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Keine Furcht vor den Kämpfen, aber vorm Hungern

Boxen Keine Furcht vor den Kämpfen, aber vorm Hungern

Wie ein Boxer sieht er irgendwie nicht aus: Sein Nasenbein beschreibt keine einzige Schlangenlinie, in Straßenklamotten sind die Muskeln eines Faustkämpfers höchstens zu erahnen. Dabei gehört der 20-jährige Michael Mingaliev vom ASC 46 zu den besten deutschen Amateurboxern.

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Technisch versierter Linksausleger: der ASC-Boxer Michael Mingaliev beim Training.

Quelle: Heller

Seit 2000, seitdem der gebürtige Kasache in Göttingen trainiert, holte er bis 2007 in seiner Altersklasse in jedem Jahr die Bezirks- und Niedersachsenmeisterschaft, im Jahr 2007 wurde er Norddeutscher Meister. Bei den Deutschen Meisterschaften gewann er 2005 bis 2007 jeweils Bronze, genauso wie bei den internationalen Deutschen Meisterschaften 2005 und 2006. International machte der Linksausleger, der den rechten Aufwärtshaken und den Leberschlag als seine Stärken bezeichnet, im Juniorenbereich mit einem Sieg über den damaligen Europameister aus Russland auf sich aufmerksam. Zuletzt unterstrich er seine gute Form mit einem Zweitrunden-K.o. in der 2. Bundesliga. 

Zehn Jahre alt war Mingaliev, als er einen Freund zum Boxtraining begleitete – seine Leidenschaft war geweckt. In Göttingen schloss er sich zunächst dem 1. SC 05 an und wechselte nach dessen Insolvenz zum ASC. Seit zwei Jahren boxt er in der Männerklasse, Gewichtsklasse 64 und 60 Kilo. „Du musst schlau sein“, sagt Mingaliev. „Derjenige, der schneller denkt, gewinnt.“ Im Jugendbereich ist er als exzellenter Techniker aufgefallen, heute boxe er bisweilen auch „mit Gewalt“. 

Die schlägt naturgemäß manchmal auf ihn zurück. „Kassieren muss man schon, aber ich kann viel einstecken“, sagt er. Früher habe er vor Kämpfen etwas Respekt gehabt, jetzt nicht mehr. „Die Gegner sind genauso Menschen wie ich, keine Roboter“, sagt er sich. Auch die Angst seiner Familie habe sich gelegt. Bei Auswärtsauftritten feuert ihn regelmäßig seine Tante an, in der heimischen Godehardhalle die ganze Familie.

Laufen und Schattenboxen

Eine Karriere als Profi würde Mingaliev, der seit drei Monaten den Realschulabschluss in der Tasche hat und sich nun zum KFZ-Mechatroniker ausbilden lassen will, frühestens in drei Jahren in Angriff nehmen. Momentan bereitet er sich mit seinem Trainer Gegham Hakobyan auf die Niedersachsenmeisterschaften im Oktober vor. Laufen, Sandsack-Training und Schattenboxen gehören zum Programm, später dann „Gewicht machen“: Um das Kampfgewicht zu erreichen, muss in den letzten Tagen vor den Fights gehungert werden, mehr als ein Brötchen am Tag gibt der Speiseplan nicht her. Mingaliev hat vor nichts und niemandem Angst, doch diese Hungerkur, sagt er, die sei „wirklich hart“. 

                                                                                                                                                        Von Eduard Warda

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