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Fußballspiele künftig ohne Schiedsrichter

NFV-Kreis gehen die Unparteiischen aus Fußballspiele künftig ohne Schiedsrichter

Es liest sich wie einer Kapitulationserklärung: Einige Fußballspiele im NFV-Kreis Göttingen müssten zukünftig ohne einen neutralen Schiedsrichter stattfinden, schreibt der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses Christian Rahlfs in einer Pressemitteilung.

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Aussterbende Spezies? Ein Schiedsrichter-Gespann betritt vor einem Fußballspiel das Spielfeld.

Quelle: Claus

Bis jetzt sei ein flächendeckender Einsatz von Unparteiischen nur durch den engagierten Einsatz einzelner Referees möglich gewesen, doch nun sei die „Grenze der Belastungsfähigkeit erreicht“.

In der jüngeren Vergangenheit hätten einzelne Unparteiische bis zu fünf Ansetzungen pro Woche übernommen. Nur so hätten die Schiedsrichter-Ansetzer die bisherigen Partien der laufenden Saison im Herren-, Frauen- und Juniorenbereich mit neutralem Personal bestücken können.
Die Gründe lägen aber nicht nur im Mangel an Referees, unterstreicht Rahlfs. „Nicht, dass es im Kreis Göttingen nur zu wenig Schiedsrichter gibt, es gibt auch zu wenig verfügbare“, schreibt er. Er habe „erhebliche Zweifel am Einsatzwillen einzelner Schiedsrichter“, wenn diese regelmäßig ihre Spielaufträge zurückgäben. Bestes Beispiel in den vergangenen Wochen sei ein Unparteiischer, der von acht Ansetzungen fünf zurückgegeben und einmal unentschuldigt gefehlt habe. „In einem solchen Fall hilft nur der Ausschluss“, macht Kreisschiedsrichterobmann Rahlfs deutlich.

Nun sei also die „vollständige Besetzung aller Spiele des Kreises nicht länger gewährleistet“, die Mannschaften vor allem der 3. Kreisklassen und D-Junioren müssten damit rechnen, „dass kein Neutraler erscheint“. Es sei angeraten, „zu jedem Spiel einen Begleiter aufzufordern, Turnschuhe und Pfeife mitzubringen“.

Aber auch die „Nichtbesetzung von Spielen weiterer Klassen“ könnte sich zukünftig als notwendig erweisen, warnt Rahlfs. Ob ein Schiedsrichter angesetzt sei, erführen die Vereine im DFBnet. Sollte keiner angesetzt sein, habe das Spiel trotzdem stattzufinden, stellt Rahlfs klar. „Sollte kein neutraler Schiedsrichter erscheinen, haben sich die Vereine auf eine Person zu einigen.“

Vor diesem Hintergrund appelliere der Kreisschiedsrichterausschuss an alle Vereine, Mitglieder zu den Schiedsrichter-Anwärterlehrgängen zu senden, die auch ansetzbar seien: „Schiedsrichter, die mehrere Funktionen in ihren Vereinen inne haben, sind denkbar ungeeignet“, schreibt Rahlfs – im Zweifelsfall bleibe bei hoher Beanspruchung meistens die Schiedsrichtertätigkeit auf der Strecke. Der Ernst der Situation scheine allerdings nur von wenigen Vereinen erkannt worden zu sein, denn den bis dato letzten Anwärterlehrgang hätten nur zwölf Fußballer besucht.
Acht Frauen erfolgreich

Nach diesem Lehrgang hat der Fußballkreis Göttingen zumindest wieder zehn neue Schiedsrichter. Den neuen Unparteiischen wurde das Regelwerk in sieben Lehreinheiten beigebracht. Zehn der zwölf Kandidaten (darunter acht Frauen) bestanden im Anschluss die Prüfung bei Volker Mönnich aus Lindau. Lehrgangsbester wurde Jan Schmidt-Schweda vom SSV Groß Lengden.

Außerdem legten Hans-Joachim Jäkel (Hertha Hilkerode), Alina Kobold, Laura Renneberg, Jonas Renneberg (alle SG Lenglern), Began Krasnici (FC Niemetal), Jasmin Lüdecke, Franziska Paluch, Sabrina Zietek (alle Bovender SV) und Lena Wittmann (SV Rollshausen) die Prüfung ab. „Um gerade in der derzeitigen Situation die Spiele mit Schiedsrichtern besetzen zu können, ist es für uns wichtig, neue Schiedsrichter auszubilden“, verdeutlichte Rahlfs. „Leider verlieren wir noch zu viele Jung-Schiedsrichter wieder, da sie mit der Kritik und dem Verhalten von Eltern und Betreuern im Juniorenbereich nicht zu Recht kommen.“ Rahlfs setzt auf die Mitarbeit der Vereine .

„Spieler lernen das Fußballspielen, und Schiedsrichter müssen das Pfeifen lernen. Spieler, Zuschauer und Vereinsfunktionäre sollten Schiedsrichtern auch Fehler zugestehen. Es wird kein Schiedsrichter von sich behaupten, dass er ein Spiel ohne Fehlentscheidung über die Bühne bringt.“ Dies werde aber auch kein Spieler von sich behaupten, so Rahlfs.

Erstmals wurde der Lehrgang mit Unterstützung einer Online-Lernplattform des DFB in Zusammenarbeit mit der Uni Osnabrück durchgeführt. Die Teilnehmer konnten sich dadurch neben den Lehreinheiten auch im Internet durch Präsentationen und Regelfragen auf die Prüfung vorbereiten.

Von Eduard Warda

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