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Göttingerin Katharina Hottenrott tritt für die KKS Nordstemmen an

Von Bremke in die erste Bundesliga Göttingerin Katharina Hottenrott tritt für die KKS Nordstemmen an

„Zum Schießen kam ich über die Dorfjugend“, sagt Katharina Hottenrott über ihre Anfänge. Heute schießt die 23-jährige Bremkerin für die Kleinkaliberschützengesellschaft von 1928 (KKS) Nordstemmen in der Luftgewehr-Bundesliga. In ihrer Mannschaft hat sich die Polizeikommissarin, die in Göttingen wohnt, mittlerweile von der fünften auf die dritte Position hochgeschossen.

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Volle Konzentration: Die Bremkerin Katharina Hottenrott schießt in der Luftgewehr-Bundesliga für die KKS Nordestemmen.

Göttingen. „Bremke ist ein kleines Dorf, und in meiner Kindheit waren alle Jugendlichen im Schützenverein“, sagt Hottenrott im Rückblick.

Mit elf Jahren ging sie dann mal mit – „und seit dem ersten Tag bin ich jede Woche hingegangen“. Auch heute noch trainiert sie ein- bis zweimal pro Woche bei ihrem Heimatverein SV Altengleichen-Bremke, geht für den SV bei Kreis- oder Landesmeisterschaften an den Start. Ihr alter Trainer Horst Bührmann fährt auch schon mal mit zu Bundesliga-Wettkämpfen, zuletzt war er in Koblenz dabei.

Weil sie sich sehr wohl fühlt beim SV Altengleichen, tat sich Hottenrott mit der Entscheidung eines Wechsels von der damaligen Verbandsoberliga (heute schießt der SV in der Landesliga) in die Beletage des deutschen Luftgewehrschießens schwer. Nach einer gelungenen Landesmeisterschaft 2013 war sie gefragt worden, und schließlich vertraute sie ihrem Bauchgefühl. „Ich habe mir zwei Wochen Zeit gelassen, und dann habe ich mir gesagt: Wer weiß, ob die Chance noch mal wiederkommt?“

Seit einem Jahr schießt die 23-Jährige, deren Bruder André Hottenrott für den TSV Bremke/Ischenrode in der Fußball-Bezirksliga spielt, nun vor bis zu 200 Zuschauern. „Die Eingewöhnung gelang mir relativ schnell“, sagt sie – nach zwei Niederlagen zu Beginn gewann sie auf den hinteren Positionen vier und fünf sämtliche direkten Duelle und schloss mit einer Bilanz von 5:2 Siegen ab.

„Wenn es so gut läuft“

Die Position eins bleibt trotzdem wohl nur ein Traum: „An der ersten Position schießen in der Regel ausländische Schützen, WM- und Olympiateilnehmer. Da bin ich ein bisschen weit von weg“, berichtet die Bremkerin. Die Luftgewehrteams sind gemischt-geschlechtliche Mannschaften, die Nummer eins der KKS Nordstemmen ist die Holländerin Stine Andersen, eine gebürtige Dänin.

Das einzige Problem von Hottenrott ist die Zeitnot – als Bereitschaftspolizistin muss sie oftmals am Wochenende arbeiten. Bislang hat die Koordination jedoch recht gut geklappt, zumal sie in Bremke trainiert und nur zu Wettkämpfen nach Nordstemmen reist.

Die 23-Jährige hat sich ein teures Hobby ausgesucht: Ihr Luftgewehr hat 1400 Euro gekostet, ein Kleinkaliber-Gewehr im vergangenen Jahr knapp 3000 Euro. Dazu kommen Jacke, Schuhe und Hose. Die KKS zahlt lediglich die Munition, und dann gibt es noch Rabatte. „Es ist schon sehr teuer.“

Am Sonnabend tritt Nordstemmen mit ihr auf der Position drei in Mengshausen bei Bad Hersfeld an. Ihre Eltern begleiten sie zu fast allen Wettkämpfen. „Wenn es so gut läuft“, bekennt Hottenrott, „dann tut man sich doppelt schwer aufzuhören“.

Von Eduard Warda

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