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Karl-Heinz Siemerkus betreut seit 27 Jahren den TV Jahn Duderstadt

Mit Nähset Platzwunde verarztet Karl-Heinz Siemerkus betreut seit 27 Jahren den TV Jahn Duderstadt

Anders Eliasson, Danilo Lonkovic, Binjo Tluczynski, Ralf Böhme, Wolfgang Engelhardt, Ekkehard Loest, Sigurd Jäschke, um nur einige Trainer des TV Jahn Duderstadt zu nennen – Karl-Heinz Siemerkus hat sie alle erlebt. Seit 27 Jahren ist er als Mannschaftsarzt für die erste Herrenmannschaft zuständig, wird auch am Sonnabend um 18.30 Uhr das Team im Oberliga-Derby bei der HG Rosdorf-Grone betreuen.

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Quelle: Schneemann

Mingerode. Dabei wollte der Mediziner sich damals eigentlich nur selbst ein wenig sportlich betätigen. „Kurz vor meinem 40. Geburtstag hatte ich einfach noch einmal Lust, Handball zu spielen“, erzählt der „Doc“. Zu der Zeit absolvierte er auch noch regelmäßig ein umfangreiches Lauftraining, war viel mit dem Rennrad beziehungsweise Mountainbike unterwegs. Zum Handballspielen kam er beim TV Jahn auch („in der dritten Mannschaft“), doch schnell war klar, die Verantwortlichen wollten sich gern seine Dienste als Teamarzt sichern.

Der aus Marienheide, einem Nachbarort von Gummersbach, stammende Siemerkus kam über Umwege ins Eichsfeld. Zuerst verschlug es ihn aus seinem Heimatort nach Hannover. Dort studierte er ein Semester Tiermedizin. „Es war quasi als Wartesemester gedacht. Hätte ich keinen Studienplatz für Humanmedizin bekommen, hätte ich weitergemacht“, erinnert sich der inzwischen in Mingerode Lebende. Doch er bekam ihn, wechselte nach Göttingen und lernte dort seine jetzige aus Krebeck stammende Ehefrau kennen, die damals Biologie studierte.

„Beim TV Jahn hat sich dann alles schnell ergeben“, so Siemerkus, der in der ersten Zeit zu jedem Auswärtsspiel der Duderstädter mitfuhr. In dieser Beziehung ist er ein wenig ruhiger geworden, versucht zwar daheim immer dabei zu sein, wählt die Auswärtspartien allerdings ganz gezielt aus.

Siemerkus, der auch eine Zusatzausbildung als Sportmediziner gemacht hat, könnte ganze Abende mit seinen Geschichten füllen, die sich im Laufe der Jahre ereignet haben. Beispielsweise musste er in Göteborg bei einem Trainingslager schnell und unkonventionell handeln, als sich der damalige Kreisläufer Gunnar Kalkbrenner eine Platzwunde im Gesicht zuzog und genäht werden musste. Das entsprechende medizinische Werkzeug war nicht zur Hand, wohl aber ein Nähset aus dem Hotel.

Mit einem Teppichrest aus Polyestergewebe vor der Brust als Schutzschild spielten auch wenig Handballer, der ehemalige Jahner Maik Haase tat es. „Er war aufgrund seiner Spielweise sehr verletzungsanfällig, deswegen stabilisierte diese Maßnahme ein wenig seinen Brustkorb“, erklärt Siemerkus.

Maik Haase musste von den Verantwortlichen eher gebremst werden, der „Doc“ kennt allerdings auch andere Fälle. „Es gibt Spieler, die sind unterschiedlich im Einstecken“, drückt er sich sehr diplomatisch aus. Siemerkus, der seit dem 1. April 2014 im Ruhestand ist, hat die ganzen Jahre immer einen sehr guten Kontakt zu den jeweiligen Trainern gehabt, hält sich aber aus sportlichen Belangen komplett heraus.

Etwas hat sich für den Vater dreier erwachsener Söhne allerdings in den vergangenen 27 Jahren nicht geändert. „Unser Leben richten wir noch immer nach den Spielen des TV Jahn aus“, sagt der Handball-Fan, für den dies nur möglich war, weil seine Frau Christine immer an seiner Seite ist. Einzige Ausnahme: Wenn Karl-Heinz Siemerkus in der Küche steht und etwas mit Knoblauch zubereitet, dann ergreift sie die Flucht.

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