werden.

„Die Konkurrenzsituation bei den Vereinen ist tief verwurzelt“, nennt Schustek eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Umsetzung des Projekts. „Als ich mich am 11. Januar mit den Vorsitzenden getroffen habe, waren sie zunächst sehr skeptisch“, bestätigt Matthies. „Sie haben schließlich zugestimmt, nachdem der Vorsitzende des TSV Klein Schneen sie ermutigt hat, einen Probelauf zu starten“, berichtet der 20-Jährige, der beim TSV Groß Schneen Fußball spielt und das Amt des Jugendwartes innehat, bei der JSG Leine/Friedland als Jugendtrainer arbeitet sowie Schul-AGs für Tischtennis und Fußball leitet.

Beginnen soll der Probebetrieb am 1. April. „Nach einem Jahr werden wir bilanzieren, welche Wanderbeziehungen sich ergeben haben, und dann über die Fortführung des Projekts entscheiden“, so Friedrichs. Finanziell gesichert ist es bis dahin dank einer Spende der Sparkasse Göttingen über 6000 Euro. Deren Geschäftsführung ist von der innovativen Friedländer Idee ebenso angetan wie Kreissportbund-Geschäftsführer Michael Heil: „Ich finde, es ist der richtige Weg. In diese Richtung denken viele, doch nur wenige packen es an. Wichtig ist, dass es gemacht wird.“

mig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
Alle Verein der 1. Bundesliga im Quotenvergleich von SmartBets.
Burgturnier 2017: Highlights aus drei Tagen