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Göttingens Olympia-Hoffnung Neele Eckhardt und das Knie

Gestärkt in die Wettkämpfe Göttingens Olympia-Hoffnung Neele Eckhardt und das Knie

Der Schmerz kam schleichend. Doch plötzlich war er nicht mehr zu ignorieren und auch alles Zähne zusammenbeißen half nicht mehr. Das rechte Knie droht Göttingens Olympia-Hoffnung Neele Eckhardt ihren Traum von Rio de Janeiro 2016 zu zerstören. Doch die 23-jährige Top-Dreispringerin kämpft und will zur Hallensaison im Winter sogar gestärkt in die Wettkämpfe einsteigen.

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Quelle: Pförtner

Göttingen. Die norddeutschen U23-Meisterschaften im heimischen Göttinger Jahnstadion verfolgte Eckhardt von der Tribüne aus. „Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, verriet sie. Denn ihre Trainingskameradinnen der LG Göttingen präsentierten sich in ihrer Abwesenheit stark. „Wir verstehen uns sehr gut, und Anna Schmotz ist eine sehr gute Freundin. Zur Deutschen Meisterschaft fahre ich nicht. Vielleicht schaue ich mir in einem Internet-Stream an, wer mir meinen dritten Platz klaut“, sagt Eckhardt enttäuscht.

Das erste Mal bemerkt hatte sie die Probleme beim Trainingslager auf Teneriffa. Das war im März 2014. Doch die trainingsfleißige gebürtige Bremerin wollte sich nicht bremsen lassen. Zu groß der Ehrgeiz, zu verlockend die möglichen Erfolge, denn trotz der Blessur war sie in Medaillenreichweite. Im Sommer bestätigte sie dies dann, gewann den nationalen U23-Titel und Bronze bei den Deutschen Meisterschaften (13,98m).

„Doch im Dezember ging dann nichts mehr. Die erste Diagnose lautete Knorpelschaden, da war ich komplett am Boden zerstört. Das hätte vielleicht mein Karriereende bedeutet. Als es dann später nach einer zweiten MRT-Untersuchung hieß, es sei ein Teileinriss der Patella-Sehne, habe ich innerlich gejubelt“, skizziert Eckhardt. 2011 hatte sie schon einmal Probleme mit der linken Patella-Sehne. Sie habe also gewusst, was auf sie zukomme. „Ich bin die Sommer- und Wintersaison ausgefallen. Dann aber wieder gut in Tritt gekommen und habe meine Bestleistung moderat verbessert“, erzählt die 23-Jährige.

Seit der Diagnose im Januar dominieren Besuche beim Arzt und Physiotherapeuten ihren Tagesrhythmus. „Bei Dr. Kay Jacobsen habe ich eine Eigenblut-Therapie gemacht. Die Spritzen in die Patella-Sehne schmerzten höllisch. Doch es stellte sich bald Erfolg ein. Mit Unterstützung von Uwe Klaßen vom Reha-Zentrum Rainer Junge arbeitete ich dann weiter. Aktuell hilft mir auch Physiotherapeut Patrick Rissler in Rosdorf“, so Eckhardt. Aktuell betreibt sie schon Athletik-Training und probt Anlauf mit Hop und Steb, also den beiden ersten Sprungelementen des Dreisprungs, die sie mit dem linken Bein ausführt.

Die Wettkampfpause nutzt Eckhardt indes, um ihr Jurastudium an der Uni Göttingen voranzutreiben. Dabei ist sie nicht minder ehrgeizig als im Sport. „Ich möchte gern Richterin werden, und dazu benötige ich einen sehr guten Abschluss“, sagt die Studentin im fünften Semester.

Für das Wintersemester 2015/16 und das Sommersemester 2016  werde sie sich allerdings befreien lassen. Denn ihr Ziel lautet weiterhin Rio 2016. „Das motiviert mich enorm. Die Chance, mich für Rio zu qualifizieren bietet sich bis in den späten Sommer hinein. Die Wintersaison soll zum Aufbau dienen, damit ich im Sommer voll angreifen kann“, gibt sich Eckhardt kämpferisch.

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