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Göttinger Veilchen-Ladies verlieren in letzter Sekunde gegen Osnabrück

51:52 Göttinger Veilchen-Ladies verlieren in letzter Sekunde gegen Osnabrück

Die Entscheidung fiel erst mit dem allerletzten Wurf, in der allerletzten Sekunde. Die Veilchen-Ladies der BG 74 führen mit 51:50 gegen die Girolive Panthers Osnabrück, sind Augenblicke von der Meisterschaft in der 2. Damenbasketball-Bundesliga und dem Aufstieg in die 1. Liga entfernt. Doch nach einem Einwurf von der Grundlinie freigespielt, steigt Osnabrücks Juliane Höhne 3,7 Sekunden vor Spielende aus knapp drei Metern zum Wurf hoch.

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Quelle: Pförtner

Göttingen. Der Ball trifft erst das Plexiglasbrett und tropft von da aus in den Ring. Die Sirene ertönt, 1100 Zuschauer schlagen die Hände fassungslos über dem Kopf zusammen, während ein kleines Grüppchen Gästefans frenetisch jubelt. Die Veilchen-Ladies sind geschlagen, verlieren nach dem Auftakt-Coup das zweite Spiel der Finalserie mit 51:52 (24:30) und verpassen somit den vorzeitigen Aufstieg. Wer als Meister ins Oberhaus darf, entscheidet sich nun am kommenden Sonnabend in Osnabrück.

Beiden Mannschaften war der enorme Druck vor der Rekordkulisse in der FKG-Halle zu Beginn deutlich anzumerken. Nach viereinhalb Minuten stand es gerade einmal 1:1, die Kontrahenten spielten sich die Fehlpässe im Sekundentakt zu. Erst vier Punkte von BG-Centerin Nicole Jones zum 5:1 brachen den Bann (5.), so dass sich die Dinge langsam in Richtung der Göttingerinnen entwickelten. Die Verteidigung der Veilchen-Ladies, die Trainer Ondrej Sykora als "herausragend" bezeichnete, hielt Osnabrücks Akteurinnen vom Korb fern. Zum Viertelende führte die BG mit 16:12.

Im zweiten Spielabschnitt verloren die Gastgeberinnen jedoch den Faden. Zwei Dreier in Serie von Pantherin Emma Duinker sorgten für die erste Gästeführung (20:22/16.). Im Angriff gelang es dem Sykora-Team nicht mehr, zum Korb durchzukommen. Besonders die völlig indisponierte Spielmacherin Monique Smalls haderte sichtlich mit sich und der nicht gerade zimperlichen Verteidigung der Osnabrückerinnen. Der gastierende Hauptrundenerste baute eine rote Wand auf und hetzte mindestens zwei Verteidigerinnen auf Smalls, sobald sich diese in Richtung Korb bewegte. Alysa Horn - eine von drei starken Import-Spielerinnen Osnabrücks - setzte den Schlusspunkt in der ersten Hälfte und traf zum 30:24 für die Gäste.

Haarsträubende Ballverluste begleiteten die Veilchen auch im dritten Viertel. Immerhin gelang Smalls ihr erster Feldkorb des Spiels (26:35/24.). Beim 41:28 für Osnabrück schien es, als hätte das Publikum den Glauben an einen Sieg verloren. Nun war es aber die passabel agierende Jones, die sich gegen die drohende Pleite stemmte. Und nach einem wilden Wurf von Co-Trainerin Zuzana Polonyiova zum 34:43 war die Halle zu neuem Leben erweckt (29.). Dennoch hatte die BG in den zehn verbleibenden Minuten beim Stand von 36:47 an einer heftigen Hypothek zu knabbern.

Den Veilchen-Ladies glückte jedoch ein optimaler Start ins Schlussviertel. Lucy Thüring, Fee Zimmermann und Smalls netzten nacheinander ihre Dreipunktwürfe ein und brachten die BG schnell auf 45:47 heran (33.). In den anschließenden Minuten verpasste es Göttingen allerdings, in Führung zu gehen, aber auch Osnabrück gelang gegen die intensive Veilchen-Verteidigung so gut wie nichts - und das große Zittern begann: Jones gleicht zum 48:48 aus, die starke Angela Pace kontert mit einem Korbleger, ehe ausgerechnet die bis dahin wirkungslose Smalls 36 Sekunden vor Schluss trotz Fouls erfolgreich abschließt und auch den anschließenden Freiwurf zum 51:50 trifft. Im Gegenzug vergibt Pace, und Jones wird gefoult. Die Entscheidung? Nein, denn die US-Amerikanerin verfehlt beide Freiwürfe, so dass erneut Pace zum siegbringenden Wurf für die Panthers ansetzt - und erneut verfehlt. Doch die BG kann den Rebound nicht kontrollieren. 3,7 Sekunden vor dem Aufstieg erhält Osnabrück einen Einwurf an der Grundlinie und bringt durch Höhne den glücklichen Sieg unter Dach und Fach.

"Wir waren nah dran, die Mädchen haben toll verteidigt. Osnabrück war die glücklichere Mannschaft. Jetzt gilt es, positiv zu bleiben und eine Woche hart zu arbeiten", sagte Sykora nach Spielende. Danach war der Tscheche vor allem als Psychologe gefragt, um seine enttäuschten Spielerinnen wieder aufzubauen.
Punkte BG: Jones (17), Thüring (3), Hirmke (2), Polonyiova (2), Dobroniak (4), Bencker (7), Smalls (11), Lücken (2), Zimmermann (3). - Beste Osnabrück: Pace (14), Duinker (11), Wellers (11), Horn (10).

Von Rupert Fabig

Foto: Pförtner

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