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Mit schrägen Rädern und Rammbügel

Sebastian Staub Mit schrägen Rädern und Rammbügel

Auf dem Spielfeld fährt Sebastian Staub keinen normalen Rollstuhl. Angeschrägte Räder und Rammbügel („Zum Autoscooter spielen“, scherzt Staub) zeichnen sein Sportgerät aus. Damit spielt der Göttinger erfolgreich Rollstuhlbasketball - seit diesem Jahr auch in der U-19-Junioren-Nationalmannschaft.

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Sebastian Staub in seiner Trainingshalle in Hannover.

Quelle: r

Göttingen. Zu der paralympischen Sportart sei er zufällig gekommen, so Staub. „Ich habe einen Mobilitätskurs gemacht, in dem man lernt, richtig mit dem Rollstuhl umzugehen“, sagt der 19-Jährige, der seit seiner Geburt eine spastische Diplegie an drei Gliedmaßen hat - nur sein linker Arm ist komplett gesund. Der Leiter des Kurses habe selbst Rollstuhlbasketball gespielt, ihn mal zum Zugucken und Ausprobieren mitgenommen. „Ich hatte direkt Spaß daran“, sagt Staub. So spielt er nun seit seinem 13. Lebensjahr Rollstuhlbasketball.

Zweimal die Woche Training

„Mit 13 anzufangen, ist schon eher spät“, sagt der junge Mann mit den kurzen, blonden Haaren - Leistungssportler beginnen bereits häufig im Kindesalter mit dem Training. „Dafür habe ich viel erreicht“, ergänzt er. Angefangen habe er beim ASC 46 und sei nach einem Jahr zu Hannover United gewechselt, wo er zweimal in der Woche trainiert. Vor zwei Jahren wurde er dann in den Landeskader Niedersachsen berufen, in dem die zwölf besten Spieler des Bundeslandes zusammenkommen.

Das ist Rollstuhlbasketball

Die Geschichte des Rollstuhlbasketballs begann nach Ende des Zweiten Weltkrieges in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Die ersten Rollstuhlsportler waren Kriegsverletzte, mit der Zeit kamen andere Behinderte hinzu. Bereits für 1946 sind die ersten Rollstuhlbasketballspiele dokumentiert. Später wurde ein Klassifizierungssystem eingeführt, nach dem Spieler – nun auch Minimalbehinderte und Nichtbehinderte – mit Punkten zwischen 1 (Querschnittsgelähmte) und 4,5 (Nichtbehinderte) eingestuft werden.

Ein Team darf auf dem Feld nicht mehr als 14,5 Punkte stehen haben. Ansonsten orientieren sich die Regeln am herkömmlichen Basketball – mit einigen Extraregeln. Rollstuhlbasketball ist eine der bekanntesten paralympischen Sportarten. Zuletzt gewann die deutsche Damenmannschaft Silber bei den Paralympics in Rio, die Herren holten Platz acht. hsc

„Zwei bis drei Lehrgänge haben wir im Jahr mit der Nationalmannschaft“, berichtet Staub und erinnert sich besonders gern an Testspiele in England. Da seien sie auch in Stoke Mandelville gewesen - „der Geburtsstätte des paralympischen Rollstuhlbasketballs in Großbritannien“, unterstreicht Staub. „Nationalspieler zu sein, bedeutet nicht nur, ein Trikot überzuziehen und Anerkennung zu bekommen“, sagt er. „Dazu gehört vor allem viel Disziplin.“

Mit 21 muss es klappen

Im nächsten Jahr ist der Göttinger Schüler, der an der Volkshochschule seinen Realschulabschluss macht, zu alt für die U-19-Mannschaft. „Wenn ich nicht direkt in die U-22-Mannschaft komme, höre ich nicht auf“, sagt er - auch bei der U-19-Mannschaft habe er drei Anläufe gebraucht. „Aber spätestens mit 21 muss es klappen“, so Staubs Ziel, sonst werde es mit einem Platz in der A-Nationalmannschaft, die zuletzt bei den Paralympics in Rio antrat, schwer.

Das ist sein Ziel: ganz oben mitzuspielen. „Auch wenn man davon nur bedingt leben kann“, sagt Staub. Behindertensport sei nicht so präsent in der Gesellschaft, und „ohne Präsenz kein Geld“. In den Ligen würden die Spieler nur in der ersten Bundesliga etwas verdienen, zum Beispiel beim RSV Lahn-Dill - dem „FC Bayern des Rollstuhlbasketball“, wie Staub scherzhaft sagt. Vielleicht spielt ja auch er irgendwann dort.

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