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„Ball is life“

Göttinger 3x3-Challenge „Ball is life“

„Streetball? Bedeutet einfach Glückseligkeit. Die Musik, du bist draußen - und musst nicht in die Verteidigung zurücklaufen.“ Samir Suliman beschreibt ein Lebensgefühl. Bei der ersten Göttinger 3x3-Challenge durfte er es in vollen Zügen auskosten.

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Hip-Hop-Beats, intensive Duelle, kühle Korbleger: Streetball bei der Göttinger 3x3-Challenge.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. Suliman ist eine Legende der Szene. Mit seinem Team, den „International Homies“, hat er in den 1990er- und 2000er-Jahren drei Deutsche Meisterschaften im Streetball gefeiert. „Wir sind von Turnier zu Turnier gefahren und haben alles auseinandergenommen“, erinnert sich der Deutsch-Sudanese. Bundesliga-Spieler wie Matthias Grothe und Konrad Wysocki sind im Sommer für die „International Homies“ aufgelaufen. Jetzt, mit 43, ist Suliman der „letzte Überlebende“ der alten Truppe. Die Szene habe sich verändert, sagt der schwergewichtige Marburger. Ab 2020 ist 3x3-Basketball olympisch. Die Sportart unterliegt inzwischen einem umfangreichen Regelwerk, es gibt eine Weltrangliste und professionelle Teams. Suliman findet das „mega, wenngleich das mit Olympia leider 20 Jahre zu spät für mich kommt“. Die Athletik der Spieler habe sich massiv gesteigert, gleichzeitig sei der taktische Aspekt etwas in den Hintergrund gerückt, was vor allem an der Zwölf-Sekunden-Wurfuhr liegt. Der Vorteil: schnelle, actiongeladene Partien ohne elendig lange Dribbel-Orgien. Nachteil: viele Isolationen und Würfe gegen den Verteidiger.

Streetball ist ein dynamisches Spiel, das sich ständig entwickelt. Was dagegen ewig gleich zu bleiben scheint, ist die Symbiose zwischen Freiluft-Basketball und Hip-Hop-Musik. 2Pac, Warren G, N.W.A. - DJ ZDeE spielt in Göttingen mehr als acht Stunden alles, was die 90er-Playliste zu bieten hat. „Oldschool“ eben, wie die Brillie-Ohrringe tragenden Streetballer sagen. Das kommt an.

Was dagegen verachtet wird: Weinerlichkeit und fehlende Härte. „Kein Blut, kein Foul“, besagt eine alte Streetball-Weisheit. Ganz so schlimm ist es bei der Göttinger Challenge nicht, aber die Duelle haben es in sich. Was primär an den herausragenden Hauptpreisen liegt: Karten für ein Spiel der NBA inklusive transatlantischen Fluges. 16 Mannschaften haben es darauf abgesehen, die Elite der deutschen Rangliste ist am Start. Beinahe jedes Team bietet mindestens einen Regionalliga-Akteur auf. Pro-B-Spieler sind ebenso dabei wie der mit einem butterweichen Wurfhändchen ausgestattete Stefan Wess von Zweitligist Chemnitz Niners.

Göttinger 3x3 Challenge

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Doch niemand kann den „Stamm“ fällen. Die auf Eins gesetzte favorisierte Crew um den Ex-Bundesliga-Profi Femi Oladipo (2011/12: Ratiopharm Ulm) und den Ersten der deutschen Rangliste, Dia Soliman, setzt sich erwartungsgemäß durch. Oladipo krönt sich durch einen Sprung über einen jungen Kompagnon außerdem zum Dunking-Champion. „Der Stamm“ war ursprünglich eine Gruppe Basketball spielender Rapper aus Aachen und Umgebung. Mittlerweile ist er eine von Sponsoren professionell ausgestattete Mannschaft, die wöchentlich von Turnier zu Turnier reist. „Vergangene Woche Den Haag, heute Göttingen, nächste Woche Athen“, berichtet Soliman, der früher in der ersten ägyptischen Liga und der 2. Bundesliga bei den Krefeld Panthers gespielt hat. Größter Erfolg bislang ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2014 in Moskau gewesen. Olympia? „Sag niemals nie, aber es gibt nur vier Startplätze für Europa, und die Konkurrenz ist krass“, erklärt der 37-jährige Soliman. Vor allem auf dem Balkan boomt 3x3-Streetball. Die Weltrangliste wird von Serben und Slowenen dominiert, vereinzelt finden sich US-Amerikaner, Kanadier und Polen in den Top 25.

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Davon, einen Weltklasse-Streetball zu begrüßen, ist das Göttinger Turnier noch etwas entfernt. Doch für die Premiere erhalten die Ausrichter Amir Sadafizadeh und Alain Fazal viel Lob. „Bis auf wenige Ausnahmen lief es perfekt, wir hätten uns noch ein paar mehr Zuschauer gewünscht. Aber im nächsten Jahr wird es auf alle Fälle eine weitere Auflage geben“, konstatiert Fazal.

Aus Göttingen direkt stammen nur wenige Aktive. Am erfolgreichsten schneiden „I bims“ um das Regionalliga-Trio Steffen Teichert, Amo Paul (beide BG 74) und Marcello Schröder (SCW) sowie „Team EGN“ mit Lennart Stechmann und Gökhan Özbas ab. Berlin, Bonn, Ludwigshafen - die Masse kommt von weiter her. Jakob Schilk ist um 6 Uhr aus Hamburg angereist. Weswegen? „Ganz einfach: Ball is life.“ Basketball ist das Leben.

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