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HG boykottiert Pokalwettbewerb

Handball HG boykottiert Pokalwettbewerb

Die HG Rosdorf-Grone wird zur zweiten Runde des Pokalwettbewerbs des  Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) nicht mit ihren Oberligateams antreten. Das gelte sowohl für das Spiel der Frauen am 31. Oktober als auch für die Männerpartie am 1. November, teilte HGRG-Vorsitzender Jürgen Weißke mit.

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Kaum mehr zu realisierender Traum: DHB-Pokalduelle wie hier 1996 zwischen dem TV Jahn Duderstadt und dem TBV Lemgo.

Quelle: Heller

Rosdorf. „Wir sehen in der Austragung des Pokals keinen Sinn und haben uns daher entschlossen, diese Pflichtveranstaltung schnellstmöglich hinter uns zu bringen. Es werden bei den Frauen voraussichtlich die weibliche Jugend A I und bei den Männern die zweite Herren-Mannschaft, verstärkt mit der männlichen Jugend A, antreten“, heißt es in einer von Weißke unterzeichneten Presseerklärung:

„Das Ziel beider Mannschaften wird sein, diese Runde als Verlierer zu verlassen, um das Thema Pokal für diese Saison abzuschließen. Wir konzentrieren uns auf die Saison und gönnen unseren ersten Mannschaften lieber eine Ruhepause“, so Weißke weiter.

Mit der Vorgehensweise der HG erklärt sich Verbandsligist TV Jahn Duderstadt solidarisch – nicht nur weil in der Mannschaft zurzeit ein Grippevirus grassiert und man daher am kommenden Sonntag beim Drittliga-Absteiger Northeimer HC nur mit einem gemischten Team antreten kann.

„Wir können die Äußerungen von Rosdorf-Grone zu 100 Prozent unterschreiben“, betont der sportliche Leiter Michael Kienberger. Auch er stellt die Attraktivität des Pokalwettbewerbs in seiner derzeitigen Form in Frage. „Ich weiß von einer Reihe unserer Ligakonkurrenten, dass sie ähnlich denken und früh ausscheiden wollen“, sagt Kienberger.

„Ich habe eine andere Meinung zum Leistungssport“, kritisiert HVN-Pokalleiter Jens Buchmeier eine derart rigorose Haltung, zeigt allerdings Verständnis und signalisiert Kompromissbereitschaft: „Wir nehmen negative und positive Erfahrungen zur Kenntnis und werden den Pokalmodus zukünftig weiter auf den Prüfstand stellen. Das Ergebnis ist offen.“ Northeims Coach Carsten Barnkothe findet es nicht gut, Ersatzmannschaften zu schicken, schließt sich aber der Forderung nach höherer Attraktivität an.

Bereits vor drei Jahren war auf einer gemeinsamen Sitzung aller Vereine der Ober- und Verbandsligen Niedersachsen eine Möglichkeit diskutiert worden, wie der Pokal attraktiver gemacht werden kann. „Es wurde besprochen, dass vier Mannschaften gegeneinander – jeder gegen jeden – spielen sollen.

Der Verband hat in seiner großen Güte einfach eine andere Regelung getroffen und das im Moment gespielte Modell eingestellt“, berichtet Weißke mit sarkastischem Unterton. „Schon im letzten Jahr haben wir dagegen protestiert, aber das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Wir haben daher unsere Konsequenzen gezogen.“

Wenig attraktiv und dazu teuer

Bei seinen Versuchen, für die unterklassigen Vereine einen attraktiven und zumutbaren Pokalmodus zu finden, sucht der Handball-Verband Niedersachsen bislang vergeblich nach dem Stein des Weisen.

Die Durchführungsbestimmungen des Cup-Wettbewerbs stehen vielerorts im Kreuzfeuer der Kritik. So wird jeder Klub mit 400 Euro bestraft, der auf Verbandsebene nicht teilnimmt. Die geplante  Regionalisierung ist auf der Strecke geblieben. In Northeim spielen am Sonntag nicht nur der gastgebende NHC und Duderstadt, sondern auch Vorsfelde und Helmstedt.

Rosdorf-Grone und Münden hingegen müssen nach Söhre bei Hildesheim fahren. Zudem ist der Weg in den DHB-Amateurpokal steinig und wenig attraktiv, kostet Zeit und Geld. Da wäre eine Orientierung am Fußball besser. Um den Klubs aus dem Amateurbereich attraktive Gegner aus den oberen Ligen zuzulotsen, wird in den ersten beiden Runden jeder Amateurmannschaft ein Bundesligist zugelost.

Hätten zum Beispiel die HG Rosdorf-Grone oder Duderstadt solche Perspektiven vor Augen und müssten nicht erst über große Umwege von einer Begegnung mit dem THW Kiel oder den Rhein-Neckar-Löwen träumen, würden diese Klubs dem Pokal einen ganz anderen Stellenwert einräumen.

So wie es vor der Pokalreform war. Dem heftig kritisierten Verband ist immerhin zugute zu halten, dass er den Pokalmodus weiter auf den Prüfstand stellen will, um die optimale Lösung zu finden.

Von Ferdinand Jacksch

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