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Göttinger Konstnatin Cernov gewinnt Deutsche Box-Meisterschaft

Mit gebrochenem Daumen Göttinger Konstnatin Cernov gewinnt Deutsche Box-Meisterschaft

Während der ASC-Boxnacht im Herbst 2013 fühlt sich Konstantin Cernov wie ein Häufchen Elend. In eine Ecke der Sparkassen-Arena gekauert, weint er nach seiner Niederlage bittere Tränen. Knapp zwei Jahre später ist aus dem heute 14-Jährigen ein junger Mann geworden.

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Selbst mit gebrochenem Daumen noch gefährlich: der Deutsche Meister Konstantin Cernov.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Mit geschwollener Brust posiert Cernov beim Fototermin fürs Tageblatt. In der Hand ein riesiger Pokal, um den Hals hängt die Goldmedaille für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft der U-17-Junioren bis 62 Kilogramm. Tränen vergießt der Nikolausberger keine mehr, nicht einmal wenn ihm der Daumen gebrochen wird. Von der Verletzung lässt sich der Schützling von Gegham Hakobyan und Ibrahim „Ibo“ Öztürk bei den nationalen Titelkämpfen in Juliusruh auf der Insel Rügen nicht ausbremsen.

 
Es passiert in der zweiten Runde des Finalkampfs. Cernov dominiert seinen physisch deutlich stärkeren Kontrahenten. „Der Verband hatte das Viertelfinale als Ziel ausgegeben“, sagt ASC-Abteilungsleiter Eduard Homtschenko. Cernov will mehr: „Ich habe den Titel eingeplant.“ Doch plötzlich schießt ein stechender Schmerz durch seine linke Hand. „Ich konnte meinen Daumen nach dem Kampf kaum noch bewegen“, erinnert sich der Neuntklässler der Voigtschule. Aber während des Gefechts beißt er sich durch. Die dritte Runde geht trotz der Beeinträchtigung an den ASC-Fighter. Als der Ringrichter danach Cernovs Arm als Zeichen seines Sieges in die Höhe reckt, ist der Jubel bei ihm, Trainer Hakobyan und seinem mitgereisten Vater Aleksandr, der ihn 2010 zum Boxen brachte, überschwänglich. Viel Zeit zum Feiern bleibt jedoch nicht, denn der lädierte Daumen muss zunächst im Krankenhaus eingegipst werden.

 
Sechs Wochen ist Cernov, der 2004 mit seiner Familie aus der Nähe von Wolgograd nach Deutschland übersiedelte, beim Training zum Zuschauen verdammt. Danach fassen seine Trainer und er die Europa- und Weltmeisterschaften 2016 ins Auge. In diesem Jahr komme die Teilnahme noch zu früh. Fünfmal wöchentlich soll trainiert werden. „Boxen ist längst mehr als ein Hobby“, bemerkt Cernov, dessen tatsächliches Hobby Fußball ist. Hakobyan lobt den Fleiß des Russen. Technik und Ausdauer seien super, sogar die Teilnahme an Olympia 2020 erscheint möglich. „Ob das klappt, hängt jedoch vom Schicksal ab. Viel wichtiger ist mir, dass Konsti ein guter Mensch, ein zukünftiger General der Gesellschaft wird. Und da bin ich mir ganz sicher“, sagt der armenische Coach.

 
Motiviert werden muss der dreifache Landesmeister und zigfache Bezirksmeister selten. „Irgendwo in Deutschland gibt es sicher jemanden, der besser ist als ich“, weiß Cernov, der seine Distanzvorteile und die Schnelligkeit als Stärken nennt. Zulegen muss der in 21 Kämpfen 16 Mal siegreiche Boxer noch im Infight. Ansonsten sei er „Bombe“, erklärt Öztürk. „Ich bin mir sicher, dass er die EM dieses Jahr schon gewonnen hätte, in solch einem Topzustand ist er“, führt er aus. Die Beziehung zu seinen Trainern beschreibt Cernov als gut. Nur, dass Öztürk ihm aufgrund des noch nicht stattgefundenen Krafttrainings kürzlich den Spitznamen „Knochen“ verpasst hat, stößt ihm übel auf. Man könnte es auch so sehen: Cernov ist ein verdammt zäher Knochen.

 

Von Rupert Fabig

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