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Göttinger Florian Bangert beendet mit 37 Jahren seine Karriere

16 Jahre lang die Knochen hingehalten Göttinger Florian Bangert beendet mit 37 Jahren seine Karriere

In seiner ersten Partie gab es eine Slapstick-Einlage, nach dem letzten Match einen Triumphzug: In seinem ersten Football-Spiel für die Göttinger Generals wurde Florian Bangert so hart geblockt, dass er eine Rolle rückwärts machte und sich auf dem Hosenboden wiederfand.

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Ehrenrunde: Florian Bangert (M.), geschultert von Christian Rathmann (l.) und Philip Arnold.

Quelle: Pförtner

Göttingen. 16 Jahre später trugen ihn seine Mannschaftskameraden auf den Schultern vom Spielfeld.

Als Dank dafür, dass der heute 37-Jährige für seine Generals getackelt, geblockt, im Sinne des Wortes die Knochen hingehalten und sich aufgeopfert hat. Jetzt will Bangert nicht mehr – die Familie geht vor. Eine beeindruckende Sportlerkarriere ist zu Ende gegangen.

Zum Football kam der gelernte Drucker durch seinen – bis heute aktiven – Freund Moris Brinkwerth. Der nahm ihn zum Training mit – Bangert war sofort infiziert. Die Mischung aus knallhartem körperlichen Einsatz und der unglaublichen Komplexität des Spiels faszinierte ihn.

Mann gegen Mann

„In diesem Sport heißt es Mann gegen Mann, Helm an Helm - davor hatte ich nie Angst“, sagt der Fan des NFL-Profiteams Baltimore Ravens. Gleichzeitig sei Football Taktik pur. „In unserem Playbook befinden sich rund 50 verschiedene Angriffs-Spielzüge, und von jedem Spielzug gibt es noch drei bis vier Unter-Varianten“, erklärt Bangert.

Er jage seit seinem siebten Lebensjahr mit Begeisterung dem runden Leder hinterher, aber wenn es einen Sport gebe, der wirklich die Bezeichnung Rasenschach verdiene, dann sei es nicht der in Deutschland so beliebte Fußball, sondern der ungleich  kompliziertere American Football.    

Bangerts Position war die des Linebackers. Als solcher bildete der 1,83 Meter große und 103 Kilo schwere Abwehrspieler eine Art Bindeglied zwischen den Kolossen der vorderen und den leichteren, wendigeren Spielern der hinteren Abwehrreihe. Primäre Aufgabe des Linebackers ist es, den gegnerischen Running Back (Ballträger) aufzuhalten. Das mochte Bangert.

Besonders solche Gegenspieler, die zu aufrecht laufen, seien ein dankbares Ziel für ein gelungenes Tackling: „Wenn du sie einmal auf Höhe der Hüfte hart erwischt, war’s das häufig schon – dann hast du ihnen für den Rest des Spiels den Schneid abgekauft.“

Ich war meiner Heimat aber zu stark verbunden

Aber Bangert, der auch eine Schiedsrichter-Lizenz besitzt, war nicht nur ein herausragender Spieler, er ist jemand, der den Football in seinen Feinheiten versteht. „Er kann gegnerische Angriffsformationen lesen“, sagt Generals-Coach Matthias Schmücker, und wisse, welchen Spielzug der Gegner  plant.

Darum sei es auch Bangerts Aufgabe gewesen, während des Spiels die Abwehr zu organisieren, erläutert Schmücker: „Florian weiß nicht nur, was er zu tun hat, er hat den Gesamtüberblick und weiß, was das ganze Team zu tun hat “. Für die Generals sei er unersetzlich – „jetzt, da wir in die Regionalliga aufgestiegen sind, wird er uns ganz besonders fehlen.“

Mehr als Regionalliga hat der geborene Göttinger nie gespielt, auch wenn die Bundesliga mit „ein paar mehr Sessions im Kraftraum“ für ihn möglich gewesen wäre, wie er sagt. „Ich war meiner Heimat aber zu stark verbunden, um sie zu verlassen.“

In einer stillen Stunde hat er sich mal gefragt, wie weit er es in Amerika gebracht hätte, wäre er dort geboren worden und mit dem Football aufgewachsen: „Aber das sind Träumereien, ich lebe nun mal hier.“ Und zwar in Lenglern mit seiner Frau Sina und ihrem fast dreijährigen Sohn Luca Elias. Im Dezember erwartet die Familie ihren zweiten Sohn. Wer weiß – vielleicht organisiert in 25 Jahren wieder ein Bangert die Defensive der Generals.

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