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Handball-Schiedsrichter: Kaum Resonanz auf Fortbildungsangebote

„Alle fünf Jahre schlafen immer alle“ Handball-Schiedsrichter: Kaum Resonanz auf Fortbildungsangebote

Der Vorsitzende der Handballregion Süd Niedersachsen (HSN), Lapschies, beklagt die mangelnde Resonanz bei Fortbildungsangeboten für Schiedsrichter. Anders als in den vergangenen Jahren bewege sich der Zulauf außerhalb des normalen Bereichs. Die HRSN muss jährlich rund 300 Schiedsrichter fortbilden.

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Rote Karte: Schiedsrichter werden sich nicht selten für ihre Entscheidungen kritisiert.

Quelle: Schauenberg

Göttingen. Ohne Schiedsrichter geht es nicht. Auch die Handballer erwarten zu ihren Pflichtspielen Gespanne, die gut ausgebildet und über neueste Regeländerungen informiert sind. Sechs Lehrgänge hat die Handballregion Süd Niedersachsen (HRSN) für die nach den Sommerferien beginnende Saison in den vergangenen Wochen bereits ausgerichtet, drei weitere sind noch geplant. Holger Lapschies, HRSN-Vorsitzender und selbst als Schiedsrichter aktiv, schlägt Alarm: „Der Lehrgang für das vergangene Wochenende musste abgesagt werden, es hatten sich nur zehn Teilnehmer gemeldet.“ Anders als in den vergangenen Jahren bewege sich der Zulauf außerhalb des normalen Bereichs. „Vermutlich werden wieder einige zu spät wach – und dann finden wir keine Termine beziehungsweise Referenten mehr um die Lehrgänge noch anzubieten.“

 
Die HRSN muss in jedem Jahr etwa 300 Schiedsrichter fortbilden, zusätzlich nehmen noch weitere 50 Unparteiische an den Lehrgängen der Landes- und Oberligen teil. Zehn Fortbildungen werden angeboten: an verschiedenen Wochentagen und in verschiedenen Orten in der Region. Ein Lehrgang beinhaltet vier Einheiten à 45 Minuten inklusive theoretischer Prüfung (Regeltest). Zum Bestehen reichen 75 richtige Antworten, jedes Jahr werden aus einem Fundus von etwa 700 Fragen rund 30 ausgewählt. Die Anmeldung muss ausschließlich über das Online-System „nuLiga“ erfolgen, jeder Schiedsrichter hat einen eigenes Benutzerkonto mit Passwort, kann sich nur selbst anmelden.

 

Sammelmeldungen von Vereinen sind nicht möglich. „Dieses System läuft seit einem Jahr. Die Veränderung kann man lediglich als halbe Entschuldigung gelten lassen“, sagt Lapschies, der sich angesichts der geringeren Nachfrage natürlich schon auf Spurensuche gemacht hat. „Alle fünf Jahre schlafen immer alle. In diesem Jahr ist es mal wieder extrem.“

 
Während des vergangenen Regionstages wurde beschlossen, dass für jede Vereinsmannschaft 1,5 Schiedsrichter gemeldet werden – noch ohne Bestrafung. Anders sieht es jedoch für die Landes- und Oberligen aus: Für jedes Team auf diesem Leistungsniveau werden ebenfalls 1,5 Schiedsrichter erwartet. Dazu gehört auch das erfolgreiche Bestehen der theoretischen (Regeltest) und praktischen (Lauftest) Prüfung. Für jeden fehlenden Schiedsrichter werden dem Verein 50 Euro in Rechnung gestellt.

 
Ein Anfängerlehrgang für Unparteiische wurde beim Freiluftturnier der HSG Plesse-Hardenberg im Juni abgeschlossen, zahlreiche neue Schiedsrichter stehen zur Verfügung. „Das Problem ist jedoch alljährlich, bedingt durch den nicht zimperlichen Umgang der Zuschauer und Trainer mit den Jungschiedsrichtern, dass diese nach zwei bis drei Spielen keine Lust mehr haben und ihre ehrenamtliches Engagement beenden“, berichtet Lapschies aus Erfahrung.

 
Bewährt hat sich das System beim jüngsten Nachwuchs: Bei E-Jugend-Spielen ist der Gastgeber immer verpflichtet ein Gespann zu stellen. Aus dem Projekt ist inzwischen der Regelfall geworden. „Mit diesem Modell sind alle zufrieden, auch die Gastvereine. Allerdings wollen wir es auch auf diese Altersklasse beschränken.“

Von Kathrin Lienig

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