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Kamp und Ruoff verlassen BG Göttingen

El-Amin könnte bleiben Kamp und Ruoff verlassen BG Göttingen

Die BG Göttingen verliert zwei ihrer prägenden Spieler der vergangenen beiden Saisons. Alex Ruoff und Harper Kamp verlassen den Basketball-Bundesligisten. Ruoff vollzieht einen gewaltigen Karrieresprung und wechselt nach Spanien zum Topverein Bilbao Basket. Die spanische Liga gilt unbestritten als beste in Europa. Kamp verschlägt es zum Ligakonkurrenten MHP Riesen Ludwigsburg, wo ihn der frühere BG-Trainer John Patrick coachen wird.

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Harper Kamp verlässt Göttingen und geht zum Ligakonkurrenten MHP Riesen Ludwigsburg.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Dass die Leistungsträger ihre Verträge nicht verlängern, war zu erwarten. Weitaus überraschender ist hingegen, dass Superstar Khalid El-Amin möglicherweise eine weitere Saison für die Veilchen auflaufen wird.

„Es besteht definitiv die Chance, dass Khalid bleibt“, sagt BG-Coach und -Sportdirektor Johan Roijakkers. Ein Verbleib des 36-jährigen Aufbauspielers schien nach Saisonende ausgeschlossen. Bis zu einer eventuellen Einigung können aber noch Wochen vergehen, so Roijakkers. „Natürlich sind wir nicht das einzige Team, dass Khalid gerne verpflichten würde. Ganz Europa fragt nach ihm“, verdeutlicht der Niederländer.

Der Wechsel von Kamp und besonders Ruoff sei der logische nächste Schritt auf der Karriereleiter, betont Roijakkers. „Es freut mich für die beiden, und für die BG ist das ebenso großartig. Je besser die Mannschaften sind, zu denen unsere Spieler wechseln, umso attraktiver werden wir für andere Akteure, die ihre Entwicklung vorantreiben möchten“, erklärt der 34-Jährige.

Während Kamp mit Ludwigsburg vorrangig um den Einzug in die Playoffs kämpfen wird, kehrt Ruoff am Golf von Biscaya auf europäisches Parkett zurück. Bilbao tritt nächste Saison im Eurocup an. In der spanischen Liga waren die Basken im Viertelfinale an Valencia Basket Club gescheitert, nachdem sie die reguläre Saison auf dem vierten Platz abgeschlossen hatten.

„Bilbao ist ein großer Verein. Die Investitionen von Alex, der bei uns erst in seiner zweiten Saison richtig gut geworden ist, haben sich gelohnt“, sagt Roijakkers.

Ebenfalls für seine Ex-Mitspieler freut sich BG-Routinier Robert Kulawick: „Ich hätte zwar gerne weiter mit ihnen gespielt,  weil sie gute Kerle sind, aber so ist nun mal das Basketball-Geschäft. Für beide ist das toll, denn die schlechtesten Adressen sind Bilbao und Ludwigsburg nicht. Da geht es auch finanziell voran.“ Gleichwertigen Ersatz zu finden, sei allerdings sehr schwierig, befürchtet „Kulle“.

„Gerade Alex hat oft genug eine Qualität gezeigt, die es nicht häufig gibt. Etablierte Spieler, die das drauf haben, sind teuer. Sorgen mache ich mir dennoch nicht, weil ein gutes Gerüst der Mannschaft schon steht, und Johan Roijakkers bei der Spielerrekrutierung genauso ein gewiefter Fuchs ist wie John Patrick.“

Weniger emotional blickt Klaus Dohrmann, Vorsitzender des Fanclubs Veilchen-Power, auf die Abgänge. „Schade, aber es ist eben so, dass Spieler wechseln. Mein einziger Wunsch war, dass Kulle bleibt. Der gehört zur Familie.“ Dohrmann ist sich sicher, dass Roijakkers gute Spieler an Land ziehen werde. Um diese Erwartungen zu erfüllen, bricht der BG-Trainer nächste Woche Dienstag in die USA auf, um Akteure bei Camps und der NBA-Summer-League zu scouten.

▶ Kommentar: Abgänge machen sich bezahlt

Auf den ersten Blick ist es ein harter Schlag für die BG Göttingen. Zwei Stars verlassen den Klub.

Bei genauerer Betrachtung dürften sich die Abgänge mittelfristig jedoch bezahlt machen. Um Kamp und Ruoff zu halten, hätte die BG das Portemonnaie sehr weit aufreißen müssen. Die Verpflichtung starker Rollenspieler oder gar eine Vertragsverlängerung mit Anführer Khalid El-Amin wäre dann ziemlich fraglich gewesen.

Außerdem haben die Veilchen erneut bewiesen, dass Göttingen eine hervorragende Plattform für Spieler ist, die sich für ein Spitzenteam empfehlen wollen. Beispiele gibt es hinlänglich: Akeem Vargas wechselte zum deutschen Titelmitfavoriten Alba Berlin, Raymar Morgan zum griechischen Serienmeister und europäischen Schwergewicht Panathinaikos Athen, Ruoff nun zu Bilbao Basket in die stärkste Liga Europas.

So etwas spricht sich unter den Agenten und auch Akteuren herum. Für eine Saison wird in Göttingen auf ein paar Euro verzichtet, um in der darauffolgenden doppelt und dreifach abzusahnen. In Zukunft sollte es für die Veilchen daher trotz finanzieller Nachteile einfacher werden, annähernd gleichwertigen Ersatz für Schlüssel- und Starspieler zu finden.

Von Rupert Fabig

Rupert Fabig

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06.12.2016 - 12:53 Uhr

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