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Göttinger Giebenrath und Wiegand berichten über Sportinternate

Familie oder Tischtennis-Fabrik? Göttinger Giebenrath und Wiegand berichten über Sportinternate

Norddeutschland und damit auch Göttingen ist bekanntermaßen Tischtennis-Diaspora mit fast ausschließlich unterklassigen Teams. Mit Werder Bremen spielt nur ein einziger Klub in einer der ersten drei Herren-Ligen. Ähnlich ist es bei den Damen. Der einzige Zweitligist kommt aus Tostedt.

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Anschub für die Karriere: Robert Giebenrath hat den Wechsel in ein Sportinternat nicht bereut.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Oberligist Torpedo, Göttingens klassenhöchstes Herren-Team, ist gerade einmal fünftklassig. Bei den Damen sieht es etwas besser aus, nachdem Torpedo nun erstmals in die 3. Liga aufgestiegen ist. Für ambitionierte Talente heißt das in der Regel: Göttingen verlassen und sich an einem Sportinternat intensiv der sportlichen Karriere widmen. Mit Robert Giebenrath und Johanna Wiegand haben in den vergangenen Jahren zwei Top-Talente diesen Schritt gewagt und berichten von ihren Erwartungen.

 
Giebenrath ist vom Felix-Klein-Gymnasium auf das „Lotto Sportinternat“ in Hannover gewechselt, wo zehn Plätze für Tischtennis-Spieler zur Verfügung stehen. Aktive vieler olympischer Sportarten und Fußballer von Hannover 96 trainieren hier intensiv, den schulischen Teil deckt die KGS Hemmingen („Elite-Schule des Sports“) ab.

 
Giebenrath – früher Oberliga-Akteur bei Torpedo – hat dort sein Abitur abgelegt und eine Ausbildung als Bürokaufmann abgeschlossen. Derzeit studiert er an einer Fern-Uni Wirtschaftspsychologie. „Ich würde alles wieder so machen“, sagt Giebenrath, „meine beruflichen Perspektiven haben sich alle durch den Sport ergeben.“ Trotz eines verletzungsbedingten Karriereknicks hat der 23-Jährige weiter hohe Ziele: „Ich bin im Landeskader und möchte unbedingt noch Regionalliga spielen.“ In der kommenden Saison soll Giebenrath zunächst Hannover 96 in die Oberliga bringen, alles Weitere ist offen: „Tischtennis wird immer ein ganz wesentlicher Lebensbereich für mich bleiben.“

 
Auch Wiegand hat den Wechsel im vergangenen Jahr auf ein Sportinternat nicht bereut. Die 14-Jährige hatte am Felix-Klein-Gymnasium als einer Partnerschule des Leistungssports zwar gute Trainingsbedingungen, musste jedoch darüber hinaus aufwendige Fahrten zu Lehrgängen bewältigen. „Am Tischtennis-Internat in Düsseldorf konnte man Schule und Sport besser verbinden“, erzählt die Torpedanerin. „Es war eine schöne Zeit, in der sich viele neue Freundschaften entwickelt haben“.

 
Eigentlich wollte Wiegand dort ihr Abitur machen, doch eine hartnäckige Schulterverletzung ist dazwischen gekommen: „So machte das keinen Sinn mehr, deswegen bin ich zurück am FKG“. Dort hat sich Wiegand schnell wieder eingelebt und wird versuchen, Anschluss an ihr Team in der 3. Liga zu finden, wenn die Verletzung abgeklungen ist.

 
Zum Tischtennis-Internat in Düsseldorf hat Robert Giebenrath eine klare Meinung: „Das ist eine Tischtennis-Fabrik, da kommen fast alle schnell wieder zurück. In Hannover waren wir wie eine große Familie, quer durch alle Sportarten.“ Doch Wiegand widerspricht da: „Auch in Düsseldorf waren wir eine starke Gemeinschaft, ich würde den Schritt dahin wieder machen“.

 
Einen Tipp für den wechselwilligen Tischtennis-Nachwuchs? „Man muss schon selbstständig sein“, weiß Giebenrath aus Erfahrung, „und immer offen für Neues“. Da stimmt Wiegand zu: „Man sollte loslassen können und viel Liebe zu seinem Sport mitbringen.“

 

Von Ralph Budde

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