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Göttinger Team gewinnt Konzeptwettbewerb

German Racing Göttinger Team gewinnt Konzeptwettbewerb

Der Galopprennsport in Deutschland befindet sich in einer Todesspirale, konstatiert Change Rein, ein Team von fünf Göttinger Studentinnen und Doktorandinnen vom Arbeitsbereich Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness.

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Wettumsätze der Branche sollen wieder steigen: Galopprennen, hier auf der Bult in Hannover.

Quelle: Petrow

Göttingen. In den vergangenen zehn Jahren sind die Wettumsätze, die Haupteinnahmen der Branche, um 75 Prozent eingebrochen. Um eine Trendwende zu schaffen, leiteten die Verantwortlichen 2010 unter der neuen Dachmarke „German Racing“ eine Strukturreform ein. Nun steigen Besucherzahlen und Wettumsätze wieder, doch die Ansprüche der Konsumenten sind hoch. Um den Gästen etwas zu bieten, will German Racing so genannte Racing Clubs („Rennclubs“) einrichten.

Clubs gelten als verstaubt

25 solcher Clubs gibt es in Deutschland, doch sie gelten, im Gegensatz zu Rennclubs in England, als verstaubt. Um das Image mit neuen Ideen aufzubessern, hat German Racing einen studentischen Konzeptwettbewerb gestartet. 60 Hochschulen beteiligten sich. Change Rein aus Göttingen nahm auf einen Hinweis der Verlegerin Annette Cuvillier teil und gewann Ende August das Finale in Baden-Baden (Preisgeld: 3000 Euro). „Change  Rein bedeutet im Reitsport ‚Richtungswechsel‘ und lässt sich im übertragenen Sinn als Neuanfang verstehen“, erläutert Doktorandin Janina Müller.

Gehören zu Change Rein: Janina Müller und Maria Näther (v.l.)

Quelle: PH

Drei Monate lang haben die Göttinger, zu denen neben Müller noch Lisette Ahrens, Maria Näther, Swantje Schaffarzyk und Nina Scherger an ihrem Konzept getüftelt; trotz Prüfungen, die zeitgleich zu bestehen waren. Über drei Runden lief der Wettbewerb. Die Frauen überzeugten die Jury vor allem mit zwei ihrer insgesamt drei Club-Modelle.

Nur für den Rasen

„Just4turf“ („Nur für den Rasen“) hat als Zielgruppe Akademiker zwischen 20 und 35 Jahren. Neben vergünstigtem Eintritt sollen ihnen Vorträge und Seminare (Whiskey, Zeitmanagement) sowie Veranstaltungen an der Rennbahn (Cocktailpartys, Klassik- und Popkonzerte, Karrieremessen) geboten werden. Blog und Newsletter informieren über Rennsport, aber auch über Politik und Wirtschaft. Es gibt Clubreisen zu Rennbahnen und Gestüten im Ausland. Mitglieder können gemeinsam einen Vollblüter kaufen. 

Für die Umsetzung benötigt German Racing nach Einschätzung des Teams einen hauptamtlichen Mitarbeiter, der sich um ersten Jahr um den Aufbau der Grundstrukturen kümmert und dann um das laufende Geschäft. Die Veranstaltungen sollen mit freien Mitarbeitern durchgeführt werden. Durch die verstärkte Zahl junger Menschen auf den Rennbahnen verlieren die Galopprennen ihren Seniorencharakter, hoffen die Göttingerinnen. Derzeit gelten dort 50-Jährige als „jung“. Mögliche Schwächen des Konzeptes: Einnahmen sind aufgrund der Sprunghaftigkeit und der begrenzten Finanzmittel der Zielgruppe unsicher.

Hinweise auf ihre Zielgruppe

Als zweites Clubmodell präsentierte das Team in Baden-Baden „German Racing (GR) Member“. Es soll die breite Masse der Galopprennsportinteressierten in einem Club organisieren. Ein System zum Kundenmanagement bündelt Daten der Mitglieder zentral. Es liefert den Verantwortlichen Hinweise auf ihre Zielgruppe und hilft bei der Gewinnung neuer Besucher. Das Modell lässt sich nach Einschätzung der Göttingerinnen schnell umsetzen. Eine mögliche Schwäche: Die Clubkarte geht angesicht zahlloser Shoppingcards unter. 

„Die neuen Clubs sind nicht zum Nulltarif zu haben“, stellt Müller klar. Die Verantwortlichen müssten Geld in die Hand nehmen. Beim Göttinger Team waren die Ausgaben im Vergleich zu anderen Konzepten überschaubar. Nun sollen die Frauen bei der Umsetzung helfen. Die Leitung des Just4turf-Clubs wurde ihnen bereits angeboten: im Ehrenamt.

Von Michael Caspar

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