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„Keine Gegenwehr, kein Niveau“

Ursachenforschung „Keine Gegenwehr, kein Niveau“

Manchmal kommt es im Leben knüppeldick. Marcus Fahlbusch durchläuft gerade so eine Phase. Der HSV, Fahlbuschs Lieblingsverein, steckt in der Bundesliga gegen den Erzrivalen Bremen Niederlage um Niederlage ein. Und als ob das nicht genug wäre, kassiert der 34-jährige Torwart von Fußball-Bezirksligist Gelb-Weiß Elliehausen im wichtigen Heimspiel um den Klassenverbleib gegen Merkur Hattorf sieben Treffer – die Partie endet 0:7.

„Ich habe gegen Bilshausen schon einmal fünf gekriegt, aber da haben wir wenigstens noch drei geschossen“, schimpfte Fahlbusch gestern. „Dass wir uns so abschießen lassen, ist schlimm. Es war keine Gegenwehr da, ein Niveau wie in der Kreisliga, aber erst von Platz acht abwärts.“

Elliehausen verliert 0:7 und fällt damit auf einen Abstiegsplatz zurück – diese Nachricht schlug am Sonntag wie eine Bombe ein, denn die Partie war unter anderem von Trainer Günther Friedrichs als richtungsweisend eingestuft worden. „Bis auf zwei Spieler haben alle unter Normalform gespielt“, resümierte gestern ein enttäuschter Coach auf Tageblatt-Nachfrage.

Die Ursachenforschung ist einen Tag danach noch nicht weit gediehen, vor allem weil man sich nach dem 3:0-Sieg über Förste auf dem Weg der Besserung wähnte. Zwar sei seine Mannschaft von den frühen Gegentoren kalt erwischt worden, unterstrich Friedrichs, im Prinzip jedoch seien „einige Spieler momentan nicht bereit, sich voll einzusetzen. Mir ist das unerklärlich.“

Fahlbusch kommt es so vor, als seien einige Akteure zu unerfahren und sich deshalb der brenzligen Situation nicht bewusst. Darüber hinaus spiele eine große Rolle, dass Leistungsträger wie er selbst, Kuhn, Gulyas, Bach und Gute zum Zusammenhalt beitragen, indem sie sich nach den Partien oder auch in der Freizeit zusammensetzen, andere Spieler jedoch direkt nach dem Abpfiff nach Hause fahren.

Morgen Bilshausen Gegner

Für ihn selbst sei nach dem Stand der Dinge das Ende seiner Elliehäuser Zeit in Sicht. „Es sieht so aus“, sagt Fahlbusch, „als kommen die letzten vier Spiele für den Verein auf mich zu. Ich weiß nicht, ob ich mir die Kreisliga noch einmal gebe.“ In diesem Zusammenhang kritisiert der 34-Jährige den Vorstand, der sich bis dato für seinen Geschmack zu sehr zurückgehalten habe: „Die fangen jetzt erst an mit den Planungen für die kommende Saison. Das ist zu spät.“

Nicht nur Fahlbusch, auch Friedrichs sieht den kommenden Spielen mit gemischten Gefühlen entgegen, zumal es gegen die stark einzuschätzenden Teams Bilshausen, Landolfshausen, Bad Gandersheim und Hainberg geht. Die Partie gegen Bilshausen am morgigen Mittwoch werde „ein ganz schweres Ding“, prognostizierte der Trainer, der auf den rotgesperrten Gulyas verzichten muss. Auf der ein oder anderen Position werde es Veränderungen geben, stellte er klar. „Das geht auch gar nicht anders gegenüber jenen Spielern, die gegen Hattorf nicht zum Einsatz gekommen sind.“

Der Abstieg wäre nur dann noch abzuwenden, wenn ein Ruck durch die Mannschaft ginge und man gegen Bilshausen nicht verliere, betonte Fahlbusch. „Das wäre ein Erfolgserlebnis“, sagte der Torwart, der die Chance auf den Klassenverbleib hinsichtlich des schweren Restprogramms auf 30 Prozent beziffert. „Eigentlich bin ich ein positiver Mensch, aber nach dem 0:7 den Kopf wieder freizukriegen, wird schwierig.“ Auch Friedrichs ist nach einer „Klatsche“, die er so noch nicht erlebt habe, der Optimismus etwas abhanden gekommen: „Wenn sich die Einstellung nicht ändert“, sagte der Trainer, „wird es schwer sein, die Liga zu halten“.

Von Eduard Warda

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