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Handball-Oberliga: TV Jahn Duderstadt blamiert sich gegen HG Rosdorf-Grone

Abend des Grauens Handball-Oberliga: TV Jahn Duderstadt blamiert sich gegen HG Rosdorf-Grone

Es sollte ein toller Handball-Abend für die Spieler, Verantwortlichen und Fans des TV Jahn Duderstadt, doch es wurde ein Abend des Grauens, und das lag nicht an Halloween.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Duderstadt. In der gut gefüllten Halle „Auf der Klappe“ hatte der Auftritt des Heimteams bei der blamablen 11:25 (5:11)-Niederlage gegen die HG Rosdorf-Grone jedoch durchaus etwas Gespenstisches an sich. Blass, apathisch und geknickt verließen die Jahner nach den 60 Minuten das Feld, und genau so hatten sie zuvor auch agiert.

Die HG aus Rosdorf-Grone feierte mit ihren Fans dagegen lautstark. „Derbysieger, Derbysieger“, skandierten Team und Anhänger. Viele TV-Jahn-Freunde hörten das schon nicht mehr – sie hatten sich ob des erschreckenden Auftritts der Eichsfelder bereits weit vor Spielende auf den Heimweg begeben.

Unfassbare Fakten untermauern ein Handballspiel, das Ex-Profi Christian Caillat in dieser Form wohl auch noch nicht erlebt hatte. Der an diesem Tag bemitleidenswerte Trainer der Duderstädter, der die letzten Minuten auf der Bank sitzend regungslos verfolgt hatte, musste bis zur 15. Minute (!) warten, ehe seinen Jungs das erste Tor aus dem Spiel heraus gelang.

Insgesamt markierten die Gastgebern nur sieben Treffer aus dem Feld. Alleine Rosdorf-Grones wuchtiger Linkshänder Konstantin König war mit zehn Erfolgserlebnissen alleine fast genauso treffsicher wie die komplette Gruppe der Jahner, die so verschreckt agierten, als hätten ihnen vor dem Start alle Halloween-Geister dieser Erde in der Halle aufgelauert.

Mit handballerischen Finessen konnte die Mannschaft von Christian Caillat im Derby diesmal nicht aufwarten, produzierte viel zu viele Fehler und zu statisch im Offensivspiel. Hinzu kamen zu allem Überfluss auch noch ungewollte Slapstick-Einlagen. Symbolisch für den Verlauf des Prestigeduells aus Duderstädter Sicht war eine Szene aus der 36. Minute: In doppelter Überzahl pariert Christian Wedemeyer-Kuhlekamp, der seine Farben mit seinen Paraden vor noch schlimmerem Unheil bewahrte.

Den hoch abgeprallten Ball brachten jedoch sowohl Mark Tetzlaff als auch Valentin Grolig nicht unter Kontrolle. Das Spielgerät plumpste zu Boden und in die Hände eines HG-Spielers – es gibt eben Abende, da klappt aber auch rein gar nichts.

Von Christian Roeben

TV Jahn: Wedemeyer-Kuhlenkamp, Schmidt, Gebhardt – Nass (1), B. Kreitz, M. Loest, Tetzlaff (2/1), Rolheuser (1/1), Kornrumpf, F. Kreitz (2), Swoboda, Möller (1), V. Grolig, Brand (4/3). – Stationen: 0:5 (11.), 3:8 (22.), 5:11 (HZ), 6:14 (38.), 7:19 (48.), 9:22 (54.), 11:25 (Ende).

Stimmen zum Spiel

Ekkehard Loest , Teammanager des TV Jahn Duderstadt: „Wir haben eine katastrophale Angriffsleistung gezeigt, jeder hat verworfen. Unser Torwart Christian Wedemeyer war noch der beste Mann. Die Abwehr war nicht einmal unser großes Problem, denn zehn Minuten vor Schluss haben die Rosdorfer ja erst 20 Tore geworfen gehabt.

Ich nehme diese Mannschaft nach wie vor in Schutz, denn wir haben personell vor der Saison mit Janis Grisanovs und Daniel Müller zwei Leistungsträger verloren. Aber ich bin überzeugt davon, die Mannschaft wird auch mal ein schwaches Spiel wegstecken. So etwas kann immer passieren, es ist für uns jetzt kein Weltuntergang. Bei einem Vorsprung von 13 Toren fünf Minuten vor Schluss als gegnerischer Trainer ein Time-Out zu nehmen, so etwas gehört sich einfach nicht.

Gernot Weiss , Trainer HG Rosdorf-Grone: Wir haben trotz des Sieges noch unsere Probleme gehabt. Wir waren teilweise noch zu statisch und haben viel zu schnell abgeschlossen. Nach der ersten Halbzeit hätten wir deutlich höher führen müssen, aber wir haben noch zu viel verworfen. Über unsere Abwehrleistung haben wir das dann aber wieder wettgemacht.

Wir sind dann gut in die zweite Halbzeit gekommen. Außerdem hatten wir mit Julian Krüger einen ganz starken Torhüter. Dumm von mir war, ein Time-Out in der 55. Minute zu nehmen. Ich wollte damit nicht zeigen, wie gut wir waren und wir schlecht der Gegner, sondern ich war total sauer auf die Mannschaft, wie sie da gespielt hat.

 
► Kommentar: Keine Eile geboten

Manchmal braucht es neben einer ordentlichen Portion Tüchtigkeit auch das nötige Glück, und das erhält man von Zeit zu Zeit sogar ohne eigenes Zutun. Tüchtig zugelangt haben die Handballer des TV Jahn Duderstadt und der HG Rosdorf-Grone bereits am Freitagabend im Rahmen des Oberliga-Derbys, können sich also – sofern sie Fußball-Fans sind – dank des Spielplans am heutigen Sonnabend bequem auf der Couch den Bundesliga-Hit FC Bayern München gegen Borussia Dortmund anschauen.

Das könnten auch die Fußballerinnen des SV Bernshausen, die – zumindest, was den Tabellenplatz angeht – mit dem Rekordmeister aus München auf einer Stufe stehen. Der Tabellenführer duelliert sich ab 14 Uhr auf eigenem Platz mit der Reserve von Landesligist SVG. Auch wenn die Dusche danach ausgiebiger als sonst ausfallen sollte, bis zum Anpfiff in der Allianz-Arena sollten alle Protagonisten rechtzeitig vor dem Fernseher sitzen.

Über den Bayern- oder BVB-Sieg (oder eine Punkteteilung) könnten sich am Sonntag sowohl die Kreisliga-Fußballer des SC Eichsfeld, die um 14 Uhr die SG Rhume mit Trainer Tobias Dietrich (der übrigens Fan von Luciens Favres so starker Borussia aus Mönchengladbach ist) als auch die Handballer des TV Jahn Duderstadt II, die in der Halle „Auf der Klappe“ um 16 Uhr die HSG Rhumethal IV empfangen, ausgiebig austauschen.

Die Trainer hoffen naturgemäß darauf, dass ihre Akteure sich gedanklich erst nach ihrem eigenen Auftritt mit der Analyse der Profis beschäftigen. Der Vorteil dabei wäre: Beim Duschen ist anschließend absolut keine Eile geboten.

Von Christian Roeben
Das Sportressort erreichen Sie per Mail an sport@eichsfelder-tageblatt.de

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